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Hückeswagen
Stadtbibliothek hat eine Zukunft - aber wie wird diese aussehen?

Hückeswagen: Stadtbibliothek hat eine Zukunft - aber wie wird diese aussehen?
Weil Leiterin Beate Breidenbach schon im August in den Ruhestand geht, stehen Politik und Verwaltung jetzt unter Zugzwang, was die Zukunft der Stadtbibliothek betrifft. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Hückeswagen. Der Schulausschuss stellte am Donnerstagabend die Weichen für den Erhalt der Stadtbibliothek. Unklar ist noch, ob sie eigenständig bleiben oder es eine Kooperation mit der Wipperfürther Bücherei geben wird. Von Stephan Büllesbach

Dass Beate Breidenbach, die Leiterin der Stadtbibliothek, schon im August in den Ruhestand gehen wird, hat Politik und Verwaltung in Zugzwang gebracht. Denn jetzt müssen alle deutlich machen, wie es nach ihrem Ausscheiden weitergehen soll. Handlungsalternativen, von der Verwaltung aufgestellt, gibt es mehrere. Und darüber entbrannte im Ausschuss ein kleiner Disput. Denn FDP-Ortsvorsitzender Jörg Kloppenburg wollte sich nicht der Meinung von Bürgermeister Dietmar Persian sowie CDU, SPD, UWG und Grünen anschließen, die eine Kooperation mit Wipperfürth favorisieren.

Persian zeugte sich zunächst erfreut darüber, dass sich auf den Aufruf der Stadt bereits zehn Hückeswagener gemeldet haben, die ehrenamtlich in der Stadtbibliothek mitarbeiten wollen. Zurzeit sind sie dabei, die Arbeit in der Bücherei wie die Ausgabe, den Empfang und das Einräumen der Medien kennenzulernen und ihre Fähigkeiten auszuloten. "Ich bin überzeugt, dass das gut funktionieren wird", sagte er.

Ohne ehrenamtliches Engagement wird es nach der Verabschiedung Beate Breidenbachs wohl nicht gehen. Dieses ist nämlich Teil der beiden Handlungsalternativen, die für die Politik nach langem Ringen am Ende in Frage kommen und deren Konzepte nun von der Verwaltung auf die Machbarkeit überprüft werden sollen. Eine Möglichkeit ist, die Stadtbibliothek mit dem bisherigen Personal (zwei halbe Stellen) und unter der fachlichen Leitung durch den Leiter der Wipperfürther Bücherei, Frank Merken, fortzuführen. Die andere Alternative ist, eine gemeinsame Bibliothek mit der Nachbarstadt an zwei Standorten unter einheitlicher Leitung einzurichten.

Der Bürgermeister sieht in der Kooperation mit der Hansestadt einen großen Vorteil, zumal die Verwaltung seit einigen Jahren auf vielen Ebenen mit Wipperfürth eng zusammenarbeitet wie beim gemeinsamen Bauhof. Und auch viele Hückeswagener Schüler, die eines der beiden Gymnasien der Nachbarstadt besuchen, könnten von der Kooperation profitieren. Bei einer möglichen Zusammenarbeit mit Wipperfürth würden beide Städte im Rahmen eines Semesterprojekts von Professor Tom Becker von der Fachhochschule Köln fachlich begleitet.

Persian machte aber auch deutlich, "dass es nur sinnvoll ist, dass wir hauptamtliches Personal mit Fachwissen beschäftigen". Das sah auch Martin Meine so. Der SPD-Politiker sagte: "Wichtig für uns ist, dass die Bibliothek von professionellen Händen geführt wird." Die SPD sprach sich aber auch für den Einsatz ehrenamtlicher Kräfte aus. Die Zusammenarbeit mit Wipperfürth hält sie für "sinnvoll und vernünftig". Auch Marc von der Neyen (CDU) betonte, dass die fachliche Kompetenz gewährleistet sein müsse. "Die Bibliothek muss zukunftsfähig sein", sagte er. Einer Kooperation mit Wipperfürth stehe die CDU daher sehr positiv gegenüber.

Einen Vorteil daraus könne er jedoch nicht erkennen, sagte Jörg Kloppenburg. Er gab zu verstehen, dass die FDP große Bedenken habe, eine enge Zusammenarbeit mit der Hansestadt einzugehen. So befürchten die Liberalen, "dass es ähnlich läuft wie bei den Banken: Hückeswagen wird zur Zweigstelle; und wenn's nicht gut läuft, wird sie geschlossen."

Persian betonte, dass eine Kooperation mit Wipperfürth nicht in Stein gemeißelt sein. "Wir stehen mit unseren Überlegungen ja erst am Anfang", stellte er klar. Und Fachbereichsleiter Michael Kirch unterstrich: "Wir planen eine Zusammenarbeit mit Wipperfürth und keine Zusammenlegung."

Nun soll erst einmal von der Verwaltung überprüft werden, welche Richtung in Sachen Stadtbibliothek eingeschlagen werden kann.

Quelle: RP
 
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