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Hückeswagen
Rekordbesuch beim Ausbildungsbasar

Hückeswagen: Rekordbesuch beim Ausbildungsbasar
Lina Kroisel von der Hückeswagener Firma Klingelnberg erklärte gestern jungen Schülern auf dem Ausbildungsbasar in der Katt die Ausbildungsmöglichkeiten des Unternehmens. FOTO: Nico Hertgen
Hückeswagen. 1500 Jugendliche aus Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen suchten gestern im auch für die Schloss-Stadt zuständigen Berufskolleg Bergisch Land Kontakt zu Unternehmen. So viele wie bei der 19. Auflage waren es noch nie. Von Jan Dobrick

In Klassenraum 254 des Berufskollegs Bergisch Land ist ein Sarg offen aufgebahrt, daneben stehen Kerzenständer, rote Blumengestecke sind rundherum verteilt. "Das ist schon ein wenig gruselig, aber die Schüler schreckt das größtenteils nicht ab, sie informieren sich bei uns über den Beruf des Bestattungsfachmanns", sagt Lennart Hibbel, Auszubildender im zweiten Lehrjahr. "Wir versuchen, dem Nachwuchs den Beruf näher zu bringen, ihm die Verlegenheit und die Angst zu nehmen", sagt der 19-Jährige, der das Wermelskirchener Berufskolleg besucht.

Mehr als 70 überregionale Betriebe der unterschiedlichen Branchen präsentieren sich beim 19. Ausbildungsbasar im kompletten Schulgebäude und in der angrenzenden Kattwinkelschen Fabrik, treten mit künftigen Praktikanten oder Azubis in Kontakt. Manche provozieren sogar ein bisschen, um Aufmerksamkeit zu erregen; etwa die Bayer Gastronomie, die ihr Buffet mit einem gefrorenen Kalbskopf geschmückt hat. Das funktioniert. Im Blitzlicht der Smartphones steht Küchenchef Ulrich Morawski und amüsiert sich: "Die Schüler bleiben bei uns stehen, und wir bleiben im Gespräch", sagt er - und ergänzt: "Wir rekrutieren auf der Messe immer mal wieder den einen oder anderen Azubi." So wie Lukas Castronovo (17), der mittlerweile eine Ausbildung zum Koch macht und den tieferen Sinn des ausgestellten Kalbskopfes erklärt: "Wir arbeiten mit Tieren, dessen sollten sich Bewerber bewusst sein."

Etwa 1500 Schüler aus Wermelskirchen, Hückeswagen und Radevormwald schieben sich an diesem Tag in Gruppen durch die Ausstellungsräume. Rekord! "Unsere Kapazitätsgrenze ist erreicht, wenn nicht sogar überschritten", sagt Basar-Koordinatorin Dorothea Schmidtseifer. "Das Gymnasium Wermelskirchen hat gestern noch 200 Schüler nachgemeldet. Immer mehr Schulen schicken ihre Schüler", sagt sie und denkt dabei unter anderem an die Remscheider Sophie-Scholl-Gesamtschule, die erstmals zwei Klassen angemeldet hat. "Vom Berufskolleg sind 500 Schüler und 60 Lehrer im Dauereinsatz", sagt Schulleiterin Sylvia Wimmershoff. "Viele führen Gruppen, andere geben Auskunft, betreuen die Tombola, verkaufen Brötchen oder kümmern sich bei den Ausstellern um die Evaluation." Innerhalb von drei Stunden (7 bis 10 Uhr) war die Stellenbörse aufgebaut. "Wir laufen uns die Füße wund, außerdem ist immer irgendwo ein Verlängerungskabel zu wenig", sagt Schmidtseifer augenzwinkernd, die zum ersten Mal die Bundesagentur für Arbeit (Niederlassung Köln), das Wermelskirchener Restaurant "Zum Schwanen" und den Personaldienstleister "Zaquensis" begrüßen durfte. Auch der Informationsstand zum Berufsfeld des Frisörs ist neu. "Die Resonanz ist schon wieder so groß, dass wir 2016 auf jeden Fall den 20. Ausbildungsbasar auf die Beine stellen werden", verkündet Organisatorin Schmidtseifer zufrieden.

Auch unter den Ausstellern sieht man durchweg zufriedene Gesichter. Andreas Döbler, Technischer Ausbildungsleiter der Rader Edelstahlgießerei Kuhn, muss eine Stunde nach der Eröffnung der Börse schon Flyer nachordern. Lutz Theis von Tente-Rollen in Wermelskirchen hat früh schon die ersten Bewerbungsunterlagen entgegengenommen. "Einige der Jugendlichen haben schon konkrete Vorstellungen von ihrem Beruf", sagt der Ausbildungsleiter.

"Wir generieren auf dem Basar immer wieder Auszubildende, der erste Kontakt läuft aber meist auf ein Praktikum hinaus", ergänzt Sabina Waßmuth, Ausbildungsleiterin beim Kabelhersteller Pflitsch in Hückeswagen.

Moritz Borchert (14) und Carlo vom Stein (14), Neuntklässler der Realschule Hückeswagen, sind schnurstracks auf den Stand der Sparkasse Wermelskirchen zugesteuert. Borchert weiß in etwa, was er will, "eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen". "Da habe ich aber noch einen langen Weg vor mir, sollte definitiv mein Abitur machen", erklärt der 14-Jährige, der das Angebot im Berufskolleg Bergisch Land in Wermelskirchen "sehr hilfreich" findet.

Quelle: RP
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