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Züchterin aus Hückeswagen
Prächtige Falter als exotisches Hobby

Hückeswagenerin züchtet exotische Falter
Hückeswagenerin züchtet exotische Falter FOTO: Sassone
Hückeswagen. Vanessa Sassone hat ein ungewöhnliches Hobby: Die 36-jährige Hückeswagenerin züchtet exotische Falter. In ihrem Haus hat sie ein eigenes Zimmer für ihre Lieblinge eingerichtet. Fotos dokumentieren die Entwicklungsstadien. Von Heike Karsten

Wo andere einen Hobbykeller haben, befindet sich im Haus von Vanessa Sassone und ihrem Ehemann eine Schmetterlingswerkstatt. Plastikdosen, große Kartons mit Sichtfenster und Moskitonetze zählen zur Einrichtung. An einem runden Hängenetz sitzen fertig entwickelte Götterbaumspinner (Samia cynthia ricini). Sie sind so groß wie die Hand der Hückeswagenerin. Und obwohl die Tür zur Terrasse offen steht, bleiben die Tiere bewegungslos an ihrem Platz. "Diese Falter sind sehr flugfaul", sagt Vanessa Sassone und fügt hinzu: "Sollte doch mal einer entwischen, dann freuen sich die Fledermäuse." Große Überlebenschancen räumt die 36-Jährige den meist exotischen Faltern nicht ein. Die aus Asien oder Afrika stammenden Tiere würden spätestens bei den hiesigen winterlichen Temperaturen kapitulieren.

Seit vier Jahren betreibt sie die Schmetterlingszucht. "Ich habe aber schon als Kind die heimischen Schmetterlinge wie den Kleinen Fuchs mit nach Hause genommen", erzählt die Hückeswagenerin. Derzeit züchtet Vanessa Sassone sieben verschiedene Falterarten, darunter sind der Große Weinschwärmer (Hippotion celerio), der Indische Mondspinner (Actias selene) und Antherina Suraka, ein Madagaskar Nachtpfauenauge.

Die Raupen des Seidenspinners Anterina Suraka durchlaufen fünf verschiedene Stadien, in denen sie ihre Farbe von Schwarz, Rot, Gelb über Rot-Gelb bis zu Pink-Blau ändern. Manche Raupen haben Nesselhaare, sind behaart oder puderig-weiß. "Die Falterzucht ist ein sehr visuelles Hobby. Ich bin selber immer wieder erstaunt", sagt Vanessa Sassone. Von der Eiablage bis zum Schmetterling wird die Entwicklung in Fotos festgehalten.

Die Nachzucht des Atlasspinners (Attacus atlas) ist der Tierfreundin bisher allerdings noch nicht gelungen. Er zählt zu den größten Schmetterlingen der Welt und benötigt tropisches Klima. Daher plant Vanessa Sassone die Anschaffung eines Terrariums. Ansonsten ist ihr Hobby relativ günstig: Das Futter für die gefräßigen Raupen besorgt sie im eigenen Garten. Mit Blättern der gängigen Heckenpflanzen wie Liguster, Kirschlorbeer und Rhododendron sind die Raupen zufrieden. Mehr Arbeit macht das Säubern der Kisten, in denen die Raupen leben. Etwa 30 Boxen werden täglich vom Kot befreit und mit frischen Blättern bestückt. Das Wissen hat sich die Hückeswagenerin im Internet angelesen. Dort gibt es zahlreiche Foren, in denen auch die Eier der Exoten verkauft und getauscht werden.

In ihrem Haus lebten schon viele Tiere. Derzeit sind es zwei Katzen und Bisal, ein spanischer Straßenhund. Der Bezug zu den Faltern sei jedoch ein anderer als zu Hamstern, Katzen oder Hunden. "Sie nehmen die Menschen gar nicht wahr, glaube ich", sagt die Hückeswagenerin, die in einer Hard-Rock-Band singt. Neben der Schmetterlingswerkstatt befindet sich im Haus noch ein weiterer Hobbyraum mit antiken Spielekonsolen, die für unterhaltsame Abende mit Freunden sorgen.

Von den Bekannten wird das Schmetterlingshobby oft belächelt. "Manche ekeln sich auch. Es sind halt immer noch Insekten." Besonders während der Verpuppungsphase wird es spannend: "Wenn sich die Raupen im Inneren der Puppe bewegen, ist das wie im Gruselfilm", sagt die 36-Jährige lachend.

Vanessa Sassone verschenkt gerne Eier an Kindergärten oder Schulklassen. "Für Kinder ist die Entwicklung zum Schmetterling durchaus interessant", sagt sie. Ideal dafür ist der Götterbaum-Spinner, der auch für Anfänger leicht zu züchten ist. Zudem legt ein Weibchen um die 400 Eier. Und Wegwerfen kommt für die Tierliebhaberin nicht in Frage. "Man hat ja Verantwortung gegenüber den Tieren", betont die Hückeswagenerin.

Kontakt Wer Interesse an Eiern hat, kann sich mit Vanessa Sassone per E-Mail an: sukku@gmx.de verständigen.

Quelle: RP
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