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Hückeswagen
Schulabschluss vor 50 Jahren

Hückeswagen. Wie sehr sich eine Schule in 50 Jahren verändern kann, erfuhren am Freitag ehemaligen Realschüler bei einem Klassentreffen. Dennoch fanden die Besucher Parallelen zwischen dem damaligen und heutigen Schulbetrieb. Von Heike Karsten

Bei einem Rundgang durch die Realschule schwelgten die ehemaligen Schüler in Erinnerungen, schließlich hatten sie ihren Schulabschluss bereits 1960 gefeiert. 19 der ehemals 29 Klassenkameraden trafen sich am Freitagnachmittag in ihrer "alten Penne" und wurden von Konrektor Thorsten Schmalt durch die Klassen- und Fachräume geführt. "Heute kommt mir alles viel kleiner vor", staunte Bernd Aukthun beim Betreten der Aula. Früher gab es in dem Musiksaal ein Podium, auf dem die Musiklehrerin am Flügel saß und das ebenso als Bühne genutzt wurde. Die schuleigene Turnhalle dagegen existierte kurz nach dem Bau der Schule noch nicht: Für den Sportunterricht war vor 50 Jahren die Turnhalle im Schloss oder der Sportplatz an der Schnabelsmühle genutzt worden.

Umzug mit Stuhl unterm Arm

Klaus Rehahn hatte das Klassentreffen mit Kaffee und Kuchen in der neuen Schul-Mensa und einem gemütlichen Abendessen im Hotel Kniep organisiert. "Wir waren eine der ersten Klassen, die in die neue Realschule einziehen durfte", erinnerte er sich. Mit einem Stuhl unter dem Arm und bei schlechtem Wetter hatten die Schüler am 29. November 1954 das alte Schulgebäude an der unteren Kölner Straße verlassen und den Neubau bezogen. Einen Vorteil hatte das alte Schulgebäude: "Wir durften dort nicht im Gleichschritt gehen, denn sonst wackelte das ganze Haus", erinnerten sich die Ehemaligen.

Da es zu dieser Zeit in den umliegenden Städten noch keine Realschulen gab, mussten die Schüler teilweise weite Anfahrtswege in Kauf nehmen. Von Wermelskirchen und Wipperfürth und sogar bis Ohl und Marienheide reichte das Einzugsgebiet. "Wir sind im Sommer mit dem Fahrrad gefahren und bei schlechtem Wetter mit dem Zug", blickte Klaus Schwamborn zurück, der allein drei Kilometer gehen musste, um den Bahnhof in Marienheide zu erreichen. Unterrichtet wurde die Klasse unter anderem von den Lehrern Heinrich Bode, dem Klassenlehrer Johannes Schoon und Willi Wörsdörfer, der später dann Schulleiter der Realschule wurde.

Die Modernisierungen am Schulgebäude gefielen am Freitag nicht nur Sabine Knaak, geborene Krogmann. "Die Schule ist super und war schon damals gut", zeigte sie sich begeistert und verriet: "In der ersten Reihe saß man am besten. Wenn der Lehrer durch die Klasse ging und einem den Rücken zudrehte, konnte ich sogar unter der Tischplatte stricken." Die eitlen Mädchen aus den hinteren Reihen hatten es dagegen schwerer. "Wir konnten kaum erkennen, was der Lehrer an die Tafel schrieb. Denn die Brillen waren damals so hässlich, dass wir sie nie trugen", berichtete eine ehemalige Schülerin.

Quelle: RP
 
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