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Hückeswagen
Schnelleres Internet für Hückeswagen

Hückeswagen. Spätestens im Januar sollen 4000 Haushalte in Hückeswagen über ein deutlich schnelleres Internet verfügen: Die Telekom startet nach den Sommerferien den Breitbandausbau. Dann werden etwa 20 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Von Stephan Büllesbach

Heinz Flosbach fühlt sich manchmal wie im digitalen Mittelalter. Der Hückeswagener kritisierte jetzt am "Heißen Draht" der BM, dass in weiten Teilen der Schloss-Stadt zu langsam im Internet gesurft werden kann. Er selbst habe beispielsweise Schaltpläne an einen Kunden mailen müssen, doch angesichts der hohen Datenmenge und der langsamen Leitung habe das lange gedauert. Zu lange. Flosbach fordert, dass in Hückeswagen endlich mit dem Breitband-Ausbau begonnen wird, damit auch

hier die digitale Neuzeit ankommt. "Vor allem die Firmen in den Gewerbegebieten brauchen schnelleres Internet", argumentiert er.

Sein Wunsch - und nicht nur seiner - wird jetzt erhört: Die Telekom schließt die Schloss-Stadt nach den Sommerferien in einer rund dreimonatigen Bauzeit an das Glasfasernetz an. Zumindest 4000 Haushalte. Nicht davon profitieren werden allerdings manche Außenbezirke wie Straßweg oder Schückhausen, weil sie zu weit weg von den Vermittlungsstellen sein werden, und die Haushalte in einem Umkreis von 550 Meter um die zentrale Vermittlungsstelle im Bereich Lindenberg-/Maria-Zanders-Straße. Den Grund dafür erläuterte gestern Stefan Mysliwitz, Vertriebsbeauftragter der Telekom, in einem Pressegespräch: "Den Zuschlag für den Ausbau des Netzes erhält nur ein Anbieter." In diesem Fall ist das die Telekom. "Wir werden aber diskriminierungsfrei bauen", versicherte Mysliwitz. Das bedeutet: Auch andere Anbieter können ihre Daten an ihre Hückeswagener Kunden über das Glasfasernetz schicken und bezahlen dafür Miete, wie es die unterschiedlichen Stromanbieter bei den Stromtrassen tun. Der Nachteil für die direkten Anwohner: In diesem Bereich kann die Telekom keine Glasfasertechnik einrichten, weil sonst die Signale der anderen Anbieter gestört würden, erläuterte Projektleiter Rolf Buschhausen.

Die gute Nachricht für alle anderen Nutzer, die ans neue Netz angeschlossen werden: Das Tempo der Datenübertragung wird durch das sogenannte Vectoring (siehe Info-Kasten) deutlich erhöht. Mysliwitz: "Im Vergleich zu einem bisherigen VDSL-Anschluss verdoppelt sich das maximale Tempo beim Herunterladen auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich das Tempo auf bis zu 40 MBit/s." Das helfe beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos im Internet. Besonders interessant dürfte das für die Unternehmen in den Gewerbegebieten der Stadt, vor allem Winterhagen-Scheideweg und Kobeshofen, sein. Hat die Stadt doch auch von dort immer wieder Klagen über zu langsameres Internet erhalten. Eine Einschränkung machte der Telekom-Vertriebsleiter jedoch: Nicht für alle Betriebe dürfte selbst das künftige Hochgeschwindigkeitsinternet ausreichen. "Aber wir können individuelle Lösungen anbieten", versicherte Mysliwitz.

Die Telekom wird ab September knapp 20 Kilometer Glasfaser verlegen und rund 27 neue Multifunktionsgehäuse aufstellen und mit modernster Technik ausstatten. Die Beeinträchtigungen durch die notwendigen Bauarbeiten sollen dabei im Rahmen bleiben, denn in der Hauptsache werden vorhandene Leerrohre genutzt, durch die die Glasfaserkabel gezogen werden können. Nur auf insgesamt etwa 1000 Metern müsse gebaggert werden - und das meistens im Gehwegbereich. Das hohe Tempo hat allerdings seinen Preis: Das Verlegen von Glasfasern kostet rund 70.000 Euro pro Kilometer. Auch werden sie nicht bis ins Haus verlegt: Die sogenannte letzte Meile - vom Multifunktionsgehäuse bis zum Gebäude - fließen die Daten weiterhin über das bewährte, aber langsamere Kupferkabel. "Das ist im Endeffekt eine Kostenfrage", betonte Mysliwitz. Seien doch die Erdarbeiten das Teuerste an der Verlegung der Glasfaser.

Anders sieht das aber bei zukünftigen Neubau- und Gewerbegebieten, etwa West 3 bei Junkernbusch, aus: Wenn diese erschlossen werden, werden neben Strom- und Gasleitungen auch direkt Glasfaser bis in die Häuser und Betriebe verlegt.

Quelle: RP
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