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Hückeswagen
Nur noch Mini-Neubaugebiet in Wiehagen

Hückeswagen: Nur noch Mini-Neubaugebiet in Wiehagen
Im Vordergrund der Container-Bau des ehemaligen Kindergartens, darunter das ehemalige Stadtarchiv, das jetzt als Flüchtlingsunterkunft dient. Beide Gebäude sollen abgerissen werden, damit im "Wohngebiet Altes Archiv" drei Mehrfamilienhäuser mit bis zu 18 Mietwohnungen errichtet werden können. FOTO: Stephan Büllesbach (Archiv)
Hückeswagen. Der Bolzplatz in Wiehagen wird nicht bebaut - aber das angrenzende städtische Grundstück, auf dem früher das Stadtarchiv untergebracht war. Das entschied der Planungsausschuss. Insgesamt wurden die Baupläne massiv abgespeckt. Von Brigitte Neuschäfer

Die Anwohner im unteren Bereich von Wiehagen müssten zufrieden sein: Ihre andauernden Proteste gegen eine aus ihrer Sicht zu dichte Bebauung im Bereich zwischen der August-Lütgenau-Straße, dem Tulpenweg und der Ewald-Gnau-Straße haben Erfolg gehabt. Im Planungsausschuss einigten sich die Politiker aller Fraktionen in dieser Woche auf die jüngste Planvariante, die die SPD angeregt hatte. Es ist die Variante, die gegenüber den ersten Überlegungen für ein neues Wohngebiet am stärksten abgespeckt wurde.

Vor allem wird mit ihr ein Ziel der Anwohner erreicht: Auf dem Bolzplatz wird im Gegensatz zu den ersten Plänen nicht gebaut. Er bleibt als eine von wenigen großen Freiflächen in Wiehagen für die Öffentlichkeit erhalten. Als Baugrundstück soll nun das deutlich kleinere Gelände genutzt werden, das an den Bolzplatz angrenzt und auf dem früher das Stadtarchiv untergebracht war. Nach dem Umzug des Archivs in die Nachbarstadt Wipperfürth wird der Container-Bau momentan als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Für die Neubauten wird der Container jedoch abgebaut.

Auf dem dadurch frei werdenden Grundstück sollen nun drei Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Geplant sind darin 15 bis 18 Mietwohnungen. In den ersten Planvarianten für den Bolzplatz war die Stadt noch von deutlich mehr Gebäuden mit insgesamt bis zu 54 Wohnungen ausgegangen. Das war nicht konsensfähig. Anwohner der Ewald-Gnau-Straße und des Tulpenwegs hatten danach auch die zweite Variante abgelehnt, in der es nur noch um maximal 25 neue Mietwohnungen auf Teilen des Bolzplatzes ging. Daraufhin schwenkte auch die Politik um - und in der Folge die Stadtverwaltung: "Die neueste Variante, nach der nun nur noch das Grundstück des alten Stadtarchivs bebaut wird, ist jetzt auch unser Favorit", sagte Bauamtsleiter Andreas Schröder im Ausschuss.

Die Stadt bzw. die stadteigene Entwicklungsgesellschaft HEG werden nicht selbst als Bauherren tätig. Gesucht wird vielmehr ein Investor, der baut und die neuen Wohnungen vermietet. Erste Gespräche waren schon bei den anfänglichen Planungen mit der Genossenschaft für Bau- und Siedlungswesen (GBS) geführt worden, also mit dem größten Wohnungseigentümer in Wiehagen. Ob die GBS auch an dem deutlich kleineren Bauprojekt Interesse hat, bleibt abzuwarten. Bürgermeister Dietmar Persian äußerte sich im Ausschuss nicht dazu, ob diesbezüglich schon Vorverhandlungen gelaufen sind.

Zu klären sein wird im weiteren Verfahren auch, ob und wo im Plangebiet weitere Parkplätze ausgewiesen werden. Die Verwaltung sieht Möglichkeiten auf einem kleineren Teil des Bolzplatzes. Denkbar wäre aber auch eine Überlegung, die Winfried Boldt von der SPD jetzt in die Diskussion einbrachte: Verbreiterung der Ewald-Gnau-Straße um einen Parkstreifen an der Fahrbahnseite zum neuen kleinen Baugebiet hin. Dazu sagte Schröder: "Über die Parkplätze reden wir später. Die beste Lösung dafür kenne ich heute auch noch nicht."

Einstimmig beschloss der Ausschuss, die neue Variante als Grundlage für weitere Planungen zu bewilligen. Bestandteil des Beschlusses ist, dass die Fläche des Bolzplatzes nicht mit Wohnhäusern bebaut werden darf. Nächster Schritt auf dem Weg zum "Wohngebiet Altes Archiv" ist nun ein offizieller Beschluss des Stadtrats zur Aufstellung des Bebauungsplans. Damit dürfte noch vor den Sommerferien zu rechnen sein; die nächste Ratssitzung ist am Donnerstag, 29. Juni.

Quelle: RP
 
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