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Serie 40. Altstadtfest - Teil 7
Neuseeländer entdecken den Treffpunkt

Hückeswagen. Anlässlich des 40. Altstadtfest am kommenden Wochenende erinnert die BM in einer Serie an die Anfänge und wie das Altstadtfest zum wahren "Treffpunkt Hückeswagen" wurde. Den nutzen jedes Jahr auch viele Gäste aus aller Welt. Von Heike Karsten

Hückeswagen Wer denkt, nur die Freunde aus der französischen Partnerstadt Etaples sur Mer würden den weiten Weg auf sich nehmen, um zum Hückeswagener Altstadtfest anzureisen, der irrt. Immer wieder mischen sich Besucher und Gäste aus allen Ecken der Welt unter die Menschenmenge, um die Atmosphäre des Stadtfests zu genießen. Vor etwa 30 Jahren beispielsweise waren Neuseeländer in Hückeswagen zu Gast, wie die Familie Kusche aus Posthäuschen berichtet.

18 000 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Neuseeland. Doch ganz so weit und nur für das Hückeswagener Stadtfest war die neuseeländische Familie dann doch nicht angereist. "Eigentlich war es Zufall, dass gerade Altstadtfest war", berichtet Elisabeth Kusche, die sich noch sehr gut an diese Zeit erinnert. Ein Verwandter aus Bremerhaven, Erhard Gäse, der in früheren Jahren zur See gefahren war, hatte in Neuseeland die vierköpfige Familie Moggach kennengelernt.

Sie zeigte ihm ihr Land. Revanchieren konnte sich der Seefahrer, als die Familie Moggach ihren Wohnsitz zwischenzeitlich nach Schottland verlegt hatte und damit Deutschland um etliche Kilometer näher gekommen war. "Ihr habt mir Neuseeland gezeigt, wir zeigen Euch Deutschland", soll Erhard Gäse versprochen haben. Drei Wochen fungierten die Kusches als Gastgeber. "Wir hatten so viel gemeinsam und uns direkt gut verstanden", erinnert sich die Hückeswagenerin und nennt die spontane Sympathie "ad-hoc-Freundschaft".

Natürlich wurde auch gemeinsam das Altstadtfest besucht. "Sie waren ganz angetan davon", sagt Elisabeth Kusche. Erhard Gäse lernte bei diesem Altstadtfestbesuch die abführende Wirkung des Sauerkrauts kennen, das Mitte der 80er-Jahre auf dem Altstadtfest in Papiertüten verkauft wurde. Dennoch ist dem ehemaligen Seefahrer der Besuch in der Schloss-Stadt nicht in schlechter Erinnerung geblieben. Die Familie Kusche ist beim Stadtfest, wie viele Hückeswagener, stets engagiert.

"Beim ersten Altstadtfest war ich nur Gast, aber da fehlte was", hat Elisabeth Kusche für sich festgestellt. Seitdem hilft die 71-Jährige an den Ständen der Kolpingsfamilie, des Pfarrcäcilien- und des Gospelchors - in früheren Jahren auch als "Kammerzofe" am Stand der Kleiderkammer und der Sternsinger. Ein Wiedersehen mit der Familie Moggach gab es nochmal einige Jahre später. Nachdem die Neuseeländer von Schottland zurück in die Heimat gezogen waren, verlegten sie ihren Wohnort nach Australien, wo Egon und Elisabeth Kusche sie besuchten.

"Unsere Kinder haben uns die Reise von einem Sparvertrag zur Silberhochzeit geschenkt", berichtet die Schloss-Städterin. Ann Moggach ist allerdings inzwischen verstorben. Ein Kind der Kusches hat aber noch E-Mail-Kontakt zur Familie. Die Kusches sorgten auch für weiteren multikulturellen Besuch auf dem Altstadtfest: Durch die koreanischen Pflegekinder der Familie entstand der Kontakt zu einer koreanischen Gemeinde in Köln, dessen Kindertanzgruppe gleich zweimal auf dem Hückeswagener Stadtfest einen Auftritt hatte.

Quelle: RP
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