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Hückeswagen
Schlosskonzert mit italienischer Soirée

Hückeswagen. Die beliebten Schlosskonzerte im Heimatmuseum starteten am Samstag in ihre 51. Saison. Zum Auftakt präsentierte das Kölner "Duo Bozza" gemeinsam mit der Schauspielerin Wieslawa Wesolowska ein musikalisches und literarisches Programm zum Thema "Märchen aus dem alten Venedig". Knapp 60 Zuschauer verfolgten den Auftritt der drei Protagonisten, der sich wie ein angenehmes Hörspiel präsentierte. Von Heike Karsten

Ohne Zwischenapplaus - so hatten es sich die Musiker gewünscht - verschmolzen Märchen und Musik miteinander. Es wäre jedoch schade gewesen, die Augen zu schließen. Denn das Duo, bestehend aus Querflötist Andreas Evers und Gitarrist Stephan Schäfer, spielte Stücke italienischer Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts mit fliegenden Fingern und einer virtuosen Leichtigkeit, die seines Gleichen sucht.

Die Auswahl der musikalischen Darbietungen war fein aufeinander abgestimmt. Schon der Einstieg mit dem historisch bearbeiteten Duo "Könnt ich diesen Schritt je wagen" aus der Oper "Die Italienerin in Algier" von Komponist Gioacchino Rossini fesselte die Zuschauer. Dem Duo, das seit 25 Jahren zusammen musiziert, bescheinigen Kritiker eine "perfekte musikalische Dialogfähigkeit" und ein "Höchstmaß interpretatorischer Gestaltungskraft". Diesem Anspruch wurden die Musiker auch im Heimatmuseum gerecht.

Nicht weniger Gestaltungskraft legte Wieslawa Wesolowska in ihre Lesung italienischer Märchen. Da Venedig eine reiche Tradition an Legenden und Märchen besitzt, war jede Geschichte einzigartig. Sie handelten von Königen, Feen, Hexen, Fischern, Kaufleuten oder Bettlern - teils spannend oder anrührend, aber ebenso derb und witzig. Treffsicherer Humor und selbstgewisse Weltklugheit zeichnet die Venezianer von jeher aus. Das gilt auch für ihre zeitlosen, von alters her überlieferten Geschichten. Wieslawa Wesolowska las von verwandelten Prinzen, Seitensprüngen, Menschenfressern und bösen Feen. Mit ihrem Talent, Stimme und Sprache geschickt einzusetzen, verlieh die aus TV-Serien bekannte Schauspielerin den Geschichten höchste Lebendigkeit.

"Die Kombination aus Märchen und Musik ist sehr abwechslungsreich", sagte Vera Brenne-Parpart aus Radevormwald, regelmäßige Besucherin der Schlosskonzerte. Zu den jüngsten Besuchern zählten vier rumänische Kinder, die vor einem Jahr nach Deutschland gekommen sind. "Wir spielen Mandoline. Es ist schwer, was die Musiker spielen", verglichen die Geschwister Lili (14) und Magdalena (11) die Musik des Gitarristen mit ihren eigenen musikalischen Erfahrungen.

Fazit: Es war ein gelungener Saisonauftakt. Das nächste Schlosskonzert am 26. November steht unter dem Thema "Himmelsklänge".

Quelle: RP
 
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