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Hückeswagen
Stadtbücherei als integratives Zentrum?

Hückeswagen: Stadtbücherei als integratives Zentrum?
Die Stadtbücherei an der Friedrichstraße: Ziel ist es, die Einrichtung von einer herkömmlichen und nicht mehr zeitgemäßen Präsenz-Bücherei zu einem "Ort der Begegnung" umzuwandeln. FOTO: stephan büllesbach
Hückeswagen. Noch im vergangenen Jahr wurde die Schließung der Hückeswagener Stadtbibliothek heiß diskutiert. Jetzt gibt es ein neues Nutzungskonzept, das die Bücherei langfristig im Bestand sichern könnte - mit finanzieller Hilfe vom Land. Von Brigitte Neuschäfer

Als einfache und ganz normale Bücherei ist die Stadtbibliothek gefährdet: Das Haushaltssicherungskonzept der Stadt sieht nach wie vor die Schließung im Jahr 2020 vor, auch wenn dies politisch nicht gewollt ist. Sicher ist aber, dass sich die Bibliothek verändern muss, um eine Zukunft über 2020 hinaus zu haben. Die Verwaltung hat nun ein Konzept erarbeitet, das sie für zukunftsfähig hält. Bauamtsleiter Andreas Schröder stellte es am Donnerstagabend im Bauausschuss vor.

Der Name für das Projekt ist so aufwendig wie die notwendigen Arbeiten zu seiner Umsetzung: Aus der Stadtbibliothek soll das "Integrative Bildungs- und Kulturzentrum Historische Bibliothek" werden, sinnigerweise kurz "iBuK" genannt. Unter diesem Titel stellt die Stadt ihr Konzept der Bezirksregierung vor - in der Hoffnung auf finanzielle Förderung aus einem neu aufgelegten Sonderprogramm des Landes zur Städtebauförderung (siehe auch Info-Kasten rechts). Klar ist dabei, dass das Konzept nur umgesetzt werden kann, wenn das Land tatsächlich auch 70 Prozent der Kosten trägt. Dieser Anteil wird für Projekte, die in das Sonderprogramm aufgenommen werden, in Aussicht gestellt.

Nach den Vorstellungen der Verwaltung müssen insgesamt etwas mehr als 630.000 Euro investiert werden, damit aus der Bücherei das "iBuK"wird. Darin enthalten sind Umbau- und Ausstattungskosten, aber auch Geld für Personal. Zwei Stellen sollen neu geschaffen und mit Sozialarbeitern besetzt werden. Ihre Aufgabe wird es sein, den geplanten offenen und integrativen Treffpunkt im Obergeschoss der Bücherei zu leiten und das Gesamtprojekt zu managen. Erstmalig werden aus einem Städtebauprogramm auch Personalkosten gefördert, darauf setzt nun die Stadt. Grundsätzliches Ziel sei es, die Stadtbibliothek von einer herkömmlichen und nicht mehr zeitgemäßen Präsenz-Bücherei zu einem "Ort der Begegnung" umzuwandeln, sagte Bürgermeister Dietmar Persian. Dort sollen sich Einheimische und Hückeswagener mit Migrationshintergrund, Alt und Jung, treffen und miteinander ins Gespräch kommen. So werde die Bibliothek auch ein Ort der Integration für Flüchtlinge, die nach ihrer Anerkennung dauerhaft in der Stadt bleiben. Persian: "Mit der Integration der Flüchtlinge stehen wir vor einer riesigen Herausforderung. Es besteht ein großer Bedarf an Treffpunkten, wo sie mit Einheimischen in Kontakt kommen. Nur so kann Integration funktionieren."

Wenn "iBuK" ins Förderprogramm des Landes aufgenommen werden sollte, muss noch in diesem Jahr mit der Umgestaltung der Stadtbibliothek begonnen werden, spätestens Ende 2018 muss sie nach der Förderrichtlinien abgeschlossen sein. Welche Chancen die Stadt mit ihrem Antrag hat, ist offen. Fast 400 Städte und Gemeinden gibt es in NRW, entsprechend groß wird die Antragsflut sein. Eine beim Land angesiedelte Jury entscheidet darüber, welche Projekte am Ende in die Förderung kommen.

Quelle: RP
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