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Hückeswagen
Reise in die Schulzeit vor 50 Jahren

Hückeswagen: Reise in die Schulzeit vor 50 Jahren
Gute Stimmung und viele Anekdoten gab es beim Klassentreffen der ehemaligen Katholischen Volksschule nach 50 Jahren im Hotel Kniep. FOTO: W. Weitzdörfer
Hückeswagen. Etwa 25 ehemalige Schüler der früheren Katholischen Volksschule trafen sich am Samstagabend nach 50 Jahren zum Klassentreffen im Hotel Kniep. Neben allerlei lustigen Anekdoten wurden auch viele alte Bilder ausgetauscht. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es hatte ein wenig den Anschein einer gut geplanten Zeitreise: Am Samstagabend begaben sich etwa 25 ehemalige Schüler der früheren Katholischen Volksschule Am Kamp im Hotel Kniep auf einen Trip in die eigene Schulvergangenheit. Die Volksschule war seinerzeit in den Räumlichkeiten der ehemaligen Katholischen Grundschule untergebracht, die heute leer stehen und auf neue Aufgaben warten. Und es wehte ein leichter Hauch des Filmklassikers "Die Feuerzangenbowle" durch den großen Gastraum im Hotel - auch wenn es zum Anstoßen keine Bowle, sondern ein Glas Sekt gab.

50 Jahre sind eine lange Zeit, das war die erste Erkenntnis des Abends: "Wir haben uns vor sieben Jahren das letzte Mal getroffen. Davor gab es ein Klassentreffen nach 25 Jahren - daran sind die Erinnerungen allerdings eher schwammig", sagte Andreas Leppak, einer der Organisatoren. Vor sieben Jahren habe man sich gegen halb zwei Uhr morgens verabschiedet: "Mal schauen, ob wir das heute noch schaffen", meinte Leppak schmunzelnd. "Was ist denn mit dir los?", fragte Rita Herweg empört, musste aber im gleichen Moment lachen.

Keine Frage, die Stimmung war gut, man unterhielt sich ungezwungen und tauschte Erinnerungen und Anekdoten an die gemeinsame Schulzeit aus. Von den 45 Schülern, die 1967 den Abschluss an der Katholischen Volksschule gemacht hatten, waren am Samstag 25 nach Hückeswagen gekommen. Die beiden mit der weitesten Anreise - aus Stuttgart sowie aus den Niederlanden - konnten leider nicht kommen, wie Leppak sagte: "Außerdem sind bereits fünf ehemalige Mitschüler verstorben."

Natürlich wurde viel erzählt, etwa die Geschichte der Hauswirtschaftslehrerin "Frollein Wagner", an die Herweg keine besonders guten Erinnerungen hatte: "Das Frollein Wagner war ein echter Drachen. Wir mussten dann neben dem Kochen auch immer den Tisch eindecken. Und das habe ich dann einmal so gemacht: An Frollein Wagners Platz habe ich ein Fleischermesser, eine Fleischergabel und eine Suppenkelle gelegt. Komischerweise wusste sie direkt, dass ich der Übeltäter war. . ."

Der damalige Abschlussjahrgang war zweizügig im Jahr 1959 gestartet, im Abschlussjahr war es nur noch eine Klasse: "Ich erinnere mich noch an Bernhard Lampen, bei uns hieß er nur der 'Lampenlehrer'. Er war unser Klassenlehrer im neunten Schuljahr", sagte Leppak, der bis zur Rente als Elektroniker gearbeitet hatte. Der "Lampenlehrer" hatte große Hände - eine Randnotiz, die nur dadurch bedeutsam wurde, weil in den 1960er-Jahren an den Schulen die Prügelstrafe noch erlaubt war: "Aber ich hatte das Glück, hinter einem Mitschüler mit breitem Kreuz zu sitzen", sagte Leppak lachend. Mit ein wenig Abstand waren offensichtlich auch eher unschöne Erinnerungen besser zu ertragen.

Die allermeisten der ehemaligen Volksschüler sind mittlerweile in der Rente - auch das war ein Zeichen dafür, dass die Zeit vergangen war. Im weiteren Verlauf des Abends wurde die Vergangenheit zudem mit zahlreichen alten Fotos aus der Schulzeit wieder lebendig. Und Leppak hatte außerdem noch eine ganze Menge Bilder aus dem Nachlass von Theo Dörpinghaus mitgebracht, die die ehemaligen Volksschüler ebenfalls auf die Zeitreise in die Vergangenheit begleiteten.

Quelle: RP
 
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