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Hückeswagen
Realschüler experimentieren lustig drauf los

Hückeswagen: Realschüler experimentieren lustig drauf los
Experimentierfreude pur: Lena Rickmann, Alida Krämer, Laureen Leyens und Lim Mergen (alle 14 Jahre) stellen während der Projektwoche an der Städtischen Realschule sogenannte Bade-Duft-Würfel her. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Zum 190. Geburtstag haben sich die Lehrer Projekte unter dem Motto "Gestern, heute, morgen - Schule im Wandel" einfallen lassen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ungewöhnliche Vorgänge in der Realschule: Diese Woche fällt der reguläre Unterricht aus - und dennoch ist jede Menge Leben und Betrieb auf dem Schulgelände an der Kölner Straße: Es ist Projektwoche. Und die findet nicht jedes Jahr statt, sagt Leiterin Christiane Klur. "2009 war die bislang letzte zur Verabschiedung meines Vorgängers Dieter Schruff. So eine Projektwoche ist ein riesiger logistischer Aufwand. Das Kollegium hat sich seit den Sommerferien damit beschäftigt. Diesmal ist der Anlass der 190. Geburtstag unserer Realschule."

Schüler aller Jahrgangsstufen nehmen teil, zusätzlich 15 Schüler der Hauptschule, sie nehmen an zwei Projekten zur Flüchtlingsthematik teil und kommen teils aus Afghanistan oder Syrien. Auch ansonsten ist das Themenspektrum bunt gemischt, sagt Sportlehrerin Katrin Heckmann, die maßgeblich für die Planung verantwortlich ist. "Das Motto ist dem Jubiläum angepasst: 'Gestern, heute, morgen - Schule im Wandel.' Natürlich gibt es daher eine Menge geschichtlicher Themen. Aber wir nähern uns dem Thema auf verschiedene Arten."

Die Sportlehrerin bietet mit Kollegen zwei Projekte an: "Einmal beschäftigen wir uns damit, wie sich das Turnen seit Turnvater Jahn verändert hat. Gleiches gilt für das zweite Projekt: Tanzen. Vom Gesellschaftstanz zum Flashmob - wie ist das eigentlich passiert?" Aber auch für nicht ganz so sportlich interessierte Schüler sind Angebote dabei. Seit Mitte November durften sie sich mit je drei Wünschen in Listen eintragen. "Wir haben einiges zu tun gehabt, dass jeder Schüler in eines seiner drei Wunschprojekte gekommen ist", sagt Klur. Bis gestern gab's aber keine Klagen. Im Gegenteil, wie Heckmann ergänzt: "Mir fällt vor allem das nette Miteinander positiv auf. Die Woche ist für alle eine tolle Erfahrung, und es ist auch ein ganz anderes Arbeiten für die Kollegen. Wir haben 55 Schüler in den Sportprojekten, darunter die größten Rabauken. Und die kümmern sich lieb um ihre jüngeren Mitschüler."

Auch das Thema Flüchtlinge werde gewinnbringend umgesetzt. "Wir haben dazu zwei Projekte angeboten: Das eine beschäftigt sich mit der Angst vor dem Fremden und wie sie durch Annäherung überwunden werden kann. Da backen deutsche Kinder gemeinsam mit Kindern aus Syrien oder Afghanistan sowohl deutsches Spritzgebäck als auch syrische Kekse. Die Projektgruppe war auch schon beim Eislaufen auf dem Weihnachtsmarkt. In einer anderen Gruppe wird gemeinsam erarbeitet, wie viel kulturelle Vielfalt es eigentlich an unserer Schule gibt - auf Seiten der Schüler und der Lehrer", berichtet Katrin Heckmann.

Dazu kommen kulturelle Projekte wie das Orchester oder der Chor, die so quasi eine intensive Probenwoche nutzen können, oder Projekte der Kunstlehrer, die mit den Schülern Themen und Ideen jenseits des klassischen Lehrplans erarbeiten. "Etwa sogenannte Trash-Taschen, hergestellt aus recycle-baren Stoffen, sind da sehr beliebt. Oder auch die durch Körperhaltung nachgestellten Worte, die dann fotografiert werden, auch das ist eine Form des Flashmobs", erzählt Heckmann.

In weiteren Projektthemen beschäftigen sich die Schüler mit Bereichen der Biologie ("Wie haben sich Zoos über die Jahre entwickelt?" - hier besuchen die Schüler den Arnheimer Zoo), der Entspannungstechnik (vor allem für ältere Schüler, die kurz vor den Prüfungen stehen) oder der Ernährung (gesunde Ernährung und gemeinsames Kochen und Backen).

Quelle: RP
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