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Hückeswagen
Stadt unter Zeitdruck vor Schul-Tausch

Hückeswagen: Stadt unter Zeitdruck vor Schul-Tausch
Der Andrang zur Ratssitzung am Dienstagabend hielt sich in Grenzen: Trotzdem verfolgten einige Eltern, Jugendliche und Lehrer hinter den Politikern die Diskussion um den Schultausch in Hückeswagen - darunter auch die Leiterin der Realschule Christiane Klur (mitte). FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Nachdem der Stadtrat am Dienstagabend mit großer Mehrheit den Schul-Tausch beschlossen hat, muss es jetzt zügig vorangehen mit der Umsetzung der Pläne. Denn: Für die Grundschule läuft die Zeit an der Kölner Straße endgültig ab. Von Brigitte Neuschäfer

Im Brandschutz wurde schon nachgebessert - trotzdem: Für das alte Gebäude der Löwen-Grundschule an der unteren Kölner Straße läuft die Betriebserlaubnis zum Ende des Jahres 2021 aus. Bis dahin müsste die Schule also eigentlich entsprechend dem Willen der politischen Mehrheit in das heute noch von der Realschule genutzte Gebäude an der oberen Kölner Straße umgezogen sein. Ob das allerdings klappt, ist fraglich, denn vorher ist noch sehr viel zu tun an den Schulen in der Stadt.

Sabine Kanitz, die Vorsitzende der Schulpflegschaft an der Löwen-Grundschule, nutzte zu Beginn der Ratssitzung am Dienstagabend die Fragestunde für Einwohner, um die Sorgen der Eltern auf den Punkt zu bringen. Ihre Frage an den Bürgermeister: "Was passiert, wenn die Betriebserlaubnis für unsere Schule ausläuft, bevor das Realschul-Gebäude fertig umgebaut ist? Müssen unsere Kinder dann zum Unterricht in ein Container-Dorf umziehen?"

Eine eindeutige Antwort gab Bürgermeister Dietmar Persian darauf nicht. Er versicherte: "Unser aller Ziel ist es, dass die Löwen-Grundschule aus dem heutigen Gebäude in die sanierte Realschule umzieht und es zu keiner Zwischenlösung kommt. Eine Gewähr dafür kann ich aber heute nicht übernehmen." Wenn ein Umzug bis Ende 2021 nicht möglich sei, werde die Stadt sich beim Kreis dafür einsetzen, dass die Betriebserlaubnis für das heutige Grundschul-Gebäude noch einmal "um ein oder zwei Jahre" verlängert werde, so dass die Kinder weiter dort und nicht in Containern oder anderen räumlichen Provisorien unterrichtet werden.

Die Stadt steht jedenfalls unter erheblichem Zeitdruck, nachdem entgegen ursprünglichen Planungen inzwischen klar ist: Die Realschule wird nicht im laufenden Schulbetrieb umgebaut. Mit Blick auf den neuen Zeitablauf heißt das: Zuerst wird die Hauptschule an der Weststraße erweitert, umgebaut und saniert. Wenn die umfangreichen Bauarbeiten abgeschlossen sind, soll die Realschule an die Weststraße umziehen. Erst nach dem Umzug beginnt dann die Kernsanierung des Realschul-Gebäudes. Ist auch sie abgeschlossen, kann die Löwen-Grundschule dort einziehen. Wenn im nächsten Jahr zügig mit den Bauarbeiten an der Hauptschule begonnen wird, könnten sie 2020 abgeschlossen sein. Diesen Zeitrahmen nannte Dieter Klewinghaus, der Leiter des Regionalen Gebäudemanagements, in der Ratssitzung. Vor 2020 ist demnach mit dem Umzug der Realschule und dem Beginn der Kernsanierung dort nicht zu rechnen. Die Verwaltung muss nun ohne weiteren Zeitverzug in die Detailplanung für die Um- und Erweiterungsbauten an der Weststraße einsteigen. Einem entsprechenden Antrag der CDU stimmte die politische Mehrheit am Dienstag zu. Danach müssen die Bauanträge gestellt und genehmigt werden, erst dann kann's losgehen mit den Bauarbeiten.

Die Beeinträchtigungen für die Hauptschüler durch die Umbauarbeiten werden sich nach Einschätzung von SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Grasemann in Grenzen halten, wie er in der Sitzung nochmals unterstrich. Im Schulgebäude sei auch während des Umbaus ausreichend Platz für einen geordneten Unterricht.

So sieht es auch die Hückeswagener Verwaltung. Bürgermeister Dietmar Persian betonte nach dem Mehrheitsbeschluss zum Schul-Tausch: "Jetzt ist es an der Zeit, nach vorne zu schauen und gemeinsam das Beste aus diesem Beschluss zu machen." Schließlich hätten bei allen Meinungsdifferenzen im Vorfeld doch alle das gemeinsame Ziel, "unsere Schulen in Hückeswagen zu stärken und nach vorne zu bringen", sagte er.

Quelle: RP
 
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