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Hückeswagen
Pflitsch setzt auf Standort Hückeswagen

Hückeswagen: Pflitsch setzt auf Standort Hückeswagen
Nur wenig Platz hat Pflitsch noch auf seinem Firmengelände zwischen Mühlenweg und Vorsperre. Die Gebäude an der Rader Straße (l.) hat sie inzwischen erworben und abreißen lassen, um am angestammten Standort expandieren zu können. FOTO: Pflitsch
Hückeswagen. Das Familienunternehmen will weiterhin expandieren - auch wenn's auf dem Gelände an der Vorsperre eng wird. In zehn bis 15 Jahren soll der Betrieb außerhalb des Traditionsstandorts vergrößert werden. Auf jeden Fall in Hückeswagen. Von Stephan Büllesbach

Das Krisenjahr 2009 war hart für Pflitsch. Hatte das Unternehmen vom Mühlenweg doch nicht nur einen heftigen Umsatzeinbruch zu bewältigen und war unter die 30-Millionen-Euro-Marke gerutscht. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise machten sich auch bei der Mitarbeiterzahl bemerkbar - nachdem zunächst die Leiharbeiter nicht weiter beschäftigt worden waren, erhielten im Februar des Jahres 18 fest angestellte Mitarbeiter ihre Kündigungen.

Das ist längst Schnee von gestern. Der Kabelverschraubungs-Spezialist hat seine Talfahrt beendet und setzt weiter auf Innovation und Expansion. Zwar wurde der Rekordumsatz vom vorigen Geschäftsjahr, das immer vom 1. Juli bis 30. Juni des darauffolgenden Jahres läuft, in 2014/15 mit etwa 40 Millionen Euro nicht ganz erreicht. Die Mitarbeiterzahl befindet sich aber auf einem Rekordhoch, wie die Unternehmensspitze gestern im Pressegespräch nach der Betriebsversammlung von Freitag mitteilte. Derzeit sind bei Pflitsch 247 Männer und Frauen beschäftigt - 232 Festangestellte, zwölf Auszubildende und drei Aushilfen. "Im Geschäftsjahr 2015/16 ist die Anstellung weiterer Mitarbeiter zur Erreichung der Wachstumsziele geplant", sagte Geschäftsführer Harald Pflitsch auf der Betriebsversammlung.

Roland Lenzing, Prokurist und Leiter Unternehmensstrategie, war es gestern wichtig, klarzustellen, dass die Firma trotz eines etwas geringeren Umsatzes nicht stagniere. So sei für einige Produkte der Markt noch nicht da gewesen. Er zeigte sich aber ebenso wie Gesellschafter und Prokurist Mathias Stendtke zuversichtlich, dass sich das im gerade begonnenen neuen Geschäftsjahr ändern werde. Große Hoffnungen setzt die Unternehmensspitze auf die Hannover-Messe im April, wo etwa alternative Größen für Verschraubungslösungen vorgestellt werden. Auch neue Systemlösungen sowie die Kabelverschraubungen für die Lebensmittelindustrie, die die Bildung von Bakterien verhindern sollen, sollen dem Hückeswagener Traditionsunternehmen einen weiteren Umsatz bescheren.

Doch nicht nur bei diesem will Pflitsch in neue Dimensionen vorstoßen, auch bei den Investitionen am Standort Hückeswagen. "Wir wollen nur hier am Standort produzieren", versicherte Lenzing. Auch die Mitarbeiterzahl soll weiter steigen - "wir haben da keine Grenzen".

Um die Produktivität weiter zu steigern, wurde der Maschinenpark um eine Spritzgussmaschine, eine Drehmaschine und spezielle Werkzeuge erweitert. Für Herbst ist der Spatenstich für eine zusätzliche Lagerfläche geplant, deren Realisation jedoch zahlreiche Umzüge innerhalb des Firmengeländes nach sich ziehen wird. Darüber hinaus sollen drei Gebäude aus den 1970er Jahren noch in diesem Jahr abgerissen werden, und im Gewerbegebiet Bergisch Born wurde mit der Anmietung einer Lagerhalle 1100 Quadratmeter zusätzliche Lagerkapazität geschaffen. "Leider haben wir keine andere Lösung in Hückeswagen gefunden", sagte Lenzing. Denn die Stadt habe derzeit keine passende Fläche.

Pflitsch benötigt ein Grundstück von etwa 20 000 Quadratmetern, um eine Produktionsart auszulagern. Ein solches wäre im Gewerbegebiet West 2 zwar zu haben, nachdem die Firma Klingelnberg dort etwa das Doppelte an die Stadt zurückgegeben hat. Aber noch käme ein solcher Schritt für Pflitsch zu früh. "Irgendwann aber müssen wir raus", sagte Lenzing und gab als Zeitraum zehn bis 15 Jahre vor. So lange könne noch am angestammten Standort produziert werden. Hier soll das Unternehmen die nächsten Jahre weiter wachsen.

Allerdings sei es schon jetzt an jeder Stelle zu eng: "Im Verwaltungsgebäude können wir keine zusätzlichen Schreibtische mehr stellen", machte Lenzing deutlich.

Quelle: RP
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