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Hückeswagen
Neye-Gülleblase übers Klärwerk entsorgt

Hückeswagen: Neye-Gülleblase übers Klärwerk entsorgt
In der Kläranlage an der Wupper-Vorsperre wurden in den vergangenen Wochen 50 000 Kubikmeter des Gülle-Wasser-Gemischs aus der Neye-Talsperre gereinigt. Mitte März waren 1,7 Millionen Liter Gülle aus einem Behälter eines Hofs in Halver in den Neyebach geflossen. FOTO: Peter Sondermann / VISKOM/CITY-LUFTBILDER
Hückeswagen. 50 000 Kubikmeter des Gülle-Wasser-Gemischs in der Neye-Talsperre sind in der Hückeswagener Kläranlage erfolg-reich behandelt worden. Die Wasserqualität der Bever-Talsperre ist nicht beeinträchtigt, versichert der Wupperverband. Von Stephan Büllesbach

Die Wipperfürther Neye-Talsperre ist fast wieder vollkommen güllefrei. Der Grund dafür ist die Behandlung des Gülle-Wasser-Gemischs in der Hückeswagener Kläranlage. Das teilte gestern Susanne Fischer, stellvertretende Pressesprecherin des Wupperverbands, mit.

Am 18. März waren von einem Hof in Halver 1,7 Millionen Liter Gülle über den Neyebach in die Talsperre, die den Stadtwerken Remscheid (EWR) gehört und die früher einmal ein Trinkwasserreservoire für die Nachbarstadt war, gelangt. Die Folgen der Umweltkatastrophe sind immens: Das Leben im Neyebach ist auf Jahre hinaus tot; viele Fische und Frösche sind verendet. Die Neye-Talsperre ist von einer größeren Katastrophe verschont geblieben, da sich am Boden der Talsperre vor der Staumauer ein Gemisch aus Gülle und Wasser in einer rund 50 000 Kubikmeter großen Blase eingelagert hatte. "Die oberen Wasserschichten der Talsperre sind hingegen unbelastet", versicherte Susanne Fischer. Deswegen war es Anfang April auch kein Problem, Oberflächenwasser aus der Neye- in die Bever-Talsperre abzuleiten. Der Stollen, der die beiden Talsperren verbindet, war direkt nach Bekanntwerden der Katastrophe geschlossen worden.

Seit dem 25. März war das Gemisch durch den Grundablass der Neye-Talsperre über eine bestehende frühere Rohwasserleitung zur Kläranlage des Wupperverbands an der Wupper-Vorsperre transportiert und dort behandelt worden. Das hatte die Bezirksregierung für eine Menge von 50 000 Kubikmetern genehmigt, und diese wurde am Wochenanfang erreicht. Fischer: "Die Mitbehandlung des Gülle-Wasser-Gemischs ist damit zunächst beendet."

Neben Fischen und Fröschen verendete auch ein Fuchs, als er womöglich aus dem durch die Gülle vergifteten Neyebach trinken wollte. FOTO: Volker leipzig

Die Behandlung in der Kläranlage habe zu einem guten Erfolg geführt. "Die Belastung in der Neye-Talsperre ist dadurch deutlich zurückgegangen", berichtete die Sprecherin. Die Messwerte ließen darauf schließen, dass die Gülleblase mit der hochkonzentrierten Verunreinigung weitestgehend aus der Talsperre entfernt worden sei.

Kurz nach der Umweltkatastrophe hatte das Wasser am Grundablass der Talsperre noch eine deutliche Braunfärbung, jetzt ist laut Susanne Fischer keine Färbung mehr wahrnehmbar. Geringe Schadstoffkonzentrationen sind allerdings am Grund der Neye-Talsperre noch vorhanden. Fischer: "Die Konzentrationen für Stickstoff und Phosphor sind zwar deutlich gesunken, liegen aber noch über den normalen Werten." Zurzeit gebe es bereits eine starke Algenentwicklung in der Talsperre. Weitere längerfristige Auswirkungen seien noch nicht absehbar.

Fünf Wochen nach dem Gülleeintrag in den Neyebach und die Talsperre trafen sich am Dienstag Vertreter der Bezirksregierung Köln, der Unteren Wasserbehörde des Oberbergischen Kreises, des Landesumweltamtes LANUV, der EWR und des Wupperverbands, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wupperverband und EWR streben an, die Behandlung in der Hückeswagener Kläranlage fortzusetzen, möglichst in Kombination mit anderen Maßnahmen, über die in den nächsten Wochen noch entschieden wird. "Daher wird der Verband vorsorglich einen Verlängerungsantrag für die Mitbehandlung des Gülle-Wasser-Gemischs in der Kläranlage stellen", teilte Susanne Fischer mit. Mit einer Entscheidung, wie mit dem noch schwach belasteten Wasser auf dem Grund der Neye-Talsperre umgegangen werden soll, ist in der kommenden Woche zu rechnen.

Keinen Einfluss hatte die ökologische Katastrophe auf die als Badegewässer genutzte Bever- und die Wupper-Talsperre, versicherte die Sprecherin des Wupperverbands: "Die Wasserqualität ist durch den Vorfall an der Neye-Talsperre nicht beeinträchtigt."

Quelle: RP
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