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Biesenbachs Masterplan
Stadt muss günstigen Wohnraum anbieten

Hückeswagen. Hückeswagen (büba) Nicht zuletzt der wachsende Zustrom an Flüchtlingen bringt gerade die Kommunen in die finanzielle und strukturelle Bredouille. Das spürt auch eine Stadt wie Hückeswagen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach fordert daher für seine Heimatstadt einen Masterplan, mit dem Hückeswagen die Anforderungen der Zukunft besser bewältigen kann. Ein wichtiger Aspekt ist die Ansiedelung von Familien.

Um dies zu erreichen, schlägt Biesenbach vor, dass die Stadt Flächen für Eigenheime zu einem günstigen Preis anbietet. "Eventuell müsste sie diese subventionieren", sagt der CDU-Politiker. Doch würde die Stadt am Ende davon profitieren, würde es viele Familien in die Schloss-Stadt ziehen.

Doch damit allein ist es nicht getan. Gedanken machen müssten sich die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik auch darüber, ob die Schul- und die Betreuungslandschaft stimmt. Biesenbach: "Ich bin nicht glücklich, wie das mit dem angestrebten Schulgebäudetausch gelaufen ist." So hat der Rat vor einigen Monaten beschlossen, dass die Realschule um das Jahr 2021 ins jetzige Gebäude der Hauptschule mit einzieht und die Löwen-Grundschule dann in das frei werdende Gebäude an der Kölner Straße umsiedelt. Doch gerade an der Realschule wurde laut Biesenbach geklagt, weil die Verantwortlichen dort nicht gefragt worden seien. "Ein Entwicklungskonzept klappt aber nur, wenn alle eingebunden sind", mahnt der Abgeordnete.

Die Entwicklungen in Hückeswagen seien nicht gut diskutiert worden, kritisiert er. So sei der Weggang der ehemaligen Leiterin der Löwen-Grundschule Beate Dickentmann - "eine engagierte Schulleiterin mit klaren Ideen" - ein Alarmsignal gewesen. Ähnlich sieht er auch die Demonstration an der Realschule für den Erhalt des Standorts Kölner Straße: "So etwas gehört nicht zum dortigen Politik-Unterricht", meint der Hückeswagener.

Peter Biesenbach fordert, zu überlegen: "Wie können wir gerade die Realschule auf Dauer sichern, oder sollten wir es noch einmal mit der Einführung einer Sekundarschule versuchen?" Die Nachbarstadt Radevormwald, vor zwei Jahren beim ersten Versuch wie Hückeswagen gescheitert, wagt für das nächste Schuljahr noch einmal einen Anlauf, eine Sekundarschule zu installieren.

Eine weitere Frage sei, wie die Flüchtlinge untergebracht werden. "Wenn sie in die Großstädte abwandern, müssen wir uns keine Gedanken machen", sagt Biesenbach. Doch dort ist der Wohnraum noch knapper als auf dem Land. Daher benötige auch Hückeswagen wieder Sozialwohnungen. Als mögliches Grundstück für Mehrfamilienhäuser sieht er das weiterhin unbebaute Schlosshotel-Gelände unterhalb des Schlosses. "Eventuell könnte das die Stadtentwicklungsgesellschaft erwerben und dort günstigen Wohnraum anbieten." Wichtig sei aber, dass in Hückeswagen keine Ghettos für Flüchtlinge geschaffen werden. Biesenbach: "Wir müssen uns vermischen."

Darauf achtet die Stadtverwaltung jedoch. Bürgermeister Dietmar Persian wird nicht müde zu betonen, dass die Flüchtlinge über das gesamte Stadtgebiet verteilt werden - eben damit keine Ghettos entstehen. (wird fortgesetzt)

Quelle: RP
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