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Hückeswagen
Sorge um den Kinderärztlichen Notdienst im Oberbergischen Kreis

Hückeswagen. In der bergischen Region finden sich außer den Kinderärzten kaum noch regionale Fachärzte, die bereit sind, persönlich am Notdienst teilzunehmen. Das ist eines der Ergebnisse der kommunalen Gesundheitskonferenz. "Die Gesundheitskonferenz berät Fragen der gesundheitlichen Versorgung auf örtlicher Ebene mit dem Ziel der Koordination und gibt bei Bedarf Empfehlungen" - so steht es im Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes.

Damit steht ein Instrument zur Verfügung, das unter Beteiligung der Handelnden vor Ort maßgeschneiderte Lösungen entwickeln und umsetzen kann. Die kommunale Gesundheitskonferenz des Oberbergischen Kreises besteht seit Mitte 2000. Der Konferenz gehören Vertreter der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, die Beauftragten der Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen, Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Versorgungseinrichtungen an. Freie Wohlfahrtsverbände, Selbsthilfegruppen, die Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge und des Patientenschutzes sind genauso vertreten wie Repräsentanten der Kommunalpolitik. Die Konferenz umfasst etwa 30 stimmberechtigte Mitglieder sowie eine Vielzahl beratender Mitglieder. Die Sitzungen der Gesundheitskonferenz sind öffentlich.

Wie im Bereich der Allgemeinmedizin wird auch der Kinderärztliche Bereitschaftsdienst von Patienten außerhalb des Oberbergischen Kreises in Anspruch genommen. Es handelt sich dabei um teilweise noch schlechter versorgte Nachbarkommunen wie Halver, Kierspe, Meinerzhagen, Drolshagen in Westfalen, Friesenhagen, Windeck im Süden und Kürten und Wermelskirchen im Westen.

Besorgniserregend ist die Situation im Kinderärztlichen Bereitschaftsdienst, heißt es in einer Mitteilung des Oberbergischen Kreises. Die Vertreterin der Kassenärztlichen Vereinigung Oberberg berichtete von der aktuell noch guten Versorgung außerhalb der Sprechstunden, zeigte aber auch auf, dass die Zahl der Dienste mit 28 bis 32 Notdiensten erheblich höher liegt als in anderen Regionen oder im Bereich der anderen niedergelassenen Ärzte. Sollte die Zahl der Kinderärzte in Oberberg weiter schrumpfen, ist dieses Angebot akut gefährdet. Dies wiederum würde die Kapazitäten der Kinderklinik im Kreis dann überfordern.

In diesem Zusammenhang berichtet die KV, dass die Region Oberberg auf dem Papier mit 148 Prozent überversorgt sei. So droht der KV-Sitz eines kürzlich gestorbenen Kinderarztes kurzfristig eingezogen zu werden. Die Gesundheitskonferenz will das so nicht hinnehmen und bietet der KV ihre Unterstützung an, wenn die Chancen, den Sitz in Oberberg zu behalten, dadurch verbessert werden.

(wos)
 
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