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Die Woche
Ratssaal, Fleischmarkt, Schulen - immer geht's ums liebe Geld

Die Woche: Ratssaal, Fleischmarkt, Schulen - immer geht's ums liebe Geld
FOTO: Moll Jürgen
Hückeswagen. In dieser Woche sind verschiedene Themen in der Diskussion: der mögliche Aufzug als zweiter Rettungsweg fürs Schloss, der neue Geschäftsführer eines der größten Unternehmen am Ort und ein weiterer Vorschlag für die Schullandschaft. Von Stephan Büllesbach

Es ist gekommen, wie es kommen musste: Der zweite Rettungsweg für den Ratssaal wird die Stadt und ihre Einwohner eine Menge Geld kosten - Geld, das die Kommune in der Haushaltssicherung eigentlich nicht hat. Ersten Schätzungen zufolge wird der Aufzug vom Museum in den rückseitigen Teil des Großen Sitzungssaals im Schloss wenigstens 900.000 Euro kosten - wenn sich die politische Mehrheit denn dazu durchringt. Viele Alternativen dazu hat sie nicht, soll der Zugang zum Ratssaal auch noch barrierefrei sein. Zwar gibt es die Möglichkeiten, Außentreppen im Schlosshof oder im Schlosshagen anzubringen. Aber die dürften kaum Chancen auf eine Realisierung haben, widersprechen sie doch dem Denkmalschutz. So bleibt letztlich nur eine Lösung für das Gebäudeinnere. Ob das letztlich ein Aufzug sein wird, ist auch noch nicht ganz sicher. Denn es stellt sich die Frage, ob der tatsächlich das Problem lösen kann - dürfen Fahr-stühle doch im Brandfall nicht genutzt werden. Politik und Verwaltung haben also noch viel Arbeit vor sich, die passenden Lösung für das Problem des zweiten Rettungswegs zu erarbeiten. So mancher im Schloss, in den Parteien und der Bevölkerung wird nun denken, dass im Sommer in dieser Sache besser keine "schlafenden Hunde" geweckt worden wären.

Viel Geld gekostet hat bereits eine andere Entscheidung. Nämlich die von Karl-Josef Blumberg, eine Münchener Beteiligungsgesellschaft für die Fleischfabrik in Kobeshofen mit ins Boot zu holen. Die Folgen waren unternehmerische Fehlentscheidungen, Qualitätsverlust und Umsatzeinbußen, weswegen das Traditionsunternehmen zu Jahresbeginn am Rande der Insolvenz stand. Blumberg selbst war es, der schließlich einen Schlussstrich zog, sich mit den Münchenern auf ein Ausstieg ihrerseits einigte, einen neuen Hauptanteilseigner (die Firma Jaeger) zum Einstieg überzeugte und mit Oliver Bernitz einen neuen Geschäftsführer anheuerte. Mit diesem sollten Blumberg und Jaeger einen guten Griff getan haben, denn der 47-Jährige hat das Metzgerhandwerk nicht nur von der Pike auf gelernt, sondern kennt sich als Betriebswirt und langjähriger Controlling-Leiter diverser Firme bestens mit der Materie aus. Die Chancen, das Unternehmen wieder zu stabilisieren und weiterzuentwickeln, stehen also gut. Bernitz muss sich aber an seinem Anspruch messen lassen. Und der liegt hoch.

Keine Woche vergeht mit neuen Vorschlägen für die künftige Hückeswagener Schullandschaft. Jetzt bringt die FaB einen Neubau auf dem Gelände der früheren Katholischen Grundschule ins Gespräch. Dafür fordert sie von der Stadtverwaltung gegebenenfalls mehr Personal, um solche Pläne zu entwickeln und umzusetzen. Das ist schon merkwürdig. Ist doch die FaB ansonsten immer an vorderster Front, wenn gefordert wird, Kosten in der Verwaltung einzusparen, um die Bürger in Hückeswagen zu entlasten. Das gilt offenbar nur dann nicht, wenn es sich um die eigenen Vorschläge handelt. Dann können auch ruhig ein paar tausend Euro mehr ausgegeben werden - etwa für einen Treppenlift im Heimatmuseum.

Quelle: RP
 
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