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Hückeswagen
Neuer Träger steht zu den OGS-Standards

Hückeswagen: Neuer Träger steht zu den OGS-Standards
Die Hilfe bei den Hausaufgaben gehört bei der OGS-Betreuung an den Hückeswagener Grundschulen dazu. Wenn diese im kommenden Schuljahr vom IB übernommen wird, soll sich nicht allzu viel ändern. Denn der neue Träger ist an die gleichen Qualitätsstandards des Oberbergischen Kreises gebunden, wie der jetzige, die Caritas. FOTO: Endermann (Archiv)
Hückeswagen. Der Internationale Bund (IB) übernimmt ab kommendem Schuljahr die Betreuung der Offenen Ganztagsschule (OGS). Christian Melchers, Betriebsleiter Soziale Arbeit, nimmt Stellung zum Konzept des IB. Von Stephan Büllesbach

Der Protest von Eltern und Kindern im Vorfeld des Schulausschusses und der Ratssitzung im September war letztlich erfolglos: Die Politik entschied sich aus wirtschaftlichen Gründen mehrheitlich für einen neuen Träger ab dem Schuljahr 2016/17. Damit ist die Caritas, die die OGS an den Grundschulen vor etwa zehn Jahren aufgebaut und seitdem betreut hatte, in einigen Monate raus. Stattdessen übernimmt der Internationale Bund (IB). Die Eltern hatte in ihren Protesten die Befürchtungen kundgetan, dass es sich bei dem neuen Anbieter um einen "Billiganbieter" handeln werde, weil der die Lohnkosten für die OGS-Mitarbeiter wie der Kreiscaritasverband nicht zahlen würde. Und sie glauben, dass die zukünftigen Mitarbeiter sich nicht so intensiv um die Kinder kümmern, wie es die Mitarbeiterinnen der Caritas seit Jahren getan haben.

Dem widerspricht Christian Melchers. Auf Anfrage unserer Redaktion betont der Betriebsleiter Soziale Arbeit: "Wir machen den Ganztag nicht erst seit gestern." Seit 2004 sei der IB in Oberberg in diese Arbeit involviert. Zudem sei es der IB gewesen, der damals in Nümbrecht die erste Ganztagsbetreuung an einer Schule im Kreisgebiet übernommen hätte.

Darüber hinaus verfüge der Internationale Bund über ein umfangreiches Rahmenkonzept (s. unten stehenden Bericht). "Die Qualitätsstandards sind im Oberbergischen Kreis für alle Träger bindend", betont Melchers. Eine Aussage, die Bürgermeister Dietmar Persian unterstreicht. So müsse das Personal über bestimmte Qualitäten verfügen, für alle Mitarbeiter sei ein erweitertes Führungszeugnis ebenso verpflichtend wie ein Gesundheitszeugnis. Außerdem müssten sie Schulungen im Kinderschutz und in der Ersten Hilfe vorweisen können.

Natürlich bezahlt der IB nicht den Lohn, den die Caritas seinen Mitarbeiterinnen zahlt. Sonst wäre er jetzt bei der Ausschreibung, die die Stadt an fünf Anbieter geschickt und für die sich nur IB und Caritas beworben hatten, wohl kaum zum Zuge gekommen. Denn die Stadt will mit dem günstigeren Anbieter Geld einsparen. "Wir bezahlen den Haustarif, der nicht erheblich schlechter ist als der Caritas-Tarif", sagt Melchers. Genaue Zahlen nennt er jedoch nicht. "Wir sehen uns aber auf keinen Fall als Dumping-Anbieter."

Der IB bezahle seine Mitarbeiter durchaus angemessen, und sie bekämen regelmäßige Tariferhöhungen. Im Gegensatz zur Caritas sei er aber kein Wohlfahrtsverband, der auf Landesebene Globalzuweisungen erhielte, die nicht zweckgebunden seien. "Als freier Träger bekommen wir nur das, was wir mit den Kommunen auch aushandeln."

Die Stadt setzt darauf, dass der IB die vorgeschriebenen Qualitätsstandards einhält. Sollte er das jedoch nicht tun, könnte sie ihm kündigen - "der Vertrag ist jährlich kündbar", macht Persian deutlich. Die zukünftigen Partner wollen nun die Eltern der Kinder informieren, die ab 2016/17 in der OGS betreut werden. Zu einem entsprechender Informationsabend soll noch in diesem Jahr eingeladen werden.

Die Frauen aus der OGS-Betreuung können sich beim IB auf eine Stelle für das kommende Schuljahr bewerben, versichert Melchers. "Wir werden aber keine Mitarbeiter offensiv bei der Caritas abwerben", verspricht er.

Quelle: RP
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