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Hückeswagen
Presbyter haben die Finanzen im Auge

Hückeswagen. Am gestrigen Sonntag wurden die neun neuen Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde mit einem feierlichen Gottesdienst eingeführt. In den kommenden vier Jahren hat das Hückeswagener Presbyterium einiges zu tun. Von Wolfgang Weitzdörfer

Eigentlich sollen es zwölf Presbyter sein, die die Evangelische Kirchengemeinde in der Schloss-Stadt leiten; am gestrigen Sonntag sind in einem feierlichen Gottesdienst jedoch nur neun Gemeindeglieder in ihr Amt eingeführt worden. Das sei aber gar nicht so schlimm, wie Pfarrer Klaus-Peter Suder sagt: "Wir waren auch in der letzten Amtszeit nicht mehr Presbyter. Es müssen nur eben weniger Leute die anstehende Arbeit schultern." Das funktioniere, denn man habe schon früh erkannt, dass es einmal so kommen könnte. Strukturen und Satzung sind dahingehend geändert, dass gegebenenfalls sachkundige Gemeindeglieder ins Presbyterium geladen werden und ergänzend mitarbeiten könnten.

Und zu tun wird das Hückeswagener Presbyterium in der anstehenden vierjährigen Amtszeit eine Menge haben: "Ganz oben auf der Agenda steht der Kooperationsprozess mit Bergisch Born, den wir weiter vorantreiben werden", sagt Suder. Hintergrund: 2019 wird der Bergisch Borner Pfarrer Reinhard Freyka in den Ruhestand gehen, einer der drei Hückeswagener Pfarrer, Martin Haupt-Schott, wird ihm 2020 folgen. Dazu kommt, dass Bergisch Born eine kleine und relativ neue Gemeinde ist, ein Konstrukt mit Gläubigen aus Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen. "Und aus Hückeswagen kommen wohl die meisten Gemeindeglieder, daher ist eine Kooperation mit uns naheliegend", ergänzt Suder.

Die beiden vakant werdenden Pfarrerstellen werden nicht mehr besetzt, so dass sich Suder und sein Hückeswagener Kollege Reimund Lenth die pfarramtlichen Aufgaben in den beiden Städten teilen werden. Nach den jetzigen Planungen werde Bergisch Born eine eigenständige Gemeinde bleiben, aber möglich sei durchaus auch eine Fusion zu einer großen Gemeinde, wie Suder sagt: "Wir sind da ergebnisoffen, wir haben nur gewissermaßen Planungssicherheit, dass bis zu den Pensionierungen der Kollegen Ergebnisse da sein müssen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das auch schaffen."

Ein weiterer Punkt ist zweigeteilt: "Die Finanzen und unsere Liegenschaften hängen natürlich eng zusammen", sagt der Pfarrer. Denn in der Evangelischen Kirchengemeinde ist es nicht anders als überall: "Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir unsere Finanzen konsolidieren. Das ist nicht einfach, sondern ein wenig so, dass wir Brände löschen, und irgendwoanders ist jemand, der mit einer Fackel zündelt", sagt Suder etwas bitter. Und es gibt Posten, an die will man im Presbyterium keinesfalls rangehen: "Etwa die Weihnachtsgeschenke für unsere Ehrenamtlichen. Denn das ist ein Stück Wertschätzung, das wir auf jeden Fall beibehalten werden." Zu den finanziellen Sorgenkindern gehören die Liegenschaften wie das Pfarramt Kölner Straße 34. "Das ist viel zu groß am Publikumsaufkommen gemessen. Unsere beiden Verwaltungsdamen brauchen kein ganzes Haus. Deswegen würden wir solche ungenutzten Liegenschaften gerne verkaufen oder vermieten", erklärt Suder.

Und auch Reparaturen stehen immer an - etwa das Dach der Pauluskirche, das zwar über erstklassige Schiefertafeln verfügt, die allerdings mit alles andere als erstklassigen Nägeln befestigt sind: "Die rosten wohl bald durch, und dann ist der Wasserschaden programmiert", meint Suder.

Quelle: RP
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