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Hückeswagen
Nur Hückeswagen bekommt kein neues Dienstauto

Hückeswagen: Nur Hückeswagen bekommt kein neues Dienstauto
In Gummersbach überreichte der Landrat jetzt die neuen Dienstfahrzeuge an die zwölf Kommunen - nur Hückeswagen ist nicht dabei. FOTO: Ising/OBK
Hückeswagen. Oberberg zählt landesweit zu den sichersten Landkreisen, dennoch wurde 2016 ein leichter Anstieg der Kriminalitätsrate verzeichnet. "Das beeinflusst neben der objektiven Sicherheit auch das Lebensgefühl der Bevölkerung", sagte jetzt Landrat Jochen Hagt. Der Oberbergische Kreis hat daher im vorigen Jahr die Ordnungspartnerschaft Sicherheit ins Leben gerufen, an der sich zwölf Städte und Gemeinden beteiligen. Nur eine will nicht so richtig mitmachen: Hückeswagen. Und das soll auch so bleiben, bestätigte Bürgermeister Dietmar Persian auf Anfrage unserer Redaktion. Von Stephan Büllesbach

Deswegen gab's jetzt auch kein neues Dienstfahrzeug für die Schloss-Stadt. Die Ordnungsämter der übrigen oberbergischen Kommunen sind hingegen bei ihren Außendiensteinsätzen in einheitlichen Fahrzeugen in polizeiähnlicher Optik unterwegs. Im Rahmen der Ordnungspartnerschaft Sicherheit übergab der Landrat zwölf neue Dienstwagen an die Bürgermeister der teilnehmenden Kommunen. "Dies ist ein weiterer Baustein, um die Präsenz der Ordnungskräfte in der Fläche wahrnehmbar zu steigern", betonte Hagt, der auf eine gute Zusammenarbeit von Kreis, Städten und Gemeinden sowie der Kreispolizeibehörde setzt. "Mit der Ordnungspartnerschaft möchten wir deshalb gemeinsam die objektive Sicherheit und das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung stärken", erläuterte er den präventiven Ansatz.

Im Frühjahr 2017 vereinbarten die Kooperationspartner einen umfassenden Maßnahmenkatalog, dem im Sommer auch der Kreistag einstimmig zustimmte. Neben den einheitlichen Dienstfahrzeugen stellt der Oberbergische Kreis den Kommunen für ihre Außendiensteinsätze ebenfalls eine einheitliche Dienstkleidung zur Verfügung. "Die Kommunen haben sich im Gegenzug zur Ausweitung ihrer Außendiensttätigkeit verpflichtet", berichtet Philipp Ising von der Pressestelle des Kreises. So sind gemeinsame Schwerpunkteinsätze von Polizei und Ordnungsämtern, etwa an Karneval oder bei Stadtfesten, vorgesehen. Darüber hinaus sollen der Informationsaustausch verbessert und die örtlichen Gefahrenabwehrverordnungen aufeinander abgestimmt werden.

Die Kommunen, die an der Ordnungspartnerschaft Sicherheit beteiligt sind, müssen neue Mitarbeiter einstellen. Diese Stellenaufstockungen fördert der Kreis durch einen Personalkostenzuschuss. Ising: "Dieser wurde gut angenommen - alle beteiligten Kommunen beschäftigen ab Januar 2018 zusätzliche Mitarbeitende." Für sie organisiert der Kreis zudem eine umfassende Schulung. "Das dreimonatige Modul wird nach intensiver Vorbereitung Mitte Januar starten", berichtet Kreisdirektor Klaus Grootens, Ordnungsdezernent des Oberbergischen Kreises. "Das ist ein einzigartiges Angebot, mit dem neue Kolleginnen und Kollegen zielgerichtet auf ihren Einsatz auf der Straße vorbereitet werden."

Die Stadt Hückeswagen hat zwar ihre "Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Hückeswagen" an die der übrigen oberbergischen Kommunen angepasst und damit auch das Spucken auf öffentlichen Flächen verboten und die Anleinpflicht etwa auf dem Radweg und einem Teilstück der Wupper-Vorsperre eingeführt. Das ist es dann aber auch mit den Gemeinsamkeiten. "Wir werden an unserem Modell mit den nebenamtlichen Kräften festhalten", stellte Bürgermeister Dietmar Persian auf Anfrage unserer Redaktion klar.

In der Schloss-Stadt gehen etwa Feuerwehrleute in ihrer Freizeit auf Streife, vornehmlich in der Altstadt und den Wupperauen. Hätte sich die Stadt an der Ordnungspartnerschaft beteiligt, wie die übrigen zwölf Kommunen, hätte auch sie etwa hauptamtliche Kräfte einstellen müssen. Doch dagegen hatte die Ratsmehrheit etwas - aus Kostengründen.

"Jetzt gibt es für uns auch kein Auto", betonte Persian, der diesen Dienstwagen aber auch als "nicht notwendig" erachtet. "Wir haben es lieber, wenn die Streifen zu Fuß unterwegs sind." Im Gespräch mit dem Landrat und Kreiskämmerer habe er dennoch deutlich gemacht, dass die Schloss-Stadt mit dem Kreis und den übrigen Kommunen in Sachen Sicherheit zusammenarbeiten werde.

Quelle: RP
 
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