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Hückeswagen
Stadt sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Hückeswagen: Stadt sucht Wohnungen für Flüchtlinge
FOTO: J. Moll
Hückeswagen. Der Verwaltung gehen die Wohnungen für Flüchtlinge aus, sie bittet daher um Angebote von Vermietern. Um in der Stadt eine Erstaufnahmeeinrichtung einzurichten, fehlen die räumlichen und personellen Voraussetzungen. Von Stephan Büllesbach

Mit etwa 135 Flüchtlingen bis Silvester hatte die Stadt zu Jahresbeginn gerechnet. Bis kommenden Freitag werden es wohl 208 sein, wie Sabine Erxleben vom Sozialamt gestern auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Sie alle müssen irgendwie untergebracht werden - und auch diejenigen, die der Schloss-Stadt in den nächsten Wochen und Monaten zugewiesen werden und über deren Asylantrag noch nicht entschieden wurde.

Die Stadt habe bereits in großem Umfang für Unterbringungsmöglichkeiten gesorgt und sei auch weiterhin dabei, für die Unterbringung der Menschen zu sorgen, betonte Bürgermeister Dietmar Persian gestern in einer Pressemitteilung. Doch so langsam gehen der Stadt offenbar die eigenen und angemieteten Wohnungen aus, so dass sie nun dringend weitere sucht. "Für die Unterbringung der Flüchtlinge besteht großer Bedarf für Wohnraum", schreibt Persian. Aus diesem Grund bittet die Verwaltung Wohnungsbesitzer im Stadtgebiet darum, sich bei ihr zu melden und Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

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Persian: "Bei der wachsenden Anzahl an Flüchtlingen ist uns jedes Angebot willkommen. Wir brauchen Reserven, um die Flüchtlinge, die zu uns kommen, angemessen unterzubringen." Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit müsse die Stadt den Menschen ein Dach über den Kopf bieten können. Selbstverständlich zahle sie die ortsübliche Miete für die entsprechenden Objekte. "Wir haben bereits von einigen Privatleuten Wohnungen angemietet", berichtete Persian. Die Unterbringung dort laufe problemlos. Er würde sich aber freuen, "wenn wir noch weitere Unterbringungsmöglichkeiten im Stadtgebiet angeboten bekämen".

Derweil kommt der Rat am Montag, 26. Oktober, zu einer nicht-öffentlichen Sondersitzung zusammen. Darin erhalten die Politiker Informationen von der Stadt zur aktuellen Situation der Flüchtlinge in Hückeswagen, wie sich diese in den kommenden Monaten womöglich weiterentwickeln wird und wie die Stadt darauf zu reagieren gedenkt.

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Eine Erstaufnahmeeinrichtung, wie in anderen Städten bereits vorhanden, soll es in Hückeswagen jedoch nicht geben, bestätigte der Bürgermeister gestern. "Wir sind räumlich und personell gar nicht in der Lage dazu", versicherte er. Zusammen mit ihren Wipperfürther und Radevormwalder Kollegen hatten die Verantwortlichen aus dem Hückeswagener Rathaus am Montag das Erstaufnahmelager in Wermelskirchen besucht und sich in der Dabringhausener Mehrzweckhalle umgesehen. In der Nachbarstadt sind inzwischen bereits drei Turnhallen mit Flüchtlingen, die noch nicht registriert sind, belegt. Eine vierte kommt Anfang November hinzu. Nach der Registrierung werden die Flüchtlinge dann auf andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen verteilt. Allerdings rücken neue nach.

Nach dem Besuch in Wermelskirchen kam Persian zu der Erkenntnis: "Hückeswagen hat überhaupt nicht die soziale Infrastruktur wie Wermelskirchen." Dort gebe es zudem auch noch ein Krankenhaus. Eine Erstaufnahmeeinrichtung sei eine ganz besondere Herausforderung, die die Verwaltung der Schloss-Stadt einfach nicht stemmen könne. Nicht zuletzt deshalb hatte sich Hückeswagen am Freitag dem Kreis angeschlossen, der das Ersuchen der Bezirksregierung abgelehnt hatte, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.

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Quelle: RP
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