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Hückeswagen
Politik will eigenständige Hauptschule vor Ort

Hückeswagen. Noch eine "Klatsche" für den Bürgermeister im Schulausschuss: Die große politische Mehrheit aus CDU, SPD, FDP und UWG lehnt alle von Dietmar Persian und seiner Verwaltung gewünschten Überlegungen zu einer Zusammenlegung der Hauptschulen von Hückeswagen und Wipperfürth an einem Standort ab. Von Brigitte Neuschäfer

Persian hatte im Ausschuss zunächst für eine "ergebnisoffene" Prüfung der denkbaren Möglichkeiten geworben, doch auch die wollen die Politiker mehrheitlich nicht. Lediglich die Grünen und die FaB stimmten dafür.

Wenn der Stadtrat in seiner Sitzung Ende November nicht noch zu einer anderen Einschätzung kommt, ist damit eine mögliche Zusammenlegung beider Schulen für Hückeswagen kein Thema mehr. Und Wipperfürth müsste sich nach einem anderen potenziellen Partner in Sachen Hauptschule umsehen.

Dass aus Sicht der CDU die Stadt nur als Verlierer aus einer Zusammenlegung beider Schulen hervorgehen könne, unterstrich Marc von der Neyen: "Wir müssten eine Hauptschule mit sehr guten Qualitäten aufgeben, denn bei einer Zusammenlegung kommt doch nur ein Standort in Wipperfürth infrage." Dass die Existenz der Hauptschule permanent wegen geringer Anmeldezahlen gefährdet ist, wie Persian zuvor unterstrichen hatte, ist für die CDU kein Argument. Von der Neyen: "Es gibt keine Notwendigkeit, aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen." Im Übrigen sehe die CDU die große Chance, dass durch die räumliche Zusammenlegung von Haupt- und Realschule an der Weststraße die Hauptschule wieder eine größere Akzeptanz bei Eltern erfahren werde und also die Anmeldezahlen steigen werden.

Die SPD hat die gleiche Sichtweise, wie Jürgen Becker betonte. Auch er erinnerte an den Ratsbeschluss von 2015 zum Schul-Tausch: "Das bleibt für uns das Zukunftsmodell der ersten Wahl." Und das basiere nun einmal auf dem Erhalt der Hauptschule in Hückeswagen. Die FDP lehnt die Prüfung einer Zusammenlegung ebenfalls ab: "Die wäre nicht standortneutral", sagte Jörg Kloppenburg. Zudem sehe die FDP die Zukunft der Hauptschule und die Entwicklung der Schülerzahlen in Hückeswagen deutlich positiver als die Verwaltung.

Ganz anders ist die Einschätzung von Gerd Püschel, Leiter der Montanusschule. "Die Anmeldezahlen müssen uns alle sehr nachdenklich stimmen. Es hilft ja nicht, der Realität nicht ins Auge zu sehen", sagte er. Püschel warb für die Prüfung einer Zusammenlegung beider Hauptschulen und dafür, "auch auf diese Weise zu agieren statt immer nur zu reagieren. Reagieren ist immer die schlechtere Variante. Und Kirchturmsdenken hilft uns nicht weiter."

Unterstützung bekam Püschel von der Rektorin der Realschule, Christiane Klur: "Die Nichtprüfung einer Zusammenlegung führt zur Schwächung des Schulsystems in Hückeswagen. Die Attraktivität einer Schule ist auch von ihrer Größe abhängig." Der "Appell" von Klur, dass die Politiker auch auf das hören, was die Schulleiter zum Thema zu sagen haben, verhallte indes. CDU, SPD, FDP und UWG blieben am Ende bei ihrer Ablehnung.

Quelle: RP
 
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