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Leben & Lernen
Auf Du und Du mit Tausenden von Bienen

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Der Stundenplan der Grundschule Wiehagen ist in dieser Woche durcheinandergewirbelt worden. Denn im Rahmen der Projektwoche hatten die Kinder aller Klassen die Möglichkeit, sich aus den Projektangeboten, die sich ihre Lehrer ausgedacht haben, jeweils zwei auszuwählen. Bis heute wird in den Projekten gearbeitet, die Ergebnisse präsentieren die Kinder morgen, Freitag, 14 bis 17 Uhr, beim Tag der Offenen Tür in der Grundschule an der Blumenstraße. Eine Projektgruppe mit 15 Kindern aller vier Jahrgangsstufen hatte sich gemeinsam mit Lehrerin Beate Kitzmann nach Frohnhausen aufgemacht, um bei Birgit Schmale die Geheimnisse der Imkerei kennenzulernen. "Am Montag haben wir den Ausflug erst einmal in der Theorie vorbereitet", erklärte die Grundschullehrerin auf der großen Wiese hinter dem Haus von Birgit Schmale, auf der die Bienenstöcke stehen. "Ich habe den Kindern, die ja aus allen vier Jahrgangsstufen kommen, die verschiedensten Materialien zum Thema Imkerei und Bienen gezeigt", erzählte die Imkerin. Besonders schön sei gewesen, dass die Stadtbücherei eine Bücherkiste mit vielen Büchern zum Thema zur Verfügung gestellt habe. Die Kinder konnten sich also im Vorfeld des Besuchs schlau über die Bienen machen. "Sie haben natürlich auch viele Bilder gemalt und kleine Bienen gebastelt", sagte Beate Kitzmann schmunzelnd. Nach der intensiven Vorbereitung gingen die Nachwuchsimker dann auf Du und Du mit den fleißigen Insekten. Das war aufregend: Aufmerksam standen die 15 Kinder um Birgit Schmale herum, die vorsichtig eine Wabe aus dem Bienenstock holte - die kleinen Bewohner hatte sie zuvor mit ihrer Imkerpfeife beruhigt. Nur noch träge schwirrten die Insekten um die Köpfe der Kinder, die teilweise in kleinen Imkeranzügen steckten - wie der elfjährige Adnan, dem darunter allerdings ziemlich warm wurde. Wenig später stand der Viertklässler aber stolz wie Oskar mit der Wabe in der Hand da und rief lachend: "Das ist toll!" Auch seine Mitschüler durften den "Arbeitsplatz" der Bienen in die Hand nehmen. Der zehnjährige Tetje beobachtete das Spektakel aus der Distanz - für ihn war das alles bekannt. "Der Vater eines Freundes meines Vaters hat auch Bienen, daher kenne ich das." Der Viertklässler kann sich durchaus vorstellen, selbst einmal Imker zu werden. "Aber erst dann, wenn ich älter bin."

Zum Abschluss des aufregenden Vormittags durften die Kinder den Honig auch noch probieren, denn Birgit Schmale hatte kleine Honigbrote vorbereitet. "Das ist eine Frühjahrstracht mit Löwenzahn, Raps und Vergissmeinnicht", sagte die Imkerin, während die Kinder es sich schmecken ließen. Und wohl alle Grundschüler stimmten anschließend dem zu, was Tetje als Fazit sagte: "Man denkt immer, dass Bienen langweilig sind - aber das stimmt gar nicht!"

WOLFGANG WEITZDÖRFER

Quelle: RP
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