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Hückeswagen
Sachse und Sauerländer leiten Blumberg

Hückeswagen. Thorsten Quabeck und Kai-Uwe Wehlte sind die Geschäftsführer. Karl-Josef Blumberg bleibt Teilhaber. Von Joachim Rüttgen

Inhaber Karl-Josef Blumberg hat sich aus seinem Kobeshofener Fleischmarkt an der Stahlschmidtsbrücke weitestgehend zurückgezogen und übernimmt in den nächsten Jahren eine beratende Funktion und bleibt Teilhaber. Das berichten die neuen Geschäftsführer Thorsten Quabeck (war seit 1. Januar 2014 Mitgeschäftsführer) und Kai-Uwe Wehlte (seit 1. Dezember 2014).

"Damit haben wir den Prozess der Nachfolge im Unternehmen abgeschlossen", sagt Quabeck, der in einer Metzgerfamilie aufwuchs und von 1987 bis 1989 als erster kaufmännischer Lehrling bei Blumberg anfing. Nach dem Abschluss folgten ein BWL-Studium an der Fachhochschule Köln (Diplomarbeit über Blumberg) und praktische Erfahrungen in anderen Betrieben. 1996 kehrte Quabeck zurück. Geboren wurde das 47-jährige "Blumberg-Urgestein", wie er sich selber nennt, in Kierspe, mit seiner Frau und seinen zwei Kindern (8 und 15) lebt er in Bensberg.

Auch Kollege Kai-Uwe Wehlte stammt aus einer Metzgerdynastie. "Mit ihm bekommen wir auch mal eine Sicht von außen in das Unternehmen", sagt Quabeck. Denn Wehlte absolvierte 1986 seine Lehre im sächsischen Zwickau und wurde 1999 Fleischermeister im thüringischen Altenburg. Dort erreichte den 45-Jährigen 2014 die Anfrage aus Hückeswagen, ob er bei Blumberg einsteigen wolle. Nachdem der Betriebswirt des Handwerks zuvor große Schlacht- und Zerlegungsbetriebe geleitet hatte, verlegte er seinen Lebensmittelpunkt samt Familie ins Bergische und wohnt derzeit in Engelskirchen. "Meine Frau Kati arbeitet als Verkäuferin im Laden", sagt er. Für das Angebot, den Großbetrieb mit 184 eigenen Mitarbeitern und 50 von diversen Dienstleistern zu übernehmen, sind der Sachse und der Sauerländer Blumberg sehr dankbar. "Wir wollen das Unternehmen in der bewährten Manier weiterführen, ihm aber auch unseren eigenen Stempel aufdrücken", sagen beide und wollen die Firma modern halten und stets dem Marktgeschehen anpassen. "Stillstand ist schlimm und ein Rückschritt", sagt Wehlte. Qualität sei ein Prozess der ständigen Verbesserung.

Und so suchen die Geschäftsführer ständig nach neuen Ideen und Produkten: Hähnchenbrust gegart nach Mexico Art mit Paprikarand gibt's als Aufschnitt und geraspelt, "denn der Bedarf geht in Richtung Sandwich", sagt Quabeck. Die beiden haben eine eigene Senfmarke ("Opa-Josef" - benannt nach dem Gründer der Firma) in scharf und mittelscharf mit Senfschrot kreiert, die zur Blumberg-Bratwurst passt. Auch den "Montagsknüller" haben Quabeck und Wehlte eingeführt.

Gerne würden die Geschäftsführer mehr ausbilden: "Wir haben noch Luft nach oben", sagt Wehlte. Deshalb gehe die Firma aktiv in die Werbung an Schulen und biete auch Praktika an. Pro Jahr könnten bei Blumberg fünf Metzger, drei Fleischfachkräfte und eine kaufmännische Auszubildende ihre Lehre machen.

Wert legen beide darauf, dass sich Blumberg zwar dem Wettbewerb stellt, aber auch künftig regionaler Versorger bleibt. Man wolle das Geschäft von Blumberg, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, kontinuierlich fortsetzen. "Wir sind die Marke Blumberg, dafür stehen wir und fühlen uns der Geschichte verpflichtet", sagt Quabeck.

Quelle: RP
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