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Hückeswagen
SPD will Flagge zeigen gegen Hass und Hetze

Hückeswagen. Parteiübergreifend herrscht Einigkeit: Der Zustrom der Flüchtlinge aus aller Welt und die Integration der Asylbewerber, die dauerhaft bleiben werden, gehören zu den größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der zurückliegenden Jahrzehnte. Das Thema beherrschte am Mittwochabend auch die Mitglieder-Versammlung der SPD im Hotel Kniep. Als Gast war die oberbergische Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier gekommen, die ausführlich auf die Thematik einging. Ein Fazit der SPD-Politikerin: "Wir haben kein Flüchtlings-, wir haben eher ein Nazi-Problem." Von Brigitte Neuschäfer

Engelmeier bezog sich auf die Terror-Anschläge von Paris, die deutsche Rechtspopulisten nutzten, um verstärkt Stimmung gegen Flüchtlinge und das Asylrecht zu machen. Mit Blick auf die Pegida sagte sie: "Da gehen 5000 Menschen in Dresden auf die Straße und brüllen ,wir sind das Volk'. Aber das ist falsch. Wir, die vielen Menschen in Deutschland, die sich jetzt auch ehrenamtlich einsetzen, um denen, die vor Krieg, Terror und bitterster Armut in ihrer Heimat geflohen sind, zu helfen, sind das Volk."

Zwei von diesen Ehrenamtlichen in Hückeswagen, beide Mitglieder der SPD, berichteten in der Versammlung aus ihrer Arbeit. Burkhard Anger und Udo Fiebig bieten, gemeinsam mit anderen, Deutschkurse für Asylbewerber in der Stadtbibliothek und im katholischen Gemeindehaus an. "Diese Arbeit macht allen sehr viel Freude", sagte Anger. Die meisten der Asylbewerber kämen regelmäßig zum Unterricht und nähmen mit großem Interesse teil. Es werde auch viel miteinander gelacht. Anger nannte ein Beispiel: "Den meisten fällt es ungeheuer schwer, das Wort Hückeswagen auszusprechen, da kommen die merkwürdigsten Wortkonstruktionen raus."

Udo Fiebig, früher Pfarrer und viele Jahre lang Bundestagsabgeordneter der SPD, bestätigte das. Wie Anger unterstrich auch er, dass "viel zurückkommt" an Dankbarkeit und Freundlichkeit von den Flüchtlingen, die die Angebote sehr zu schätzen wüssten. Er und Anger seien nur zwei unter sehr vielen ehrenamtlichen Helfern in Hückeswagen. Da werde viel geleistet für die Willkommenskultur und Integration vor Ort. Fiebig: "Wenn es überall so läuft wie in Hückeswagen, können wir stolz auf Deutschland sein." Auch die Stadtverwaltung leiste "hervorragende und wirklich vorbildliche Arbeit" in der kommunalen Flüchtlingshilfe.

Michaela Engelmeier zog das Fazit: "Die Flüchtlinge fordern uns, aber sie überfordern uns nicht." Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es so ausgedrückt: "Wir schaffen das!" Ihr zollte Engelmeier Respekt: "Ich habe Achtung vor Angela Merkel, ihre eindeutige Haltung beeindruckt mich. Auch wir dürfen nicht zulassen, dass alles, was gut und richtig läuft, zerredet wird." Dem schloss sich Horst Fink als Ortsvorsitzender an: "Wir müssen als SPD Flagge zeigen und dürfen Hass und Hetze der Rechtspopulisten nicht zulassen. Wir müssen uns kümmern, natürlich auch in unserer Stadt."

Quelle: RP
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