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In Böschung gefahren
So läuft die gefährliche Bergung des Lasters ab

Hückeswagen: 40-Tonner hängt in Böschung
Hückeswagen: 40-Tonner hängt in Böschung FOTO: Feuerwehr H�ckeswagen
Hückeswagen. 25 Tonnen Stahl hat der Lkw geladen, der seit Montagabend teils schwebend in einer Böschung in Hückeswagen hängt. Damit der Lkw nicht abrutscht und Diesel in die Dhünn-Talsperre läuft, musste der Laster am Dienstag mit Stahlseilen gesichert werden. Dann soll ihn ein Hubschrauber oder Panzer aus seiner Lage befreien.  Von Stephan Büllesbach

Seit Montagabend hängt der Lastwagen teils schwebend in einer Böschung in Hückeswagen fest - das Navi soll den Fahrer in die missliche Lage gebracht haben.

Ernst-Oskar Lambeck setzte am Dienstag alle Hebel in Bewegung, damit der havarierte Sattelzug vor dem Absturz gesichert wird. "Es ist Gefahr im Verzug", betonte er im Gespräch mit unserer Redaktion. "Wichtig ist vor allem, dass der Sattelzug gesichert und der Diesel abgepumpt wird", forderte der Waldbesitzer. Denn sollten die 40 Tonnen des Fahrzeugs und seiner Ladung ins Rutschen kommen, würde der Lkw 50 Meter die Böschung hinabstürzen. Und dort gebe es einen Zufluss zur Großen Dhünn-Talsperre, die die Trinkwasserversorgung in weiten Teilen der Region sicherstellt. Lambeck ging davon aus, dass der Laster immer noch mindestens einen halben Kubikmeter Treibstoff geladen hatte. Die Tanks lägen aber auf der Seite, zu der sich der Sattelzug neige. Daher dürfte es nicht gefahrlos möglich sein, den Diesel abzupumpen.

Gegen 16.20 Uhr meldete Roland Kissau vom Ordnungsamt: "Der Lkw wird gerade von einem Forstunternehmen aus Wermelskirchen-Dhünn mit Stahlseilen gesichert, danach wird der Diesel abgepumpt." Dann soll neben dem Laster eine Fläche begradigt und befestigt werden, damit dort Winden und anderes Arbeitsmaterial aufgestellt werden können.

Wenn diese Vorarbeiten beendet sind, soll damit begonnen werden, mit Hilfe der Winden die Ladung – 25 Tonnen Stahl – aus dem Auflieger zu holen und sie auf dem darüberliegenden Weg zwischenzulagern. Danach wird der Weg, den der Lkw am Montagabend befahren hatte, freigeschnitten. "Wenn alles klappt, kann erst die Zugmaschine und dann der Auflieger wieder herausgezogen werden", berichtete Kissau. Die Arbeiten werden mindestens bis Donnerstag andauern.

Nur ein Bergepanzer der Bundeswehr ist dann nach Meinung von Lambeck in der Lage, den havarierten Sattelzug aus der Tannenschonnung zwischen den Ortschaften Wickesberg und Purd zu ziehen. Ein Kran wäre dazu nicht in der Lage. Die Versicherung der Siegener Spedition, deren 32-jähriger Fahrer den etwa 17 Meter langen Lkw am Montagabend in die missliche Lage gesteuert hatte, geht laut Roland Kissau vom Ordnungsamt sogar einen Schritt weiter: Dort denke man über den Einsatz  eines Hubschraubers nach, sagte er auf Nachfrage. Zumindest eines ist sicher: Die Bergung des Lkw wird kompliziert – und teuer. 

(büba)
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