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Hückeswagen
Parkgebühren sind nicht willkommen

Hückeswagen: Parkgebühren sind nicht willkommen
Noch reicht es auf den Parkplätzen in der Innenstadt, wie im Goethetal (Foto), aus, die Parkscheibe auszulegen. Doch ab nächstem Jahr könnten pro Stunde 60 Cent fällig werden. FOTO: Büba
Hückeswagen. Für 2016 steht die Einführung von Parkgebühren in der Innenstadt im Raum. Einige befragte Hückeswagener sind nicht gerade begeistert. Die Einzelhändler fühlen sich sogar von der Stadtverwaltung und der Politik ignoriert. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ob die Parkgebühren im Zusammenhang mit der Einführung des Haushaltssicherungskonzepts nun wirklich kommen, steht noch in den Sternen. In anderen Städten ist es bereits seit Jahren gang und gäbe, dass man sein Auto nur mit einem Parkschein abstellen darf. Die Stadtverwaltung von Wipperfürth plant sogar, die Parkgebühren von 60 Cent pro Stunde auf einen Euro zu erhöhen. Allerdings sind die Parkgebühren auch ein Thema, dass die Gemüter in der Schloss-Stadt bewegt.

Ute Seemann vom Kinderbekleidungsgeschäft "Bubble's" am Etapler Platz und Sprecherin der Werbegemeinschaft ist in erster Linie sauer auf die Verwaltung: "Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass unsere Argumente nicht gegriffen haben." Etwa das Beispiel aus Solingen: Da sei ein städtischer Parkplatz, eigentlich sehr gut besucht, nach der Einführung von Parkgebühren plötzlich wie leer gefegt gewesen.

Auch die Tatsache, dass man sich nicht angehört fühlt, sorgt für Unmut unter den Händlern: "Wir hatten rund 1500 Unterschriften gegen Parkgebühren gesammelt, das spielt offensichtlich keine Rolle", sagt Ute Seemann. Es kocht bei den Einzelhändlern: "Wir sind wütend und fühlen uns unverstanden." Eigentlich sei es nicht zu fassen: "Wir versuchen mit Aktionen die Menschen nach Hückeswagen zu ziehen - und aus der Politik kommen dann solche Signale", verweist die Kindermodehändlerin etwa auf die Weihnachtsverlosung oder die morgige "Mittsommernacht".

Ulrike Fredericq glaubt, dass die Kaufkraft in Folge von Parkgebühren sinken wird. "Ich denke, dass viele Leute dann in andere Städte fahren werden, die eben auch ein breiteres Angebot an Geschäften haben", sagt die Hückeswagenerin. Die Mutter von vier Kindern, die auf einen Rollator angewiesen ist, sieht zudem einen Mangel an passenden Parkplätzen in der Schloss-Stadt: "Gerade viele Rentner können in Hückeswagen nur schlecht parken, weil die Parkplätze einfach zu schmal angelegt sind. Wenn man dann noch einen Rollator im Auto hat, den man ausladen muss, wird's noch problematischer."

Gabriele Brunsbach sieht das ähnlich: "Gerade dann, wenn man nur eine Kleinigkeit erledigen, etwa zur Bank gehen oder Briefumschläge bei der Post kaufen will, würde die Einführung der Parkgebühren alles viel komplizierter machen." Wenn die Parkgebühren aber kommen müssten, denn der finanzielle Notstand der Stadt sei einfach nicht wegzudiskutieren, sollte die Stadt praxisorientiert denken. Die dreifache Mutter plädiert deswegen für eine Art "Brötchen-Ticket": "Eine Viertelstunde gratis Parken wäre ideal." Wie in Wipperfürth.

Anke und Frank Kohlgruber sind zu Gast in Hückeswagen. Das Paar kommt eigentlich aus Gießen in Hessen, verbringt aber derzeit zwei Wochen Urlaub im Bergischen Land. Das Rentnerehepaar findet es gut, dass es keine Parkgebühren zu bezahlen hat, wenn es in den Supermarkt gehen oder sich die Altstadt ansehen will. "Ich verstehe aber auch, dass eine Stadt in einer so angespannten Finanzsituation Mittel und Wege ergreifen muss, um den Haushalt in Ordnung zu bekommen", sagt Frank Kohlgruber. Seine Frau ergänzt kritisch: "Die Parkplätze hier könnten allerdings schon etwas breiter sein."

Oskar Friese dagegen ist zwiegespalten: "Ich glaube nicht, dass die Kaufkraft schwinden wird. Aber es ist eben schon angenehmer, wenn man nichts fürs Parken bezahlen muss." Andererseits gebe es ja auch kaum noch Städte, in denen kostenfrei geparkt werden könne. "Ich werde jedenfalls nicht von der Innenstadt wegbleiben, wenn es demnächst Parkgebühren gibt", versichert der Rentner.

Quelle: RP
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