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Hückeswagen
Segway-Polo an der Schnabelsmühle

Hückeswagen: Segway-Polo an der Schnabelsmühle
FOTO: Köhlen Stephan
Hückeswagen. Nach den Sommerbob-Rennen bekommt Hückeswagen das nächste kuriose Sportereignis: Am 27. und 28. August richtet die Firma Pflitsch auf dem Sportplatz ein Segway-Polo-Turnier aus. Auch internationale Spieler sollen anreisen. Von Stephan Büllesbach

Gemächlicher wird es diesmal zugehen, aber beileibe nicht weniger spektakulär, wenn sich am ersten Wochenende nach den Sommerferien auf dem Sportplatz Schnabelsmühle mehrere Polo-Teams gegenüberstehen und auf Segways fahrend und mit Schlagstöcken (Mallets) versuchen, einen etwa zehn Zentimeter großen Ball in das gegnerische Tor zu befördern. Sind die Sommerbobs, wenn sie das Island herunterrasen, bei ihren Rennen bis zu 80 km/h schnell, dürfen die Segways beim Polo maximal 20 km/h schnell sein (siehe Infokasten). Dafür stehen sich bei dieser Sportart, die erst seit 14 Jahren ausgeübt wird, aber jeweils fünf Spieler auf beiden Seiten gegenüber.

"Schuld", dass die Schloss-Stadt erneut Austragungsort einer etwas kuriosen Sportart sein wird, ist Dr. Martin Lechner. Der 50-jährige arbeitet seit fünf Jahren bei der Firma Pflitsch vom Mühlenweg und ist der Leiter ihrer Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Zudem ist Lechner begeisterter Segway-Polo-Spieler. "Ich bin technik-affin", erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Jahr 2002 - das Einpersonen-Transportmittel war erst wenige Monate zuvor in den USA entwickelt und auf den Markt gebracht worden - hatte der Österreicher vom Segway erfahren. Und für Lechner, der seit bereits 20 Jahren in Deutschland lebt, war sofort klar: "So etwas brauche ich!" Zwei Jahre später erwarb er sein erstes Segway, "damals noch in den USA, weil es sie hier in Deutschland noch nicht zu kaufen gab". Inzwischen hat er gleich zwei dieser elektrisch betriebenen Fahrzeuge.

Als eines dann technische Probleme hatte, stieß Lechner auf Olaf Funke, der das Segway-Polo in Deutschland und Europa etabliert hat (siehe unten stehenden Bericht). Der infizierte den Pflitsch-Mitarbeiter mit dem Polo-"Virus", der inzwischen seit fünf Jahren aktiv in Lohmar spielt - entweder bei den Funky Move Turtels oder den X Turtles. Wie oft er trainiert? "Viel zu wenig", sagt Lechner lachend und verweist auf die zwei Trainingseinheiten im Monat.

Er war es auch, der im vorigen Jahr Roland Lenzing - zusammen mit Mathias Stendtke Geschäftsführenden Gesellschafter von Pflitsch - zur Segway-Polo-WM nach Köln eingeladen hatte. "Dort entstand dann die Idee, ein Turnier im Bergischen auszurichten", sagt Jessica Börsch, stellvertretende Marketingleiterin des Unternehmens. Die Geschäftsführung fragte bei Bürgermeister Dietmar Persian nach, ob so etwas in Hückeswagen machbar ist, und der zeigte sich begeistert. "Das ist eine tolle Idee, und dieses Spiel passt sehr gut zu Hückeswagen, weil es etwas Außergewöhnliches ist", betont er. Persian ist sich sicher, dass sich viele Besucher am 27. und 28. August vom Segway-Polo begeistern lassen werden.

Er hatte, als er Ende vorigen Jahres angesprochen wurde, umgehend Kontakt zum damaligen Vorsitzenden des Stadtsportverbands, Jürgen Löwy, aufgenommen. "Denn wir mussten ja wissen, ob ein solches Turnier auf dem Kunstrasen machbar ist." Doch Löwy hatte keinerlei Bedenken.

An den "Pflitsch Open 2016" werden mindestens fünf Teams teilnehmen, bestätigt Martin Lechner. "Wir hoffen, dass wir noch ein sechstes oder gar siebtes Team verpflichten können." Diese werden voraussichtlich sämtlich aus Deutschland sein, es werden sich aber wohl auch internationale Spieler den einzelnen Mannschaften anschließen. "Beim Segway-Polo hilft man sich gegenseitig aus", erläutert Lechner. "Ich selber habe im vorigen Jahr bei der WM in Köln bei den Schweizern mitgespielt."

Die Organisatoren - Veranstalter des Turniers ist der SegwayPolo Deutschland e. V. mit Sitz in Lohmar - holen für das Wochenende auch Rüdiger Fuhr mit ins Boot. Der Miteigentümer des GHW-Klettergartens im Brunsbachtal bietet selber Segway-Touren durchs Bergische an. Bei ihm können interessierte Besucher am 27. und 28. August auf dem Sportplatz das Fahren auf den Elektromobilen ausprobieren. Auch der RSV 09 Hückeswagen ist involviert: "Er wird für die Verpflegung zuständig sein", berichtet Jessica Börsch. Der Erlös komme ihm zugute. Sollte das Turnier dieser kuriosen Sportart gut ankommen, werde bei Pflitsch über eine Wiederholung nachgedacht, sagt sie.

Der Eintritt ist an beiden Turniertagen kostenfrei.

Quelle: RP
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