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Hückeswagen
Parkgebühren: Einzelhändler sehen Schwarz

Hückeswagen: Parkgebühren: Einzelhändler sehen Schwarz
Auf schwarzen Plakaten machen die Händler in der Innenstadt ihrem Ärger Luft. Sie befürchten, dass die Einführung von Parkgebühren ihre Existenzen bedrohen könnten, weil dann mit weniger Kunden - etwa aus den Nachbarstädten - gerechnet werden müsse. FOTO: Nico Hertgen
Hückeswagen. Mit schwarzen Plakaten in den Schaufenstern demonstriert die Werbegemeinschaft gegen die geplante Einführung von Parkgebühren im Zentrum. Morgen, Dienstag, wird der Rat darüber abstimmen. Von Heike Karsten

Plakate mit der Aufschrift "Wir sehen Schwarz" hängen seit Freitag in den Schaufenstern der Einzelhändler. 60 Stück hat die Werbegemeinschaft drucken lassen, um damit ein deutliches Zeichen gegen die geplanten Parkgebühren in der Innenstadt zu setzen. Ohne kostenfreie Parkplätze befürchten die Händler deutliche Umsatzeinbußen, wovon letztendlich ihre Existenz abhängt. "Parkgebühren = Licht aus. Keine Auswahl, keine Schaufenster, keine Beratung, kein Einzelhandel", lautet der kurze, aber prägnante Plakattext auf schwarzem Grund.

Grundlage des Protests ist der Haushaltsentwurf von Bürgermeister Dietmar Persian, der morgen, Dienstag, im Rat wohl eine Mehrheit finden wird. Im Haushaltssicherungskonzept (HSK) eingearbeitet sind 120 000 Euro an Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung im Zentrum.

"Das ist unser letzter Versuch, um unsere Angst und Sorge zu zeigen", sagt Ute Seemann, Sprecherin der Werbegemeinschaft. Das Gespräch mit den Rasparteien haben die Einzelhändler bereits gesucht. Dabei hätten SPD, UWG und Grüne die Problematik erkannt und sich gegen eine Parkraumbewirtschaftung ausgesprochen. Dass sich die CDU nun für Parkgebühren ausgesprochen hat, überrascht die Geschäftsfrau. Im Kampf gegen den Einzelhandelsstandort "West 3" in Wiehagen vor Jahren habe die CDU noch auf einer Seite mit dem Handel gekämpft.

"Das kostenlose Parken war immer das große Plus von Hückeswagen", meint auch Geschäftsinhaberin Heike Albus. Die Geschäfte rund um den Etapler Platz seien durch die Großbaustelle und die dadurch eingeschränkten Parkmöglichkeiten bereits gebeutelt. Und auch das geplante Designer Outlet Center (DOC) in Lennep liegt den Hückeswagener Händlern schwer im Magen. Viele Kunden scheinen dabei auf der Seite der Händler zu sein: Auf den in den Geschäften ausliegenden Listen gegen die Parkgebühren wurden in gut zwei Wochen mehr als 1200 Unterschriften gesammelt. Diese Listen wollen die Händler noch vor der Ratssitzung an die Stadtverwaltung übergeben.

Den errechneten Gewinn aus den Parkgebühren hält Ute Seemann für zu hoch angesetzt. Wenn Kunden durch das kostenpflichtige Parken abgeschreckt werden, ginge die Rechnung nicht auf. So könnten viele Autofahrer auf den Aldi-Markt in Kobeshofen ausweichen, wenn das Parken auf dem Aldi-Parkplatz an der Alten Ladestraße ab Mitte 2016 kostenpflichtig werde. Ebenso befürchtet die Werbegemeinschaft das Wegbleiben der Kunden aus den Nachbarstädten.

Alternativ rät sie zu einer Verkürzung der Parkzeit auf eine Stunde und regelmäßige Kontrollen, um Geld in die Stadtkasse zu bekommen. Die Anschaffung neuer Parkautomaten wäre somit überflüssig.

Quelle: RP
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