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Hückeswagen
Stadt lässt nach Hunden ohne Marke fahnden

Hückeswagen: Stadt lässt nach Hunden ohne Marke fahnden
Wer seinen Vierbeiner zum Gassigehen ausführt, sollte für ihn die fällige Hundesteuer zahlen und sein Halsband mit der Hundemarke versehen haben. Entdecken die Mitarbeiter der Firma Springer in den nächsten Wochen Hückeswagener, die ihren Hund nicht angemeldet haben, kommt auf diese nicht nur eine Nachzahlung, sondern womöglich auch ein Bußgeldbescheid zu. FOTO: BM-Archiv
Hückeswagen. Wie schon 2008 wird eine Firma im Auftrag der Verwaltung ab dem 26. Oktober alle Hückeswagener aufsuchen, um nicht angemeldete Hunde aufzuspüren. Mitte Dezember soll die Aktion abgeschlossen sein. Von Stephan Büllesbach

Für Bürgermeister Dietmar Persian ist es vor allem eine Frage der Gerechtigkeit: "Jeder, der einen Hund hält, muss seiner Pflicht nachkommen und ihn anmelden und für ihn Steuern zahlen." Die Aufgabe der Stadt sei es, dafür zu sorgen, dass auch tatsächlich alle Hundehalter die Hundesteuer zahlen. Schließlich sei die Stadt verpflichtet, eine Steuergerechtigkeit herzustellen.

An der Grundsteuer oder der Straßennutzungsgebühr käme niemand vorbei, bei der Hundesteuer müsste der Halter jedoch von sich aus aktiv werden, sagte Persian gestern in einem Pressegespräch. Weil es auch in Hückeswagen "schwarze Hunde" gibt, die nicht angemeldet sind, werden nun wieder Mitarbeiter der Dürener Firma Springer Kommunale Dienste von Tür zu Tür gehen und die Bewohner nach möglichen Hunden befragen. Nach der ersten Hundebestandsaufnahme vor sieben Jahren "wuchs" die Hundepopulation in der Schloss-Stadt um 113 auf 1134, teilte Astrid Pätzold vom Steueramt mit.

Die "Hundefahnder" erhalten von der Stadt Informationen über die Haushalte in den jeweiligen Gebäuden, aber keine Namen. Sie gehen dann nach und nach alle Häuser in Hückeswagen ab und klingeln an jeder Tür. Ist niemand zu Hause oder will niemand Auskunft geben, hinterlassen sie ein Informationsblatt. Darin wird aufgeklärt, dass jeder Hundehalter verpflichtet ist, Hundesteuer zu zahlen. Wer das Tier bislang nicht angemeldet habe, sei verpflichtet, das unverzüglich nachzuholen (s. Kasten). Lebe kein Hund im Haushalt, sei die Sache erledigt.

Gibt jemand an der Tür zu, einen nicht angemeldeten Hund zu haben, wird er notiert. Das Gleiche gilt auch in den Fällen, in denen die Springer-Mitarbeiter Zweifel haben, wenn der Angesprochene verneint, Hundehalter zu sein. Diese Mitteilungen erhält dann das Steueramt, das wiederum diese Hückeswagener anschreibt. Diese sind dann auskunftspflichtig. "Wer die Frage nach einem Hund auch dann mit einem Nein beantwortet, dem glauben wir", versicherte Astrid Pätzold. Stellt sich später jedoch das Gegenteil heraus, bekommt der Hundehalter richtig Probleme in Form eines saftigen Bußgeldbescheids.

Überhaupt hat die Stadt die Möglichkeit, Hundebesitzer mit einem Bußgeld zu belegen, die ihre Tiere nachweislich über einen längeren Zeitraum gehalten und nicht angemeldet haben. Deshalb hoffen Persian und Kämmerin Isabel Bever, dass viele Säumige die Zeit bis zum Start der Hundebestandsaufnahme nutzen, ihre Tiere im Steueramt anzumelden. "Einen Hund kann man nicht so ohne Weiteres verheimlichen", glaubt der Bürgermeister.

Jeder Mitarbeiter der Firma Springer trägt bei der Kontrolle gut sichtbar eine von der Stadtverwaltung ausgestellte Legitimation. Astrid Pätzold wies zudem darauf hin, dass sie die Wohnungen nicht betreten dürfen.

Eine finanzielle Belastung für die Stadt stellt die Aktion laut Persian nicht dar. Ist die Bezahlung der Firma Springer doch erfolgsabhängig - die Stadt bezahlt einen bestimmten Betrag pro ermitteltem Hund ohne Hundemarke. Und auch wenn die Stadt die Hundebestandsaufnahme in erster Linie aus Gründen der Steuergerechtigkeit macht, so erhofft sie sich doch auch zusätzliche Finanzmittel für den Haushalt.

Quelle: RP
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