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Hückeswagen
Sinnfonia-Konzert regt die Sinne an

Hückeswagen. Das Thema der Konzert-Trilogie steckt bereits im Namen der Gruppe "Sinnfonia". Ein Jahr Zeit nahmen sich Ruth Balling, Olav Borgmeier, Klaus Heider, Reiner Krause und Jürgen Merz, um Lieder, Texte und Gedanken zusammenzustellen, die die eigene Wahrnehmung betreffen. Der erste Teil der neuen Trilogie am Freitagabend in der ehemaligen Krankenhauskapelle trug den Titel "übersinnlich". Fast 100 Zuhörer waren gekommen, um innezuhalten, mitzufühlen und auch mitzusingen. "Wir lernen das Hören schon im Mutterleib. Doch viele haben verlernt, auch auf die Stille und die innere Stimme zu hören", sagte Olav Borgmeier bei der Begrüßung. Von Heike Karsten

Fast zwei Stunden lang lauschte das Publikum den Songs unterschiedlicher Genre, die alle das Thema als Botschaft widerspiegelten. Es wechselten sich Volksweisen mit vierstimmigen Renaissancesätzen, Instrumentalstücken und englischen Songs wie "Wind of Change" von den "Scorpions" ab. Auch Liedgut früherer Konzerte fand Platz im neuen Programm, was die regelmäßigen Besucher aufgrund des Widererkennungswerts erfreute.

Seit 15 Jahren singt das Quartett zusammen und begleitet sich dabei selbst mit seinen Instrumenten. Viele treue Anhänger freuen sich auf die seltenen Stunden des Genießens, als Auszeit vom Alltag. Aber auch neue Zuhörer zieht die Gruppe in ihren Bann, so wie Gisela Hager. "Ich bin zum zweiten Mal bei einem ,Sinnfonia'-Konzert und finde die Lieder sehr vielseitig und abwechslungsreich", schwärmte die Hückeswagenerin von der fast zweistündigen Darbietung.

Nach einer zweijährigen Auszeit trug Reiner Heider erneut eine Geschichte zum Themenabend bei. Diese handelte davon, wie Sinneswahrnehmungen unser Leben steuern und wie der Verlust eines Sinnes, wie beispielsweise bei Blindheit, durch das Schärfen der restlichen Sinne kompensiert wird. Der Konzertabend machte wieder einmal deutlich, wie viel Vorbereitung, Arbeit, Gedanken und Gefühl das Quintett in seine Programme steckt. "Wir diskutieren die Themen sehr intensiv, daraus entsteht dann auch meine Geschichte. Eine spannende Sache", gab Reiner Heiner einen kleinen Einblick in den Entstehungsprozess.

Musiziert wurde auch gemeinsam mit den Zuschauern, die in den Themenliedruf, zwei Kanons und das Abschlusslied mit einstimmten. Um auch wirklich alle Sinne zu erreichen, verteilte die Gruppe Zartbitterschokolade mit Chili. Selten lässt man sich ein kleines Stück Süßes so langsam auf der Zunge zergehen und nimmt den Geschmack so intensiv wahr, wie an diesem Abend. Ende des Jahres soll die Trilogie fortgesetzt werden.

Quelle: RP
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