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Ansichtssache
Politik muss über die Zukunft des Heimatmuseums entscheiden

Hückeswagen. Während es der Stadtbücherei wieder richtig gut geht, steht die Zukunft des Heimatmuseums noch in den Sternen. Wenn der Ratssaal ins Erdgeschoss verlegt wird, muss das Museum schließen. Und ob es einen Bürgerentscheid zum Neubau einer Grundschule im Brunsbachtal gibt, entscheidet sich Donnerstag.

Den "Knaller" in den Unterlagen für die Sitzung des Bauausschusses am kommenden Donnerstag fand nur derjenige, der sich die Tagesordnung sehr genau durchgelesen hat. Denn fast schon beiläufig ist da unter TOP 10 davon die Rede, dass das Heimatmuseum geschlossen wird, wenn der Ratssaal in die Räume des Museums zieht. Das wäre dann die vierte Alternative, um einen zweiten Rettungsweg für den Ratssaal zu bekommen. Und ein Vorschlag, der viel Zündstoff bietet, und für den die Diskussion noch ganz am Anfang steht. Diesen Schritt sollten sich die Politiker sehr genau überlegen. Hier geht es nicht nur ums Museum, sondern auch um einen bedeutenden Veranstaltungsort für die Schloss-Stadt. Allen voran sind da sicher die Schlosskonzerte zu nennen, aber auch die zahlreichen Vorträge des Bergischen Geschichtsvereins.

Mit dem Heimatmuseum würde ein Herzstück des kulturellen Lebens zumindest aus dem Schloss verschwinden. Schwer vorstellbar, dass es an anderer Stelle in der Stadt ein ähnlich passendes Ambiente geben könnte.

Eine andere kulturelle Einrichtung ist dagegen auf einem guten Weg. Die Stadtbücherei - lange Zeit stand sie aus Kostengründen kurz vor der Schließung - erfreut sich großer Resonanz bei den Hückeswagenern, die auf ihre Bibliothek einfach nicht verzichten wollen. Wie wichtig und erfolgreich ehrenamtliches Engagement sein kann, beweisen viele fleißige Helfer, die die Einrichtung erhalten wollen. Das ist vorbildlicher Einsatz für das Allgemeinwohl und ganz sicher auch kulturell bereichernd. Richtig so, dass Bürgermeister Dietmar Persian ein herzliches Dankeschön aussprach. Gespannt darf man nun auf die Ergebnisse der Kölner Studenten sein, die die Bücherei aus wissenschaftlicher Sicht unter die Lupe nehmen und bis Mitte des Jahres mögliche Zukunftszenarien - auch in Kooperation mit der Stadtbücherei in Wipperfürth - erarbeiten.

Einen ersten Erfolg verzeichnete in dieser Woche auch die Bürgerinitiative "Vernunft macht Schule", die mit exakt 1810 gültigen Unterschriften die notwendige Anzahl für ein Bürgerbegehren um mehr als 55 Prozent übertraf. Ein deutliches Signal an die Politik, die sich gegen einen Neubau der Löwengrundschule im Brunsbachtal entschieden hatte. Nächste Hürde: Am kommenden Donnerstag, 15. Februar, soll der Stadtrat die formale Richtigkeit und Zulässigkeit des Bürgerbegehrens feststellen. Die Politiker müssen also bestimmen, ob sie bei ihrer Entscheidung bleiben oder den Forderungen der Bürgerinitiative nachgeben. Sicher keine leichte Gewissensentscheidung, schließlich geht es hier auch um knapp 2000 Eltern, deren Meinung sicher auch etwas zählen sollte. Die Spannung wächst bis zum nächsten Donnerstag.

Na, Narrenkappe, rote Nase und das passende Kostüm schon bereitgelegt? An diesem närrischen Wochenende ist ja jede Menge los im Bergischen Land. Der Karneval erreicht seinen Höhepunkt. Und am kommenden Montag ist es dann auch wieder in der Schloss-Stadt so weit: Der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Kinderkarnevalszug "Rä-Te-Ma-Teng" setzt sich wie gewohnt um 14.11 Uhr in Bewegung. Und viele hundert Jecken werden den kleinen, aber feinen Zug am Straßenrand wieder begeistert begrüßen. Ein Muss für jeden Hückeswagener - und für viele Gäste aus den umliegenden Städten.

Einen Grund zum Feiern hat am heutigen Samstag auch eines der bekanntsten Hückeswagener Gesichter: Peter Biesenberg wird 70. Und der ist nun mal kein Geringerer als der Landesjustizminister. Und welche Kleinstadt kann schon behaupten, einen solch wichtigen Posten mit einem eigenen Mann besetzt zu haben? Also herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die nächsten Lebensjahre!

Quelle: RP
 
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