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Hückeswagen
Neues Dampfbad alles andere als grottig

Hückeswagen: Neues Dampfbad alles andere als grottig
Links das neue Dampfbad, rechts die Wärmebänke - das Bürgerbad hat eine neue Attraktion, die von den Badegästen ausgiebig gelobt wird. Entspannende Musik, Farbwechsel des Lichts und ein LED-Himmel runden das Vergnügen ab. FOTO: Moll
Hückeswagen. Modern statt verstaubt - so präsentiert sich das neue Dampfbad im Bürgerbad. Nachdem die alte Dampfgrotte in die Jahre gekommen war, wurde für 85.000 Euro ein hochmodernes Dampfbad eingebaut. Das kann jetzt genutzt werden, Von Stephan Büllesbach

Paul ist dreieinhalb, doch der Knirps hat eine Meinung und findet wie seine Oma Brigitte Schulten, dass "uns das neue Dampfbad richtig gut gefällt". Die Räumlichkeiten seien sehr schön geworden, versichert die Hückeswagenerin. "Hell und erfrischend." Auch die Frühschwimmer, die sich in einer Ecke des Bürgerbads um einen Tisch versammelt haben, diskutieren an diesem Morgen über das neue Dampfbad. Sie sind fasziniert vom schönen Licht und der Musik. Ein Badegast ist sich sicher mit Blick auf den Dampf: "Früher habe ich ja eine ganze Stunde in der Dampfgrotte ausgehalten, jetzt bin ich schneller wieder raus." Nur einer hat etwas zu "bemängeln": "Die Espressomaschine fehlt noch", sagt er mit einem Grinsen.

Das neue Dampfbad ist hell gefliest, mit der modernsten Technik ausgestattet und bietet einige technische Spielereien. So wechselt die Farbe des Lichts, über der Wärmebank im Vorraum befindet sich ein LED-Himmel, und der Dampf wird gleich 45 Grad warm in den Raum geblasen. Das hat alles nichts mehr mit der mehr als 30 Jahre alten und dunklen Dampfgrotte zu tun, die im Sommer demontiert wurde.

Deren Ende war unabdingbar, wie Thomas Nebgen, einer der vier Geschäftsführer der Bürgerbad gGmbH, betont. "Sie stammte noch aus den 80er Jahren", sagt er. Für die damalige Zeit sei die Felsenoptik aus Spritzguss noch eine tolle Geschichte gewesen, doch heutzutage seien die Bedürfnisse der Badegäste andere. "Es hat sich außerdem herausgestellt, dass die Grotte schlecht zu reinigen war", sagt Nebgen. Darüber hinaus war die Technik veraltet. So kam vor drei Jahren der Wunsch der Badegäste nach etwas Neuem auf.

"Nun ist aber für Bäder wie dem unsrigen die Finanzierung schwierig", betont Nebgen. Aus eigenen Mitteln hätte die Bürgerbad gGmbH das Projekt nicht stemmen können. Zumal die Kosten nach Schätzungen von Mitgeschäftsführer Rene Greif bei rund 80.000 Euro lagen. Als sich dann aber im Februar 2015 die Frühschwimmer bereiterklärten, 40.000 Euro beisteuern zu wollen, konnte das Projekt "Dampfbad" starten.

Auch die Stadt beteiligte sich finanziell daran, allerdings kam das Haushaltssicherungskonzept dazwischen. Weil das von der Bezirksregierung erst abgesegnet werden musste, konnte mit dem Abriss der alten Grotte nicht vor Ende Juli dieses Jahres begonnen werden. "Und wie das bei Umbauten so ist, gibt es auch Überraschungen", sagt Nebgen. So erwies sich der Estrich als zu weich und musste erneuert werden, die Wände wurden neu verputzt. Rene Greif: "Sie haben über viele Jahre durch die Feuchtigkeit gelitten." Die Mehrkosten durch die zusätzlichen Arbeiten betragen rund 5000 Euro.

"Jetzt, nach vier Monaten Umbau, sind wir froh, den Badegästen eine bessere Qualität bieten zu können", betont Nebgen. Und er verweist darauf, dass das Dampfbad - üblicherweise Teil einer Sauna - im Bürgerbad im Textilbereich angesiedelt ist und daher von den Badegästen genutzt werden kann. Es ist damit die "einzige Textildampf-Grotte in 20 Kilometern Umkreis mit barrierefreier Nutzung", wirbt der Flyer zur Eröffnung am 25. November.

"Hoffentlich lockt das neue Dampfbad jetzt viele Besucher", sagt Horst Hellerling. Der Ehrenvorsitzende der Frühschwimmer hat es bereits einem Test unterzogen und für sehr gut befunden.

Quelle: RP
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