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Hückeswagen
Rade bekommt Sekundarschule

Hückeswagen: Rade bekommt Sekundarschule
Nachdem Radevormwald vor zwei Jahren, wie Hückeswagen, bei dem Versuch, eine Sekundarschule zu bilden, gescheitert war, gelang das jetzt im zweiten Anlauf. Ab August werden 100 Kinder - vielleicht sogar noch einige mehr - an der Sekundarschule unterrichtet. FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Hückeswagen. Der zweite Anlauf war erfolgreich: 100 Kinder wurden für die neue Schulform in Rade angemeldet. Von Joachim Rüttgen

Bürgermeister Johannes Mans wollte ganz sicher gehen und wartete geduldig die Prüfung der Bezirksregierung ab. Nachdem bis Mittwoch, 17 Uhr, Anmeldungen für die Sekundarschule möglich waren, folgte das Warten. Dann die erlösende Nachricht des Leiters für das Anmeldeverfahren: 100 Eltern haben ihre Kinder an der neuen Schule angemeldet. Damit gilt die Sekundarschule in der Nachbarstadt als gegründet. Die Genehmigung der Bezirksregierung zur Gründung lag nämlich schon länger bei der Stadt vor. "Sie ist aber gekoppelt an die Anmeldezahlen", sagte Mans, der sich erleichtert zeigte und von einer "zukunftsweisenden Entscheidung" sprach.

Die Konzeptgruppe, die sich unermüdlich für die Gründung eingesetzt hatte, wird nun alle Eltern informieren und intensiv an der Umsetzung arbeiten. Nachdem - zeitgleich zu Hückeswagen - der erste Versuch im Februar 2014 gescheitert war, weil nur 62 statt der benötigten 75 Eltern ihr Kind angemeldet hatten, geht es nun darum, dass die Lehrerstellen von der Bezirksregierung freigegeben werden. Soll doch die Schule nach den Sommerferien in den Räumen der Hauptschule gestartet werden.

Allerdings habe Radevormwald ein "Luxusproblem", sagte Mans. Denn statt der geplanten Dreizügigkeit werde mit der Bezirksregierung überlegt, die neue Schule mit fünf Eingangsklassen zu bilden. "Wir werden das Raumkonzept überarbeiten und entsprechende Anträge stellen", sagte Mans.

Er will nun die Planung offensiv vorantreiben und die Schule mit fünf Eingangsklassen breit aufstellen. "Wir wollen ein attraktiver Schulstandort sein und die gute Ausgangslage nutzen", sagte der Radevormwalder Bürgermeister. Wahrscheinlich kommende Woche soll sich der Rat der Nachbarstadt zu einer Sondersitzung treffen, um die Fünfzügigkeit zu beschließen. "Dann könnten wir erneut ein Anmeldeverfahren starten. Denn es gibt noch weitere Interessenten, die abwarten wollten", sagte Mans. Die Fünfzügigkeit sei ein gutes Fundament - auch für das Zusammenspiel mit dem Kooperationspartner Theodor-Heuss-Gymnasium.

Mit der Gründung der Sekundarschule ist auch klar, dass nach dem Auslaufen der Hauptschule - sie hatte für das vorige Schuljahr keine fünfte Klasse mehr zustandebekommen - ab sofort auch keine neuen Schüler mehr an der Realschule angemeldet werden können. Diese Schulform wird in den kommenden fünf Jahren mit den letzten Jahrgängen ebenfalls auslaufen. "Sekundarschule und Gymnasium - das ist eine gute Lösung, weil wir auch künftig alle Schüler in der Stadt unterrichten können", betonte der Bürgermeister.

Auch der Vorsitzende des Radevormwalder Schulausschusses, Thomas Lorenz, ist froh über das Zustandekommen der Sekundarschule. "Wir haben es geschafft, eine breite Basis in den Prozess der Gründung einzubinden und durch viele Gespräche, Infoveranstaltungen und die professionelle Begleitung der Uni Duisburg die Eltern von der neuen Schulform überzeugt", sagte er.

Die Realschule der Nachbarstadt stürzte gestern nicht ins Tal der Tränen. "Für uns war das keine Überraschung", versicherte Schulleiter Ralf Grünewald. Die Gründung der Sekundarschule sei politischer Wille, und die Entscheidung der Eltern akzeptiere man natürlich. "Wir müssen uns an die Situation gewöhnen, eine auslaufende Schule zu sein. Das ist ein neues Gefühl", sagte er. Wichtig sei es, mit der Bezirksregierung zu klären, wie das Prozedere ablaufe. Denn alle 32 Lehrer seien betroffen.

Quelle: RP
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