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Hückeswagen
Ordnungsdienst soll mehr Präsenz zeigen

Hückeswagen: Ordnungsdienst soll mehr Präsenz zeigen
Ein Ziel des Landrats ist es, sämtliche Ordnungskräfte in den 13 oberbergischen Kommunen mit einheitlicher Kleidung auszustatten. In Hückeswagen ist das bereits der Fall. FOTO: Berns (Archiv)
Hückeswagen. Landrat Jochen Hagt möchte auch Hückeswagen über eine Ordnungspartnerschaft mehr einbinden, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern. Das bedeutet: Ordnungskräfte sollen häufiger im Stadtgebiet unterwegs sein. Von Stephan Büllesbach und Wolfgang Scholl

Obwohl Oberberg im Land zu den drei sichersten Kreisen gehört, hat das subjektive Sicherheitsgefühl zahlreicher Menschen wieder abgenommen. In Radevormwald zum Beispiel gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Einbrüche in Kindergärten. In Waldbröl starben im vorigen Jahr zwei Menschen bei körperlichen Auseinandersetzungen. Und in Lindlar eskalierte eine normale Polizeikontrolle, als ein Mob die Polizisten bedrohte.

Mit einem neuen Plan möchte Landrat Jochen Hagt nun mehr Präsenz von Ordnungskräften erzeugen. Heißt konkret: Er will die Ordnungsämter der 13 Städte einbinden. Die Zahl der Beamten der oberbergischen Polizei sei zwar konstant geblieben, die Aufgaben seien aber viel umfangreicher geworden. Ziel des Landrats ist es: In allen Kommunen sollen Mitarbeiter mit einheitlicher Kleidung sowie Autos ausgestattet werden, die Polizeifwagen ähnlich sehen, aber kein Blaulicht, sondern die Aufschrift "Ordnungsamt" haben. Sie sollen zudem mehr als heute schon regelmäßig auf Streife gehen, Kontrollaufgaben übernehmen und Ansprechpartner der Bürger sein.

Zudem sollen die 13 oberbergischen Kommunen ihre Hauptsatzungen anpassen, so dass sie einheitlich wird. "Polizisten müssen dann nicht überlegen, wie die Satzung in der Kommune ist, in der sie sich gerade aufhalten", erläutert Bürgermeister Dietmar Persian. In der Satzung soll laut Kreis-Sprecher Philipp Ising einheitlich festgelegt werden, wie die Verantwortung zwischen Polizei und Ordnungsamt verteilt wird. Auch eine bessere Vernetzung ist vorgesehen. Ising: "Es soll erreicht werden, dass sich Polizei und städtische Mitarbeiter besser absprechen können."

Als Beispiel für eine Zusammenarbeit als Teil einer Ordnungspartnerschaft sieht Ising die Schloss-Stadt. Hier unterstützen freiwillige Feuerwehrleute das Ordnungsamt bei den Streifen des Ordnungsdienstes (s. Info-Kasten). Darüber soll ebenfalls gesprochen werden. "Auch finanzschwache Kommunen sollen sich das leisten können", sagt Ising. Bis zu einem nächsten Gespräch im Sommer sollen die Kommunen eine Bestandsaufnahme vornehmen und ihren Bedarf an möglichen Kontrollen zusammenfassen.

Bei einem Gespräch der oberbergischen Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter in dieser Woche beim Landrat, an dem aus Hückeswagen Dietmar Persian und Michael Kirch teilnahmen, war festgestellt worden, "dass es objektiv in bestimmten Bereichen Probleme gibt". Persian verweist im Gespräch mit unserer Redaktion auf den Anstieg von Straßenkriminalität und Vandalismus. "Hückeswagen ist dabei nicht herausragend", stellte der Bürgermeister klar. Doch auch in der Schloss-Stadt würden beispielsweise immer wieder öffentliche Gebäude beschmiert und werde Müll widerrechtlich entsorgt. Auch schlage manchmal der eine oder andere über die Strenge.

"Es geht aber auch um das subjektive Sicherheitsgefühl", betont Persian. "Wir Bürgermeister und der Landrat sind der Auffassung, dass das ein wichtiges Thema in Oberberg ist und sich die Menschen hier sicher fühlen sollen." Daher sei vereinbart worden zu überlegen, wie in den Städten mehr Präsenz auf den Straßen geschaffen werden könne.

Für Hückeswagen wird sich vorerst nicht viel ändern. "Wir haben gute Erfahrung mit unserem Ordnungsdienst gemacht", sagt Persian. Diesen gibt es schon lange. Er hat sich etwa bewährt, als es vor einigen Jahren Probleme mit dem teils exzessiven Konsumieren von Alkohol in der Innenstadt ging.

Dabei waren die Kosten für den Ordnungsdienst im Zuge des Haushaltssicherungskonzepts im vorigen Jahr um die Hälfte (5000 Euro) gekürzt worden. "Wenn es nötig sein sollte, werden wir auch wieder mehr Geld ausgeben", unterstreicht der Bürgermeister. Allerdings solle man die Kirche im Dorf lassen, gebe es doch nicht in allen Kommunen solche Probleme wie etwa in Waldbröl. Dazu zählt auch Hückeswagen.

Quelle: RP
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