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Hückeswagen
Pflitsch feiert Richtfest von Hightech-Teilelager

Hückeswagen. Nach 14 Monaten Bauzeit ist das Automatische Kleinteilelager (AKL) der Firma Pflitsch so weit, dass in der nächsten Woche die Technik eingebaut werden kann. Beim Richtfest gab es gestern viele staunende Gesichter. Von Stephan Büllesbach

Es ist so breit wie eine Computertastatur und nur halb so schmal, dennoch hätte dieses Metallrohr beinahe für eine Evakuierung gesorgt. Am Ende war es immerhin für eine zweiwöchige Bauverzögerung verantwortlich. Auf der Suche nach möglichen Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg stießen die Arbeiter bei Bohrloch 618 auf einen Widerstand. Die Folge war der Einsatz des Kampfmittelräumdienstes, wie Betriebsleiter Volker Jung beim Richtfest vor einem Großteil der 260 Mitarbeiter und den geladenen Gästen berichtete. Letztlich stellte sich der "Blindgänger" als harmloses Metallstück heraus.

Jung war es auch, der das Projekt bereits vor zehn Jahren angestoßen hatte, wegen der Wirtschaftskrise musste der Bau des Automatischen Kleinteilelagers jedoch verschoben werden. Im Sommer 2015 wurde der Beschluss zum Bau schließlich gefasst, Anfang Mai 2016 folgte der erste Spatenstich. Jetzt ist das 50 Meter lange, 14 Meter breite und 15 Meter hohe Lager mit 700 Quadratmetern Lagerfläche das logistische Herz des Traditionsunternehmens.

"Ab Montag wird hier die Technik eingebaut", berichtete der geschäftsführenden Gesellschafter Roland Lenzing. "Danach wird für viele Jahrzehnte kein Mensch mehr in der Halle sein." Denn die wird mit einem automatisierten Regalsystem ausgestattet, in dem auf 30.000 Stellplätzen tausende Systemteile von unterschiedlichen Kabelverschraubungen der Firma Pflitsch gelagert werden. Im AKL gibt es ein Regalbediengerät für jede Gasse, Ladehilfsmittel für die Kleinteile, eine Fördertechnik und eine spezielle Steuerungssoftware, die Lagerung und Anlieferung intelligenter gestalten. Dafür braucht es keine Mitarbeiter.

Das Hightech-Lager ist nicht nur die größte Investition der Firmengeschichte, die 1919 begann (eine Summe nannte die Unternehmensspitze nicht), es ist auch ein wichtiger Schritt zur Zukunfts- und Standortsicherung von Pflitsch. Denn immer mehr der weltweit rund 6500 Kunden verlangen eine Lieferung "just in time" - dabei wird das Material erst dann und umgehend an den Kunden geliefert, wenn er es benötigt. Im gleichen Gebäude, allerdings in einem Seitentrakt, in dem auch dringend benötigte Büros neu gebaut wurden, befindet sich die Montagezone. Dort werden die Kabelverschraubungen kundenspezifisch von Mitarbeitern kommissioniert, ehe sie in den Versand gehen.

Zum Abschluss des offiziellen Teils des Richtfestes pflanzten die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Roland Lenzing und Mathias Stendtke nahe des AKL-Eingangs einen Amberbaum - ein Geschenk des Remscheider Architekten des Neubaus, Heinz Thelen. Lenzing bezeichnete die Pflanze als "starkes Symbol für Wachstum". Aber auch dafür, dass das Unternehmen fest in Hückeswagen verwurzelt ist, berichtete Stendtke. Der hatte den Mitarbeitern zuvor mitgeteilt, dass die Geschäftsleitungen ihnen zum Dank für das große Engagement im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr den Rosenmontag 2018 frei geben wird.

Bürgermeister Dietmar Persian freute sich über das Bekenntnis zum Standort: Das neue Automatische Kleinteilelager sei nicht nur ein wichtiger Schritt zur weiteren Entwicklung von Pflitsch, sondern stärke auch den Standort Hückeswagen, unterstrich er.

Quelle: RP
 
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