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Hückeswagen
Neues Zentrum an der Dhünn-Talsperre

Hückeswagen: Neues Zentrum an der Dhünn-Talsperre
Die Große Dhünn-Talsperre ist die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Sie fasst 81 Millionen Kubikmeter Wasser, zurzeit sind 64 Millionen Kubikmeter gespeichert. FOTO: Sebastian Radermacher
Hückeswagen. Der Verein Aqualon baut in Lindscheid ein Multifunktionszentrum. Geplant ist, eine interaktive Ausstellung zum Thema Wasser, ein Café mit Außenbereich und einen Wasserspielplatz zu schaffen. So soll Wasserwirtschaft erlebbar werden. Von Sebastian Radermacher

Georg Wulf schaut auf die Große Dhünn-Talsperre und bringt die Bedeutung des Themas Wasser mit einer kleinen Rechnung auf den Punkt: Die Trinkwassertalsperre in Lindscheid hat aktuell 64 Millionen Kubikmeter Wasser gespeichert. "Umgerechnet sind das 64 Milliarden Liter Wasser - wir könnten jedem Menschen auf der Welt acht Liter Wasser aus unserer Talsperre zur Verfügung stellen", sagt der 60-Jährige, der Vorstand des Wupperverbands und seit kurzem auch Vorsitzender des Vereins Aqualon ist. "Diese Zahl macht deutlich, über welchen riesigen Wasserschatz wir hier verfügen."

Der im Jahr 2008 gegründete Verein Aqualon hat sich zur Aufgabe gemacht, über nachhaltige Wasserwirtschaft zu informieren und die Naturregion rund um die Dhünn-Talsperre für die Menschen erlebbar zu machen. Zusammen mit Birgit Bär, seit Februar Aqualon-Geschäftsführerin, hat Wulf viele Ideen und Pläne ausgearbeitet. "Die Menschen haben großes Interesse am Thema Wasser. Wir möchten Wasserwirtschaft anfassbar machen, für behutsamen Umgang sensibilisieren und informieren", sagt Wulf. Ein erster Schritt wird jetzt angestoßen: Der Verein baut auf dem Betriebshof des Wupperverbandes in Lindscheid ein Multifunktionszentrum, das "Forum Aqualon Lindscheid".

Georg Wulf (Vorsitzender) und Birgit Bär (Geschäftsführerin) bilden das Führungsduo des Vereins Aqualon. FOTO: Sebastian Radermacher

Die nicht mehr genutzte Schlosserei wird umgebaut - dort wird das Forum als Treffpunkt für die Menschen und Anlaufstelle des Vereins entstehen. Zentraler Punkt soll eine interaktive Dauerausstellung rund ums Thema Wasser werden - mit Fototafeln, Videos und auch der Möglichkeit, sich einen Film anzusehen. Wanderer, Familien, Senioren, Kinder, Studenten, Schulklassen, Vereine - "alle können sich dann hier über das Thema Wasserwirtschaft informieren", sagt Bär. Schulungen und Tagungen sollen dort künftig ebenfalls möglich sein.

Und in dem neuen Forum soll ein kleines Café mit einem Außenbereich entstehen. Mit dem Verein Alpha aus Wermelskirchen wurden erste Gespräche geführt. Die Idee: Menschen mit Handicap könnten in den Betrieb integriert werden, sie könnten in der Gastronomie mitarbeiten oder die Ausstellung beaufsichtigen. "Wir würden uns freuen, wenn wir diese Idee zusammen umsetzen können", sagt Wulf. "Dies wäre ein toller Beitrag zur Inklusion", ergänzt Bär. Ein Höhepunkt des neuen Zentrums soll ein Wasserspielplatz werden, auf dem Kinder experimentieren können. Das Bauvorhaben und die Entwicklung des Nutzungskonzepts werden parallel vorangetrieben. Der Umbau der Schlosserei kostet etwa 450.000 Euro - diese Investition übernehmen zu gleichen Teilen der Wupperverband und der Rheinisch-Bergische Kreis. Das Geld ist verfügbar - es war bereits vor Jahren für den Bau eines Campus' im Bereich Loosenau zurückgelegt worden. Als der Antrag auf Fördermittel abgelehnt worden war, wurden jene Pläne nicht weiter verfolgt.

Wulf stellt klar, dass Aqualon auch für die neuen Ideen auf Fördermittel angewiesen ist. Er stellt klar: "Die 450.000 Euro reichen nur für den Umbau." Der Verein hat sich mit der Dauerausstellung und dem Wasserspielplatz beim "Leader"-Förderprogramm beworben. "Unsere Projekte erfüllen alle Anforderungen. Wir hoffen, dass wir berücksichtigt werden", sagt Bär. Sollte alles optimal laufen, könnte der Umbau im Sommer beginnen und das neue Forum im Sommer 2018 eröffnen.

Das Bauprojekt soll ein Startschuss, eine Initialzündung sein. Geplant ist, sukzessive an mehreren Stellen im Dhünn-Tal verschiedene Aspekte der ganzheitlichen Wasserwirtschaft als Erlebnis zu präsentieren, so dass sich Besucher der Bedeutung des Wassers nähern.

Quelle: RP
 
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