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Hückeswagen
Sorge und Freude bei Musikschule

Hückeswagen: Sorge und Freude bei Musikschule
FOTO: Moll Jürgen
Hückeswagen. Eckhard Richelshagen ist zufrieden mit der Arbeit und dem Leistungsniveau an der Musikschule. Der Leiter bedauerte jetzt im Ausschuss allerdings, dass die Einrichtung zu wenig Fördermittel von der Stadt erhält. Von Stephan Büllesbach

Eines stand bei der Debatte um das Haushaltssicherungskonzept nie infrage: der städtische Zuschuss an die Musikschule. Am Fortbestand der Stadtbibliothek wurde - wenigstens anfangs - gerüttelt, die Musikschule jedoch erhält weiterhin ihre Fördermittel. Der jährliche Zuschuss wurden 2015 sogar um 3000 auf 20.000 Euro erhöht.

Ihr Leiter Eckhard Richelshagen sieht darin dennoch ein Problem - ist ihm die Förderung durch die Stadt doch zu gering, wie er jetzt im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport deutlich machte. "Im Vergleich zu den umliegenden Kommunen erhält die Musikschule Hückeswagen, bezogen auf die Einwohnerzahl, den mit Abstand geringsten Zuschuss", sagte er. Als Beispiele nannte er Wipperfürth (drei Euro pro Einwohner) und Radevormwald (2,22 Euro) - die Schloss-Stadt dagegen zahle nur 1,08 Euro. Wobei bei dieser Berechnung noch der alte Zuschuss zugrunde liegt, inzwischen sind es mit 1,25 Euro aber auch nicht annähernd so viel wie in den Nachbarstädten. Gute Pädagogik hänge nun einmal auch an der Finanzausstattung, argumentierte Richelshagen. So seien im Februar die Gebühren angehoben worden, um den gestiegenen Kosten zu begegnen, "was leider vorwiegend junge Familien betrifft".

Trotz der angespannten Finanzen bringe die Musikschule aber fast jedes Jahr Preisträger im Wettbewerb "Jugend musiziert" hervor, sagte der Leiter. Besonders stolz ist er auf Gesangschülerin Lorena Manz, die es voriges Jahr in den Bundeswettbewerb geschafft hatte und den dritten Rang nur um einen Punkt verpasste.

Ein zweites Problemfeld ist die Schulzeit-Verdichtung durch das Abitur nach acht Jahren (G 8). "Dadurch und den ausufernden Nachmittagsunterricht haben die Schüler einfach viel weniger Zeit und sind oft an der Grenze ihrer Belastbarkeit", hat Richelshagen feststellen müssen. Immer wieder werde als Grund, mit dem Instrument aufzuhören, Zeitmangel genannt.

Doch der Leiter hatte auch eine Reihe von positiven Nachrichten für die Politiker. So ist die Schülerzahl auch im 41. Jahr ihres Bestehens stabil. Aktuell werden etwa 320 Schüler im Alter zwischen zwei und 69 Jahren an den beiden Standorten Kultur-Haus Zach und Montanusschule von 24 Lehrern unterrichtet, wobei mehr als die Hälfte zwischen sieben und 14 Jahre alt ist. Richelshagen: "Die Musikschule bietet für alle Altersklassen einen kontinuierlich-aufbauenden Unterricht an." Alle gängige Instrumente werden unterrichtet, es gibt eine große Tanz- und Ballettabteilung, und seit vorigem Jahr besteht an der Musikschule die Möglichkeit, sich auf ein Musikstudium vorzubereiten.

In den vergangenen Jahren sind verschiedene Kooperationen entstanden. So gibt es an der Löwen-Grundschule die Musik-AG, bei der Schüler des zweiten und dritten Schuljahres nach dem Unterricht in Kleingruppen ein Instrument lernen - bis zu 50 Kinder machen mit. Diese AG wird im nächsten Schuljahr auch an der Wiehagener Grundschule angeboten. Dort gibt es bereits einmal in der Woche eine Trommel-AG, auch arbeitet die Musikschule mit dem benachbarten Johanna-Heymann-Kindergarten im Bereich der Musikalischen Früherziehung zusammen. Und im Februar startete mit dem "Haus Drei Birken" der Lebenshilfe vom Hambüchener Weg ein Musikprojekt für und mit Menschen mit Handicap.

Der Stadtverwaltung dankte Richelshagen, weil sich bei Problemen immer ein Ansprechpartner finden ließe, der sich um eine konstruktive Lösung bemühe.

Quelle: RP
 
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