| 00.00 Uhr

Hückeswagen
Stadt braucht mehr Platz für Industrie und Wohnen

Hückeswagen. Die Kleinstadt Hückeswagen gehört immer noch zu den "grünen Kommunen" im Land: Knapp 5050 Hektar Fläche hat die Stadt. Gut 2440 Hektar, also fast die Hälfte davon, werden landwirtschaftlich genutzt, weitere rund 1470 Hektar forstwirtschaftlich. Die Relationen werden sich aber in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verschieben. Der Flächenverbrauch war nun am Donnerstag auch ein Thema am Rande der Mitgliederversammlung der Landwirte von Hückeswagen und Radevormwald im Kolpinghaus. Von Brigitte Neuschäfer

Als Gast geladen war Bürgermeister Dietmar Persian. Aus der Versammlung heraus ging die Frage an ihn: Wie viel an heute noch landwirtschaftlich genutzter Fläche wird verloren gehen, weil sie für die Gewerbeansiedlung und den Wohnungsbau gebraucht wird? Konkrete Zahlen nannte Persian dazu nicht, stellte aber klar: Auch in Hückeswagen wird mehr Raum vor allem für das produzierende Gewerbe benötigt. Neuer Wohnraum müsse ebenfalls geschaffen werden.

Noch vor wenigen Jahren wurden große Mietshäuser der GBS in Wiehagen abgerissen, weil es keinen Bedarf für die teils stark sanierungsbedürftigen Wohnungen gab. Die Genossenhaft hatte als größter Wohnungseigentümer der Stadt mit einer hohen Quote an leerstehenden Wohnungen zu kämpfen und zog mit den Abrissen die Konsequenz daraus. Zu diesem Zeitpunkt war die "Flüchtlingswelle" noch kein Thema.

Heute sieht die Situation anders aus. "Derzeit leben rund 300 Asylbewerber in Hückeswagen, die Zahl wird in diesem Jahr deutlich wachsen und mit ihr der Bedarf an Wohnraum", sagte Persian in der Versammlung. Wie viele Wohnungen müssen konkret neu geschaffen werden? Persians Antwort: "Fragen Sie mich das in einem Jahr nochmal!"

Das Problem bei der Planung sei, dass niemand wisse, wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr nach Hückeswagen kommen und wie viele von ihnen langfristig bleiben werden. Persian: "Früher zogen viele Asylbewerber, die zu uns kamen, nach ihrer Anerkennung wieder fort, zum Beispiel ins Ruhrgebiet oder an die Rheinschiene. Das wird in Zukunft nicht mehr der Fall sein, weil in den Ballungsräumen der Mangel an Wohnungen noch deutlich größer ist."

Der Bürgermeister geht aber nicht davon aus, dass in Hückeswagen Neubaugebiete auf der grünen Wiese, also auf heute noch landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen werden. Persian: "Ich sehe da eher eine Wohnraum-Verdichtung im schon jetzt dichter besiedelten Bereich von Hückeswagen."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hückeswagen: Stadt braucht mehr Platz für Industrie und Wohnen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.