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Hückeswagen
Sind fünf Millionen der Stadt fürs Jugendamt zu viel?

Hückeswagen. Die Arbeit des Kreisjugendamts wird von den Städten und Gemeinden im Oberbergischen Kreis finanziert, die kein eigenes Jugendamt haben. Hückeswagen gehört dazu. Laut Haushaltsplan wird die Stadt in diesem Jahr fünf Millionen Euro an Umlage für das Kreisjugendamt in Gummersbach zahlen - und das zusätzlich zur Kreisumlage in Höhe von knapp 13 Millionen Euro. Für den städtischen Haushalt bedeutet der Millionen-Abfluss nach Gummersbach bei einem Gesamt-Jahresvolumen an Aufwendungen von fast 38 Millionen Euro eine enorme Belastung. Von Brigitte Neuschäfer

Aber zahlt Hückeswagen zu viel für das, was die Stadt an Leistungen vom Kreisjugendamt bekommt? Bei den jährlichen Haushaltsberatungen ist das immer wieder ein von den örtlichen Politikern durchaus mit Argwohn beäugtes Thema. Heinz Thelen, der Leiter des Kreisjugendamts, nannte nun im Sozialausschuss konkrete Zahlen zu den letztlich über die Kommunen finanzierten Auf- und Ausgaben der Behörde, die insgesamt für dieses Jahr mit Kosten von 53 Millionen Euro kalkuliert - Tendenz seit Jahren steigend. Insbesondere steigen demnach die Aufwendungen für die Kindertagesstätten und die sogenannten Hilfen zur Erziehung.

Im vorigen Jahr gab der Kreis für die Tagesbetreuung von Kindern 19,5 Millionen Euro aus, wovon 1,8 Millionen Euro in die Hückeswagener Kindergärten flossen. Die Hilfen zur Erziehung schlugen beim Kreisjugendamt mit 18,7 Millionen Euro zu Buche, allein für Hückeswagen waren es 2,2 Millionen Euro. Die beiden großen Ausgabenblöcke addieren sich also allein für die Schloss-Stadt auf vier Millionen Euro im Jahr. Hinzu kommen Ausgaben unter anderem für den "Begleiteten Umgang", Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen durch das Jugendamt (die Zahl der Fälle steigt laut Thelen rasant an), sozialpädagogische Einzelbetreuung und vieles andere mehr. Und natürlich fallen auch für das Jugendamt selbst Personal- und Sachkosten an, die über die Umlage finanziert werden müssen.

Fazit aus den im Sozialausschuss genannten Zahlen: Für die fünf Millionen Euro, die Hückeswagen an Umlage zahlt, bekommt die Schloss-Stadt auch die entsprechenden Leistungen vom Kreisjugendamt. Und: Die Aufwendungen werden in den nächsten Jahren nicht geringer, sondern eher steigen. Der Ausbau von Kita-Plätzen, wie aktuell auch für Hückeswagen geplant (die BM berichtete), ist nur ein Grund dafür.

Quelle: RP
 
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