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Hückeswagen
Ökumene mit Street-Art und Bibeltexten

Hückeswagen. Zum ökumenischen Kreuzweg der Jugend kamen an die 60 Gläubige in Radevormwald zusammen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ein ungewöhnlicher Anblick war es schon: Eine Gruppe von 60 Menschen folgte einem jungen Mann, der hocherhoben ein großes Kreuz trug. Die Gruppe ging einen besonderen Weg: "Wir wollen an den Leidensweg Jesu Christi erinnern. Wir wollen uns in der Öffentlichkeit präsentieren und zeigen, wie lebendig die Ökumene in Radevormwald und Hückeswagen ist. Dabei hat uns der Weg von Kirche zu Kirche natürlich geholfen", sagte Pfarrer Philipp Müller von der Lutherischen Stadtkirchengemeinde.

Los ging es in der Lutherischen Kirche an der Burgstraße, der weitere Weg führte die Gläubigen über die Reformierte Kirche am Markt, die katholische Kirche St. Marien an der Bischof-Bornewasser-Straße schließlich zur Martini-Gemeinde an der Uelfestraße. Im dortigen Gemeindehaus hatten Gemeindemitglieder einen kleinen Imbiss organisiert, bei dem sich die Teilnehmer des Kreuzwegs noch über ihre Gedanken und Gefühle nach den Stationen austauschen konnten.

Ein Angebot, das gerne und ausgiebig genutzt wurde, sagte Müller. "Manchmal kommt ja eine Erinnerung hoch, darüber zu reden ist dann für viele Menschen eine Erleichterung." Der ökumenische Kreuzweg der Jugend finde immer am Freitag vor der Karwoche statt und sei jedes Jahr gut besucht, sagte Pfarrer Müller, der selbst zum dritten Mal dabei war. "Bei dieser Variante des Kreuzwegs, der ja eigentlich in seiner Andachtsform eine katholische Sache ist, gibt es sieben Stationen, die vorgegeben sind. Daran orientieren sich die Teams, die die jeweiligen Stationen vorbereitet haben." Die Treffen starteten im Januar, die Materialien und Ideen gab es im Internet zu finden, berichtete Müller weiter.

Neben den Bibeltexten hatten die Gläubigen in den vier Rader Kirchen Zeit und Gelegenheit nachzudenken. Dabei halfen mit einem Beamer auf eine Leinwand geworfene Bilder: "Es gibt in jedem Jahr eine Bilderreihe zu den Themen der Stationen." In diesem Jahr wurden Bilder in der Stencil-Art-Variante gezeigt. Diese erinnerten ein wenig an die Street-Art-Bilder von Künstlern wie Banksy. So zeigte sich ein weiteres Mal das gute Miteinander der Konfessionen. "Die Ökumene lebt, das zeigt der ökumenische Kreuzweg." Alle Gemeinden im Stadtgebiet beteiligten sich daran, und man habe es so geschafft, die Stationen des Kreuzwegs im Stadtbild lebendig werden zu lassen. "Es ist ja ein richtiger Kreuz-Weg, den wir da gegangen sind", sagte Müller.

Bei der Gestaltung der Stationen waren die Organisatoren kreativ. So bekamen die Gläubigen bei der fünften Station - "Jesus wird seiner Kleider beraubt" in der katholischen Kirche Stift und Papier, um fünf Sachen zu notieren.

"Fünf Likes und Dislikes wie bei Facebook. Um deutlich zu machen, was man dem Nächsten Gutes tun will und was man ihm nicht wünscht", sagte Müller.

Quelle: RP
 
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