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Hückeswagen
Sammelstelle wartet auf Spenden für Kinder

Hückeswagen: Sammelstelle wartet auf Spenden für Kinder
Für Jürgen Becker, ehemaliges Mitglied der Heimleitung des Johannesstifts, war es ein Bedürfnis, sich an der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" zu beteiligen. Er überreichte Silke und Robin Wolff seine Pakete. Mutter und Sohn organisieren die Aktion für Hückeswagen bereits zum vierten Mal. FOTO: Heike Karsten
Hückeswagen. Noch bis zum 15. November können Spenden für die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" abgeben werden. Jürgen Becker ist einer der Ersten, der Geschenke für Bedürftige liebevoll gepackt hat. Von Heike Karsten

Die Zahl der Pakete auf dem Küchentisch der Familie Wolff in Wiehagen ist noch sehr übersichtlich. Seit drei Jahren organisieren Silke Wolff und ihr Sohn Robin (12) die Sammelaktion "Weihnachten im Schuhkarton". Und jedes Jahr treffen die meisten Spenden erst kurz vor Ende der Abgabefrist ein. Eine Ausnahme ist Jürgen Becker. Der 59-jährige Hückeswagener trägt schon seit sechs Jahren dazu bei, dass ein Kind in Süd-Ost-Europa, dem es nicht so gut geht wie den Kindern in Deutschland, vor Freude glänzende Augen bekommt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als zehn Millionen bedürftige Kinder in mehr als 100 Ländern zu Weihnachten beschenkt.

Über den Inhalt des Kartons hat sich Jürgen Becker schon frühzeitig Gedanken gemacht. "Als es im Sommer bei Aldi Schulsachen gab, habe ich Federmappe und Hefte besorgt", sagt der Spender. Zusammen mit einer Bekannten hat der Pflegedienstleiter im Vorruhestand je einen Schuhkarton für ein Mädchen und einen Jungen gepackt.

"Für ein Mädchen zu packen ist für mich schwer, besonders bei den Anziehsachen kenne ich mich nicht aus", gibt er schmunzelnd zu. Neue Kleidung, Schokolade, Bonbons, Schulutensilien, Hygieneartikel, Bastel- und Spielsachen lösen bei den Beschenkten immer große Freude aus. Seine Motivation beschreibt Jürgen Becker folgendermaßen: "Mir geht es gut, ich kann noch was abgeben."

Da man bei Geldspenden nie so genau wisse, ob und wo sie ankommen, bevorzugt der Hückeswagener die Möglichkeit der Sachspende. Viele Worte verliert er über seine Spendenbereitschaft nicht. "Ich halte es für selbstverständlich, etwas zu machen", sagt Jürgen Becker. Einzig das Bekleben der Kartons stellte für den 59-Jährigen ein Problem dar. Doch das muss nicht sein: "Es gibt jetzt auch die Box-to-Go, die nicht mehr beklebt werden muss", erklärt Silke Wolff und gibt dem Spender gleich zwei Fertigkartons für das nächste Jahr mit. Zu seinem Paket hat Becker sechs Euro für die Transportkosten beigelegt, auch wenn das keine Pflicht ist. "Was nützen die schönsten Kartons, wenn wir sie, trotz vieler ehrenamtlicher Helfer, nicht transportiert bekommen", sagt Silke Wolff.

So langsam werden die Sammelstellen-Organisatorin und ihr Sohn Robin kribbelig. Nur noch zwei Wochen bis zum Annahmeschluss und kaum eine Spende. "Wir machen uns jedes Jahr große Sorgen, wenn es schleppend anfängt, aber die letzten Tage kommen wir dann kaum zum Schlafen", sagt Silke Wolff. Denn dann müssen alle Spenden geprüft, eventuell aufgefüllt, nach Alter sortiert und für die Spedition vorbereitet werden. "Eventuell haben wir auch zu früh mit der Werbung begonnen", befürchtet Silke Wolff. Vor den Herbstferien würden viele noch gar nicht an Weihnachten denken. Mit Plakaten und Flyern, die in vielen Einzelhandelsgeschäften ausliegen, wird für die Aktion geworben. Die Familie Wolff ist zuversichtlich, dass noch viele dem Beispiel von Jürgen Becker folgen werden. "Bei Spielwaren Heinhaus wird wie wild gekauft und das Schuhhaus Albus hat kaum noch Schuhkartons", sagt Silke Wolff und wertet das als positives Vorzeichen für weitere Spenden.

Quelle: RP
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