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Hückeswagen
"Random's 9" präsentieren Modern Jazz vom Feinsten

Hückeswagen. Angekündigt war das Quintett "Random's 9" aus Wipperfürth als "Jazz & Swing" - dabei war das handfester Modern Jazz, was die fünf Musiker auf die Bühne im Kultur-Haus Zach brachten. Das war hochvirtuose Musikalität - immer gut anzuhören und natürlich mit ausreichend Swing versehen, so dass die Beine im Takt mitwippten und auch der eine oder andere Kopf der 40 Zuhörer. Weniger versonnen, als doch ab und zu angestrengt. Zum Beispiel beim Stück "Feediop" des israelischen Bassisten Avishai Cohen, über das Saxofonist Tom Saller sagte: "Sie können gerne mitzählen, wir versuchen es auch einmal." Und genauso kam es auch: unzählige Taktwechsel, verschrobene Rhythmen, die quirlige Verspieltheit des Klezmers und fast schon in Free-Jazz-Regionen abdriftende Harmonien. Und doch eine Rhythmusgruppe, die am Ende gemeinsam ins Ziel fand. Chapeau, mochte sich da so mancher gedacht haben, "Bravo" riefen einige aus. Überhaupt, bei aller Komplexität der Musik, kam das alles doch enorm gut an im Publikum. "Random's 9" durften sich über ausgiebigen Applaus nach und während der Stücke freuen. Gehört der Szenenapplaus doch zum guten Jazz-Ton dazu wie die schräge Harmonie.

Jazzmusikern, das hatte Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts gesagt, komme es nicht darauf an, das Publikum zu erreichen. Es reiche ihnen völlig, sich selbst toll zu finden. Eine starke These, zumal von einem Jazz-Fan. Und eine, die auf die Wipperfürther Musiker, bei denen Bürgermeister Michael von Rekowski gekonnt in die Pianotasten griff, ganz und gar nicht zutraf. Allerdings hätte ihnen eine gewisse, nun, Selbstaffinität wohl jeder im Publikum verziehen: Schließlich solierten von Rekowski, Saller und Gitarrist Thomas Will brillant, wobei sich letzterer auch von einer hartnäckigen Rückkopplung nicht aus dem Konzept bringen ließ. Der Kleber, der alles zusammenhielt, kam von Schlagzeuger Thomas Liesen, der souverän trommelte, mal furios auf allen Becken, dann wieder stoisch auf Snare und Hi-Hat. Unterstützt wurde er vom Kontrabassisten Roland Schmitz, der sein Instrument mit der Hingabe desjenigen bearbeitete, der um die Wucht der tiefen Note Bescheid weiß.

Eine äußerst gut eingespielte Formation, die sowohl mit ruhigeren Stücken, aber auch mit flotten, südamerikanisch angehauchten Nummern begeisterte.

(wow)
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