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Hückeswagen
"Nscho-tschi" zu Gast in Hückeswagen

Hückeswagen. Bekannt ist die Französin Marie Versini den meisten Fernsehzuschauern wohl als Winnetous Schwester Nscho-tschi. Am Samstagnachmittag war die 75-jährige Schauspielerin im Haus Hammerstein an der Wupper-Talsperre anzutreffen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Winnetous Schwester zu Gast in Hückeswagen - das ist schon eine große Sache. Die französische Schauspielerin Marie Versini, die am Mittwoch ihren 76. Geburtstag feiern wird, war über das Wochenende im Haus Hammerstein zu Gast - und reihte sich in eine Vielzahl an Gästen ein, die bereits im ehemaligen Hotel an der Wupper für kurze oder längere Zeit gewohnt haben.

Natürlich gibt es einen Grund für diesen Besuch: Sein Name ist Stefan Brücker aus Radevormwald, ein guter Freund Versinis. "Ich bin Mitglied eines großen Karl-May-Clubs. Wir reisen immer zu den Drehorten, ich war mit sechs Jahren zum ersten Mal dort." Die Festivals in Bad Segeberg und Elspe hat Brücker schon "hunderte Male gesehen". Dort hat er auch den bereits verstorbenen Winnetou-Darsteller Pierre Brice getroffen. "Jean Marc Birkholz heißt der derzeitige Winnetou-Darsteller, den wollen wir nun gemeinsam treffen, deswegen machen wir nun hier einen Zwischenstopp", sagt Brücker.

Dieser Zwischenstopp im Bergischen, am idyllisch gelegenen Haus Hammerstein, erinnert vermutlich nur zufällig an die Filmorte, die Versini in ihrer Karriere bereits besucht hat. Aber bereits als Kind hatte sie Winnetou-Erfahrungen gemacht: "Ich habe mit meinem Bruder bereits als kleines Kind die ersten Winnetou-Szenen nachgespielt." Umso größer der Zufall, dann im jungen Erwachsenenalter die Rolle der Nscho-tschi zu bekommen: "Das war mit 22 meine größte Rolle, und das Tolle ist, 50 Jahre später immer noch darauf angesprochen zu werden," sagt Versini.

Dass die 75-Jährige so gut Deutsch sprechen kann, verdankt sie einem anderen großen Schauspieler: Klaus-Jürgen Wussow. "Klaus hat bei einem Dreh in Spanien gesagt, ,Die Zeit für Film ist vorbei, lerne Deutsch!' Und er hat mir dabei geholfen." Weitere Unterstützung hat die junge Versini in der Berlitz-Sprachen-Schule in Paris bekommen.

Neben der Nscho-Tschi ist Marie Versini auch noch als eine andere große Frau im Fernsehen bekannt geworden: Clara Schumann. "Mein erster Film mit meinem Mann war über Clara, der letzte auch - ich habe also meine Ehe mit und über Clara Schumann geführt", sagt Versini. Auch das führte zu ihren guten Sprachkenntnisse, auch wenn sie immer wieder nachfragen muss, was mit der Frage gemeint ist.

Haus Hammerstein kannte sie bislang nicht, der Kontakt kam über Stefan Brücker zustande. Mit dabei ist auch Puppenspieler Thomas Szymanski, der im weiteren Verlauf des Abends für die Unterhaltung sorgen sollte. "Ich habe mit Tom Sawyer und seinen Abenteuern angefangen - heute präsentiere ich eine Improvisationsgeschichte über Karl-May-Geschichten."

Nscho-tschi wird darin bestimmt auch vorkommen, denn schließlich ist die Schwester Winnetous Versinis große Rolle. Und auch wenn Versini nur in einem der drei Winnetou-Filme vorkommt, gehört sie dennoch dazu. "Ich werde immer danach gefragt, mein Vater war auch selbst ein riesiger Karl-May-Fan", sagt sie und fügt an: "Meine liebsten Kollegen waren Lex Barker und Pierre Brice."

Dann, es ist ein kleiner Moment nur, aber Versink sagt leise: "Ich bin noch nie einem so tollen Mann wie Lex Barker als Tarzan begegnet. Und als ich dann mit ihm drehen durfte..." Sie scheint in diesem Moment selbst wieder zum Fan geworden zu sein. Aber warum auch nicht?

Quelle: RP
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