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Hückeswagen
Stadt will künftig eine bessere Anbindung an Busse und Bahnen

Hückeswagen. Wenn es um die Gestaltung des neuen Nahverkehrsplans für den Oberbergischen Kreis geht, möchte die Schloss-Stadt Hückeswagen ein Wörtchen mitreden. Der Rat diskutiert am Dienstag Verbesserungen. Von Joachim Rüttgen

Zurzeit wird ein neuer Nahverkehrsplan für den Oberbergischen Kreis erarbeitet, zu dessen Entwurf die einzelnen Kommunen ihre Stellungnahmen an den Kreis weiterleiten. Der Rat der Stadt Hückeswagen will seine Stellungnahme am kommenden Dienstag, 27. September, 17 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses diskutieren und beschließen.

Mit Blick auf die Netzstruktur stellt die Stadtverwaltung in der Vorlage für die Ratssitzung fest, dass die Anschlusszeiten des Busses 336 aus Hückeswagen an die Knotenpunkte Remscheid-Lennep (zur Bahn) und Remscheid-Bergisch-Born (zu Anschlussbussen) deutlich verbesserungswürdig sind. "Häufig ist der Anschlusszug oder der Anschlussbus kurz vor der Ankunft des Busses abgefahren oder es verbleibt nur eine sehr kurze Umstiegszeit", heißt es in der Vorlage. Ein möglichst nahtloser Übergang sei jedoch insbesondere für Pendler von hoher Bedeutung für die Attraktivität des ÖPNV.

Insbesondere am Bahnhof Lennep sollte das Angebot, mindestens in den beruflich relevanten Zeiten, ausgebaut und zeitlich angepasst werden. Darüber hinaus sollte die Verbindung von Hückeswagen nach Lennep deutlich früher beginnen, um einen Arbeitsstart in Remscheid um 6 Uhr möglich zu machen.

Zurzeit gibt es Überlegungen der Regionalverkehr Köln (RVK), eine Schnellbuslinie von Wermelskirchen nach Leverkusen einzuführen, die alle 30 Minuten verkehren soll. Somit wäre es möglich, in etwa einer Stunde von Wermelskirchen nach Köln-Hauptbahnhof zu fahren.

Sowohl die Hansestadt Wipperfürth als auch die Schloss-Stadt Hückeswagen sprechen sich dafür aus, diesen Linienverkehr bis nach Wipperfürth über Bergisch Born und Hückeswagen zu verlängern, da eine bessere Anbindung an die Metropolregion Köln zu einer höheren Attraktivität und Nutzung des ÖPNV-Angebotes durch die Bürger führen kann.

"Die Busverbindung würde sich zudem in das Netz des Nahverkehrsplans einfügen, indem der Schnellbus ausschließlich auf Linien des Primärnetzes verkehren würde. Es wird vorgeschlagen, diese Schnellbusverbindung als Wunsch im Nahverkehrsplan zu berücksichtigen. Ergänzend sollte die Primärstreckenlinie über Bergisch-Born bis nach Wermelskirchen fortgeführt und dargestellt werden", heißt es in der Stellungnahme der Stadt.

Die Optimierungsvorschläge für den Schülerverkehr fallen dürftig aus. Die zentrale Forderung nach gestaffelten Schulanfangszeiten dürfte in der Praxis wegen der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Erziehungsverpflichtungen für Eltern sowie der Organisationsabläufe innerhalb der Schulen zeitlich schwer umzusetzen sein.

"Vor dem Hintergrund der bereits heute erfolgten Zusammenlegung von Schulstandorten über Stadtgrenzen hinweg und der künftig möglichen weiteren Regionalisierung ist eine Aufrechterhaltung und der Ausbau der Schülerbeförderung nach Wipperfürth und Radevormwald ein wichtiger Faktor für die Attraktivität des Wohnstandortes Hückeswagen", argumentiert die Stadt.

Es sei grundsätzlich begrüßenswert, dass der Nahverkehrsplan innovative Projektvorschläge zur Ergänzung der klassischen Linien-Versorgung formuliere. Inwieweit diese Projekte jedoch angesichts der topografischen Lage und der Wetterbedingungen in Hückeswagen eine Alternative darstellen, bleibe abzuwarten.

Dennoch werden einige Ansätze, insbesondere mit Blick auf die ÖPNV-Erschließungsmöglichkeiten durch autonome Fahrzeuge, als Chance für momentan schlechter versorgte Außenortschaften in Hückeswagen gesehen. Zudem sollte der Einsatz von Anruf-Sammeltaxen für die Außenortschaften geprüft werden.

Aus Sicht der Schloss-Stadt sind eher solche innovativen Projekte sinnvoll und förderungswürdig, die das ÖPNV-Netz reell mit Transportmitteln ergänzen, als solche, die nur der Info zum bestehenden Angebot dienen.

Quelle: RP
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