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Hückeswagen
Schilderklau ist eine Straftat und kein Streich

Hückeswagen: Schilderklau ist eine Straftat und kein Streich
Auch an der K 11 zwischen Brücke und Pixberg haben Unbekannte das Ortsschild abmontiert und am Ortseingang von Wuppertal-Heckinghausen wieder montiert. Inzwischen ist das Schild, wie zwei andere in Hückeswagen gestohlene Ortseingangsschilder, zurück in Hückeswagen und soll schnellstmöglich vom Bauhof an seinen angestammten Platz angebracht werden. FOTO: St. Büllesbach
Hückeswagen. Mittlerweile haben die unbekannten Täter fünf gelbe Ortsschilder in Hückeswagen und Radevormwald abmontiert und an anderer Stelle wieder angebracht. Anzeigen wurden bislang noch nicht gestellt. Von Joachim Rüttgen

Die dubiose Geschichte um abmontierte Ortseingangsschilder aus der Schloss-Stadt Hückeswagen geht weiter. Gestern teilte Roland Kissau vom Ordnungsamt mit, dass mittlerweile vier gelbe Schilder von bislang unbekannten Tätern in der Schloss-Stadt abmontiert und in drei Fällen in Wuppertal wieder aufgehangen wurden (die BM berichtete gestern). "Ein Schild hing in Fronhausen in Fahrtrichtung Hückeswagen", sagt Kissau. Mittlerweile ist es wieder aufgetaucht: Die Unbekannten hatten das Schild an der Ausfahrt der A 1 in Schwelm/Langerfeld montiert.

Dagegen verschwunden bleibt das Schild, das ursprünglich in Wiehagen an der Kreisstraße 1, Richtung Remscheid-Engelsburg, hing. "Keine Ahnung, wo das wieder auftauchen wird. Aber die K 1 ist ja nicht gerade wenig befahren, das ist schon sonderbar und dreist, dass dort jemand unerkannt ein Schild demontiert", sagt Kissau. Deshalb hoffe er auf Hinweise auf den oder die bislang unbekannten Täter.

Die anderen demontierten Schilder hingen an der Kreisstraße 11 zwischen Brücke, und Pixberg (wieder aufgetaucht am Ortseingang in Wuppertal-Heckinghausen) und an der K 11, Aue, Richtung Mickenhagen (wieder aufgetaucht am Ortseingang Wuppertal, Bundesstraße 7, auf Höhe eines Hähnchen-Schnellrestaurants).

Und die Serie reißt nicht ab: Gestern erfuhr Kissau im Gespräch mit dem Streckenwart der Straßenmeisterei, dass auch in Radevormwald-Heide ein Ortseingangsschild abmontiert wurde.

Die Hückeswagener Schilder waren im Laufe des Donnerstags aus Wuppertal wieder in der Schloss-Stadt eingetroffen und werden nun schnellstmöglich vom Bauhof montiert. Strafanzeige gegen Unbekannt wird auf jeden Fall gestellt, aber wohl nicht von der Stadt Hückeswagen, denn die Schilder hingen an Kreisstraßen - und für die ist der Landesbetrieb StraßenNRW zuständig. Nach Rücksprache mit der Straßenmeisterei erfuhr Kissau, dass ein Schild 120 Euro kostet, wenn es neu angeschafft werden muss.

Kissau kann sich überhaupt nicht vorstellen, warum jemand Ortseingangsschilder abmontiert und anderswo wieder aufhängt. "Diese Leute wollen wohl, dass Wuppertal eingemeindet und Hückeswagen größer wird", schmunzelt er. Auch in den sozialen Netzwerken ist der außergewöhnliche Schilderklau in Hückeswagen ein Thema: "Genial, endlich hat Wuppertal auch mal ne schöne Ecke", macht sich einer über die dubiose Geschichte lustig. Und ein anderer merkt an: "Ist zwar verboten, aber doch irgendwie lustig. Die Täter oder besser gesagt die Clowns haben keinen verletzt, und Steuergelder werden sowieso in Millionen verschleudert, da kommt es auf die paar Kröten für das Umsetzen und Zurücksetzen auch nicht mehr drauf an." Ein Dritter denkt wie Kissau an Eingemeindung: "Genau, wir gemeinden jetzt Teile von Wuppertal ein", schreibt er.

Bei der Polizei des Oberbergischen Kreises sind bislang noch keine Anzeigen gestellt worden, sagt deren Sprecherin Monika Treutler. Ähnliche Fälle seien ihr bislang nicht bekannt. Etwas zu den Hintergründen oder den Absichten der Täter zu sagen, sei reine Spekulation.

Doch Monika Treutler warnt vor einer Nachahmung: "Auch wenn man zunächst vielleicht schmunzelt, das unbefugte Handeln kann weitreichende Folgen haben." Anzeige gegen Unbekannt könne auf jeden Fall wegen Diebstahls gestellt werden, möglicherweise auch wegen Sachbeschädigung und wegen eines Verstoßes gegen das Verkehrsrecht. "Denn die abmontierten Schilder haben auch Konsequenzen für Autofahrer, die nicht mehr erkennen können, ob sie sich in einer geschlossenen Ortschaft befinden. Das wirkt sich auch auf das Tempo aus", sagt die Sprecherin der Polizei. Die Aktion klinge nach einem "Dummen-Jungen-Streich", könne bei einem schweren Unfall aber weitreichende Folgen haben, macht sie deutlich.

Quelle: RP
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