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Hückeswagen
Schüler bitten Autofahrer um Rücksicht

Hückeswagen: Schüler bitten Autofahrer um Rücksicht
Grundschüler klären Autofahrer zum Schulstart auf. FOTO: Sch�tz, Michael
Hückeswagen. Heute ist Einschulung. Der Schulweg ist nicht nur, aber vor allem für die i-Dötze mit Gefahren verbunden. Bei einer Aktion zum Schulbeginn appellierten gestern Polizei und Viertklässler an die Autofahrer, besonders umsichtig zu fahren. Von Stephan Büllesbach

Der Schrecken steht einem Ehepaar ins Gesicht geschrieben. Soeben hat Bezirkspolizist Andreas Roth es am Wiehagener Penny-Markt aus dem Verkehr gewunken. Als sein Kollege, Polizeihauptkommissar Hans Peter Schneider, auf das Auto der Frau zugeht, wird sie unsicher. "Ich habe erst einen Schreck bekommen", sagt Ingrid Windgaß später. "Ich war doch gar nicht zu schnell."

Der Polizist von der Verkehrsunfallprävention der Kreispolizeibehörde hatte sie beruhigt und auf zwei Viertklässler der Grundschule Wiehagen verwiesen, die wie ihre Klassenkameraden an diesem Mittwochmorgen für etwa 45 Minuten die Autofahrer darum bitten, jetzt zum Start des neuen Schuljahres besonders aufmerksam zu sein.

Die Polizei-Aktion zum Schutz von Schulkindern im Straßenverkehr gibt es seit Jahren pünktlich zum Schuljahresbeginn. Am Mittwoch werden Schneider und sein Kollege Uwe Petsching von der Klasse 4a der Grundschule Wiehagen unterstützt. Abwechselnd in Zweierteams sprechen die Schüler mit den Autofahrern, nicht ohne ihnen eine gute Fahrt zu wünschen und einen kleinen Erinnerungszettel mit dem Hinweis "Pass auf mich auf!!!" in die Hand zu drücken.

Zu Beginn der ersten Unterrichtsstunde waren die Viertklässler für eine halbe Stunde von den Verkehrserziehern der Polizei auf ihre wichtige Aufgabe vorbereitet worden. In Rollenspielern lernten die Kinder, was sie sagen und wie sie auf die Autofahrer zugehen sollten. Dann ging's, alle in eine gelbe Warnweste gekleidet, zum Penny-Markt.

Auch Diana Gruner ist auf dem weg zur Arbeit in der Montanus-Apotheke aufgehalten worden, auch sie hat sich erst einmal gefragt, "ob ich vielleicht zu schnell gefahren bin". Doch nach den Erklärungen der beiden Grundschüler an ihrer Autotür ist sie erleichtert und sagt: "Ich finde diese Aktion gut. Das sollte man regelmäßig machen."

Wie sie sind alle Autofahrer, die die Bitten der Kinder überbracht bekamen, "sehr dankbar", sagt Uwe Petsching. Eine Frau habe sogar nicht gewusst, dass an diesem Tag die Schule wieder begonnen hat, da sie selbst keine Kinder habe. Und wenn doch jemand gegen die Straßenverkehrsordnung verstößt - etwa, weil er nicht angeschnallt ist -, gibt es an diesem Morgen ausnahmsweise einmal kein Knöllchen von der Polizei. Vielmehr erhalten die ertappten Sünder einen "freundlichen Hinweis", wie Petsching sagt - einen Smiley mit nach unten gezogenen Mundwinkeln.

Ole und Alexander sind gerne Hilfspolizisten. "Jetzt kommen doch die neuen Erstklässler", sagt Ole (9). "Die Autofahrer sollen halt aufpassen, weil die neuen Kinder noch nix wissen." Und sein gleichaltriger Klassenkamerad betont: "Wir machen das, damit den i-Dötzchen nichts passiert."

Das hofft auch Ingrid Windgaß. Sie wohnt am Tulpenweg und kann täglich beobachten, wie schnell die Autofahrer vor allem zum Schulbeginn sind: "Da hält sich kaum einer an Tempo 30", sagt sie. Viele seien auf den letzten Moment unterwegs. Selbst die Eltern.

Quelle: RP
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