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Hückeswagen
Polizei will Bikern das Rasen vermiesen

Hückeswagen: Polizei will Bikern das Rasen vermiesen
Im oberbergischen Norden, wie hier in Radevormwald, kontrollierte die Polizei am Sonntag die Verkehrsteilnehmer. Hauptaugenmerk lag vor allem auf den Motorradfahrern, die aus den Ballungszentren nach Oberberg "einflogen". FOTO: J. Moll
Hückeswagen. Die Zahl der tödlichen Unfälle von Motorradfahrern ist gestiegen. Daher nahm die Kreispolizeibehörde am Sonntag an einer groß angelegten Aktion mit Radarmessungen teil. Auch in Hückeswagen wurden die Biker ins Visier genommen. Von Heike Karsten

Trotz des schlechten Wetters schafften es immerhin noch sechs Autofahrer, in die Radarfalle der Polizei an der K 5 / Grünestraße zu geraten. Sie erhielten ein Verwarngeld von der Polizei. Das Hauptaugenmerk der groß angelegten Geschwindigkeitskontrollen lag jedoch auf den Zweiradfahrern. Diese waren am Wochenende aufgrund des Regenwetters aber nur vereinzelt auf den oberbergischen Straßen unterwegs. "Gerade bei nasser Fahrbahn kommt es auf den kurvigen Straßen und aufgrund mangelnder Ortskenntnisse vermehrt zu Unfällen", sagte Einsatzleiter Siegmar Pfeifer.

Mit 33 getöteten Kradfahrern in NRW hat sich die Zahl bis zum 31. Mai 2015 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt und ist mit 36 getöteten Kradfahrern weiterhin steigend. Allein 22 der tödlichen Unfälle sind auf eine zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen. Aus diesem Grund beteiligte sich die oberbergische Polizei an der gemeinsamen Aktion mit Behörden aus der Eifel, dem Sauerland und dem Bergischen Land.

Im Oberbergische Kreis ist dieser Negativ-Trend bislang noch nicht zu bemerken. "In diesem Jahr gab es bisher keinen tödlichen Krad-Unfall zu beklagen", sagte Polizei-Sprecher Jürgen Dzuballe.

Die regelmäßigen Kontrollen der Polizei tragen offenbar Früchte, ist doch landesweit die Gesamtzahl der Zweirad-Unfälle geringer geworden. Dafür gibt es mehr Schwerverletzte und Tote.

Weit über 60 Prozent aller Motorradunfälle in Oberberg passieren im Nordkreis, also in Hückeswagen, Radevormwald und Wipperfürth. Aufgrund der Topografie sei besonders der Oberbergische Kreis ein beliebtes Ziel von Kradfahrern, die am Wochenende die schönen Strecken nutzten, um ihrem Hobby nachzugehen, haben die Polizisten festgestellt. Viele Biker kommen aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet ins Oberbergische. Neben dem Großteil der Motorradfahrer, die sich an die Verkehrsregeln halten, sind jedoch auch immer welche darunter, die zu schnell unterwegs sind und die Straßen als Rennstrecken benutzen.

Am Sonntagvormittag fuhr ein Rollerfahrer in Radevormwald-Wellringrade mit 69 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer in die Radarmessung der Polizei. Noch bevor die Beamten den Fahrer anhalten und mit der Kelle aus dem Verkehr winken konnten, drehte er um und fuhr davon. Polizeihauptkommissar Stefan Nahrgang nahm mit seinem Motorrad die Verfolgung auf. Strafbar hat sich der Rollerfahrer zwar mit dem Wendemanöver nicht gemacht. "Ein Gespräch ist aber viel Wert, daher lohnt sich auch ein Hinterherfahren", betonte der Polizeibeamte. Der Rollerfahrer war, nachdem ihn der Motorrad-Polizist eingeholt hatte, einsichtig und bezeichnete seine Umkehraktion im Nachhinein als "unnötige Kurzschlussreaktion".

Quelle: RP
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