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Hückeswagen
Protest gegen neuen OGS-Träger erfolglos

Hückeswagen: Protest gegen neuen OGS-Träger erfolglos
FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Hückeswagen. Am Donnerstag stimmte der Schulausschuss über den zukünftigen Träger der OGS-Betreuung ab und schlug einstimmig den Internationalen Bund vor, nicht die Caritas. Ausschlaggebend war der Preis. Der Rat entscheidet am 29. September. Von Jan Dobrick

Die Sparzwänge ließen der Hückeswagener Verwaltung keine andere Wahl, als die Betreuung für die Offene Ganztagsschule (OGS) neu auszuschreiben, nachdem sie den Vertrag mit der Caritas zum Ende des laufenden Schuljahres gekündigt hatte. In einer nicht-öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend stimmte nun der Schulausschuss über den künftigen Träger ab - und empfahl dem Rat, der am 29. September entscheidet, einstimmig, den Anbieter "Internationaler Bund" (IB) mit der Durchführung der OGS-Betreuung zu beauftragen.

"Die Stadt ist verpflichtet, Leistungen zu überprüfen und Alternativangebote einzuholen", sagte gestern Bürgermeister Dietmar Persian, der allerdings noch einmal betonte: "Wir sind sehr zufrieden mit der Caritas, die Mitarbeiterinnen, größtenteils aus Hückeswagen, die jetzt Angst um ihren Arbeitsplatz haben, machen hervorragende Arbeit. Aber wir ändern das Ganze ja nicht aus Spaß, sondern weil wir finanziell dazu gezwungen sind." 420 000 Euro stehen dieses Schuljahr zur Finanzierung der Offenen Ganztagsschule zur Verfügung - 180 000 Euro Landeszuschuss, 110 000 Euro Kreiszuschuss, 130 000 Euro Elternbeiträge. 470 000 Euro kostet die Betreuung insgesamt.

Die Offene Ganztagsschule ist seit dem Schuljahr 2006/07 ein zusätzliches Angebot der Stadt. "Dabei geht es nicht um Freizeitbeschäftigung, sondern um die individuelle Förderung des Nachwuchses", sagte Persian: "Trotz der schwierigen Haushaltslage wollen wir das Angebot auch in Zukunft bei gleichbleibender Qualität aufrechterhalten." In der Stadt gib es neun OGS-Gruppen: vier an der Löwen-Grundschule, drei an der Erich-Kästner-Schule und zwei an der GGS Wiehagen (insgesamt mehr als 200 Grundschüler).

"Wir haben fünf Anbieter abgefragt und zwei Angebote bekommen", sagte Persian, "von der Caritas und vom Internationalen Bund." Beiden sollen sich in der Qualität, die sich an Richtlinien des Oberbergischen Kreises orientiert, nicht unterscheiden. Allerdings im Preis. "Es geht nicht um 5000 Euro", verdeutlichte der Bürgermeister. Eine genaue Zahl wollte er nicht nennen. "Wir müssen wirtschaftlich arbeiten, hatten also bei der Entscheidung gar keine andere Wahl. Trotzdem ist der IB kein Billiganbieter."

Der Vertrag zwischen dem IB und der Stadt könne jährlich gekündigt werden. "Wir sind natürlich daran interessiert, langfristig zusammenzuarbeiten. Aber wenn es nicht klappt, können wir raus", betonte Persian, der sich natürlich über die Arbeit des Internationalen Bundes ("ein großer anerkannte Träger") - vor allem im Oberbergischen Kreis - "genauestens informiert" hat: "In Waldbröl, Gummersbach oder Nümbrecht funktioniert die Zusammenarbeit mit dem IB sehr gut", erklärte Persian. "Schulleitungen und Städte sind zufrieden." Sollte die Kooperation im Rat beschlossen werden, wird es eine Informationsveranstaltung für alle Eltern geben. Persian: "Dann wird das Konzept vorgestellt."

Quelle: RP
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