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Hückeswagen
Schnee macht Gehwege unpassierbar

Hückeswagen: Schnee macht Gehwege unpassierbar
Nur schwer begehbar, weil nichtgeräumt, ist der Gehweg entlang der L 68 wie hier bei Westhofen. FOTO: Büllesbach
Hückeswagen. Der starke Schneefall der vergangenen Tagen macht an manchen Stellen in der Stadt vor allem den Fußgängern zu schaffen, denn entlang von Bundes- und Landstraßen sind Gehwege nicht geräumt. Das sorgt für Ärger. Von Brigitte Neuschäfer und Stephan Büllesbach

Wenn viel Schnee fällt, kann das nicht nur zum Problem für Kraftfahrer werden, sondern auch für Fußgänger - vor allem im ländlichen Außenbereich. Jörg Kloppenburg (FDP) sprach das Thema jetzt in der Ratssitzung an. Sein konkreter Anlass: Nach den üppigen Schneefällen vor allem am zweiten Adventwochenende war unter anderem der Geh- und Radweg entlang der B 483 Richtung Radevormwald tagelang nicht mehr benutzbar. Die Räumfahrzeuge des Landesbetriebs Straßen.NRW, der auf der Bundesstraße für den Winterdienst zuständig ist, hatten die Schneemassen von der Fahrbahn zu den Seiten hin weggeräumt und damit auf den Fußweg. Eine Alternative dazu gibt es auch nicht.

Folge war jedoch, dass Fußgänger, die zum Beispiel zu den Bushaltestellen gehen wollten, über die viel und schnell befahrene Bundesstraße laufen mussten - auch die Schulkinder auf dem Weg zum Schulbus -, weil der angrenzende Gehweg aufgrund der Schneemengen nicht mehr passierbar war. "Das kann so nicht sein, weil es einfach gefährlich ist. Vor allem morgens in der Dunkelheit, wenn die Schüler unterwegs sind", gab Kloppenburg zu bedenken.

Sinnvoll sei es für die Zukunft, erst die Fahrbahn zu räumen und im Anschluss daran die Gehwege entlang der Straße. Das wird aber voraussichtlich auch zukünftig nicht der Fall sein. "Ich bezweifle, dass der Landesbetrieb auch zur Räumung der Gehwege entlang von Bundesstraßen verpflichtet werden kann", sagte Bürgermeister Dietmar Persian. Die Verwaltung werde deshalb aber das Gespräch mit der Behörde suchen.

Von solchen Problemen berichtete auch Tanja Avola am Bürgermonitor unserer Redaktion. Die Kinder der Wiehagenerin gehen in Bergisch Born auf die Waldorf-Schule. Der Schulbus hält unter anderem in Scheideweg, und weil die Familie am Kastanienweg wohnt, begleitet die Mutter ihre Kinder morgens dorthin zum Bus und holt sie mittags dort wieder ab. Dabei marschieren sie über den Gehweg entlang der L 68 zwischen Kammerforsterhöhe und Scheideweg.

Der ist - im Übrigen wie der entlang der L 101 zwischen Scheideweg und Dreibäumen - seit dem heftigen Wintereinbruch vor eineinhalb Wochen nicht geräumt worden. Das ärgert Tanja Avola: "Das ist eine Katastrophe", betont die Mutter. Vor allem ist der Weg so beschwerlich, weil sie auch einen Kinderwagen schieben muss. "Zum Glück war ich mal Leistungssportlerin", erzählt sie. Aber das Stampfen durch den hohen Schnee sei dann doch sehr anstrengend.

Die Stadt könne in den Außenbereichen den Winterdienst nicht leisten, sagte Bürgermeister Dietmar Persian auf Anfrage. Allerdings sei auch für die Gehwege an Bundes- und Landstraßen der Landesbetrieb Straßen.NRW zuständig. Dessen Sprecher Johannes Szmais betonte, dass die Priorität auf dem Räumen der Straßen liege. Das Befreien der Gehwege vom Schnee sei aus personellen Gründen kaum möglich. Das bestätigte auch Dirk Goller, Betriebsleiter der Straßenmeisterei Wipperfürth, die für das Räumen der Bundes- und Landstraßen in Hückeswagen zuständig ist. "Wir haben 180 Kilometer Fußwege in Kürten, Wipperfürth, Lindlar, Hückeswagen und Radevormwald, aber nur ein Fahrzeug dafür", listete er auf. Und wenn die Kollegen nachts und in den frühen Morgenstunden die Straßen räumten, könnten sie nicht auch noch tagsüber die Gehwege freimachen. Daher könne es länger dauern, bis auch Gehwege geräumt würden. Bis in den Westen Hückeswagens sind die Mitarbeiter der Straßenmeisterei bislang noch nicht vorgedrungen.

Im innerstädtischen Bereich, in dem der Bauhof den Schnee von den Straßen räumt, sind überwiegend die Anwohner verpflichtet, die Gehwege vor ihren Grundstücken von Schnee und Eis freizuhalten, damit sie auch bei winterlicher Witterung passierbar bleiben.

Quelle: RP
 
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